Eine Arbeitsteilung wie im Bienenstock

Die Lebenshilfe Matrei fertig 2.000 Bienenrahmen pro Jahr.

In der Tischlerei der Lebenshilfe Matrei wird gehobelt, gebohrt und gehämmert. Sechs Personen fertigen Bienenrahmen: Holzrahmen mit gespannten Drähten, die den Bienen als Gerüst für ihre Waben dienen. Tischlermeister Karl Holzer prüft die Arbeit und hilft Martha Preßlaber, Rahmen für den Versand zu verpacken. „Imker von Imst bis Kärnten bestellen bei uns“, erklärt Karl Holzer stolz. Die hier sorgsam gezimmerten und bespannten Rahmen sind so gut verarbeitet, dass Imker sie den geklammerten Billigprodukten vorziehen. Vor allem fertigen die Osttiroler auch Sondergrößen, die von der Industrie nicht angeboten werden und produzieren so rund 2.000 Rahmen im Jahr.

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Franz Kinzl benutzt eine Schablone, um die Teile präzise zu einem Rahmen zu nageln.

„Bei dieser Arbeit können die Menschen viel selber machen“, erklärt Karl Holzer. Der Tischler hat die Anschläge an der Bohrmaschine so justiert, dass Johann Berger exakt an den richtigen Stellen die nötigen Löcher bohrt. Franz Kinzl benutzt dann eine Schablone, um die Teile präzise zu einem Rahmen zu nageln. Eine Klientin arbeitet wegen einer halbseitigen Lähmung nur mit einer Hand. Flink spannt sie ein Netz aus dünnen Drähten in den Rahmen: Das Baugerüst, auf das die Bienen später ihre Waben bauen.

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Johann Berger bohrt exakt an den richtigen Stellen die nötigen Löcher.

Die Beschäftigten sind mit dabei, wenn ein Maibaum zersägt wird, wenn die Rahmen in den Bienenstock gehängt werden oder wenn der Honig in Gläser gefüllt und verkauft wird. Franz Kinzl und seine Kollegen in der Lebenshilfe merken: Sie sind Teil einer wichtigen Produktionskette und schätzen diese fordernde Aufgabe. „I mab am liabst is Zommennogeln und‘s Inpocken“, erklärt Franz.

Klaus Steiner, Obmann der Osttiroler Imker bestellte 2008 den ersten Rahmen. Seither arbeiten bis zu acht Personen an den Aufträgen mit. „Die Leut streiten sich fast, wer was machen darf“, meint Holzer scherzhaft. „Schließlich ist die Arbeit abwechslungsreich.“ Die Beschäftigung mit Holz und das Wissen, einen wichtigen Auftrag gut zu erledigen, motiviert jeden, sein Bestes zu geben. Imker Steiner schwärmt für die Qualität  der Rahmen aus Matrei. „Die Abnahme zeigt, dass die Imker sehr zufrieden sind mit dem Produkt.“

Den Maibaum, aus dem das Holz für die Leisten der Bienenrahmen geschnitten wird, spendiert übrigens seit drei Jahren die Landjugend Hopfgarten. Richard Schneider, Leiter der Lebenshilfe Werkstätte, ist selber erfahrener Imker mit 100 Völkern. „Damit haben wir das Know-how der Imkerei und der Holzverarbeitung im Haus“, erklärt der Praktiker den Grund für das erfolgreiche Projekt.

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2000 Bienenrahmen pro Jahr zimmern die Mitarbeiter der Matreier Lebenshilfe. Sie haben mit dem Qualitätsprodukt eine Marktnische entdeckt. Fotos: Lebenshilfe
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