Machtwechsel: In Sillian bleibt (fast) nichts beim Alten

Erste Stellungnahmen nach der überraschenden Wahl in der Marktgemeinde.

Das Bürgermeisterduell zwischen Peter Duracher von der ÖVP-Gemeinschaftsliste und Hermann Mitteregger vom Team Sillian entpuppte sich als knappe aber doch klare Angelegenheit. Völlig überraschend holte Mitteregger 52,08 Prozent der Wählerstimmen und zeigte sich nach der Verlautbarung des offiziellen Ergebnisses auch dementsprechend erfreut: „Es ist ein wirklich überwältigendes Ergebnis, das in dieser Form überhaupt nicht zu erwarten war. Ich möchte mich bei allen bedanken, die mitgearbeitet haben und mir, beziehungsweise uns, ihre Stimme gegeben haben.“

Der neue Bürgermeister Hermann Mitteregger (rechts) und der alte und neue Vizebürgermeister Anton Calovi. Foto: Dolomitenstadt/Gietl
Der neue Bürgermeister Hermann Mitteregger (rechts) und der alte und neue Vizebürgermeister Anton Calovi. Foto: Dolomitenstadt/Gietl

Der neue Bürgermeister möchte „authentisch bleiben“ und auf die Menschen zugehen. Als mögliche Faktoren für das imposante Ergebnis sieht Mitteregger sein eigenes Auftreten und sein Team: „Ich glaube einfach, dass ich mit meiner herzlichen Art überzeugen konnte und auch damit, wie ich das Team zusammengestellt habe. Diese ganze Angelegenheit ist schlussendlich eine Gruppensache. Jeder auf der Liste steht für unterschiedliche Werte.“

Peter Duracher, der für viele eigentlich als Favorit in die Wahl ging, kommentiert das Ergebnis so: „Wir haben versucht, die Leute mit Sachthemen zu überzeugen, aber die Wählerinnen und Wähler haben entschieden und dieses Ergebnis wird von uns auch respektiert.“ Duracher freut sich trotz der unerwarteten Schlappe auf die Zusammenarbeit im Gemeinderat: „Ganz abgesehen vom Ergebnis werden wir weiter an unseren Themen festhalten und versuchen, diese zur Sprache zu bringen und auch umzusetzen.“

Peter Duracher ist künftig in der Ro9lle des Oppositionsführers. Er will sie konstruktiv anlegen. Foto: Dolomitenstadt/Tschurtschenthaler
Peter Duracher ist künftig in der Rolle des Oppositionsführers. Er will sie konstruktiv anlegen. Foto: Dolomitenstadt/Tschurtschenthaler

Leicht wird das für die ÖVP-Liste Durachers – mit Altbürgermeister Erwin Schiffmann auf Platz 2 – jedenfalls nicht. Im Sillianer Gemeinderat holte das Team Sillian mit 50,74 Prozent und acht Mandaten nämlich völlig überraschend eine absolute Mehrheit und besetzt somit neben dem Bürgermeister auch den Vizebürgermeistersessel. Auf dem nimmt Anton Calovi Platz. Für ihn ein durchaus vertrautes Gefühl. Calovi war schon bisher amtierender Vizebürgermeister. Er schaffte nach dem Wechsel von der ÖVP-Gemeinschaftsliste zum Team Sillian dasselbe Kunststück wie bereits 2010. Mit einer noch größeren Anzahl an Vorzugsstimmen als vor sechs Jahren katapultierte er sich auf den zweiten Platz und wird somit laut Mitteregger erneut das Amt des Vizebürgermeisters bekleiden.

Die Gemeinschaftsliste der ÖVP erreichte mit 39,22 Prozent der Stimmen sechs Mandate, ein Mandat entfällt auf die Freie Liste Sillian, die 10,04 Prozent der gültig abgegebenen Stimmen erhielt.

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