Überraschend war, wie viele junge TeilnehmerInnen, StudentInnen und frische Uni-AbsolventInnen zur Tagung nach Nußdorf-Debant kamen. Foto: Christian Ragger

Überraschend war, wie viele junge TeilnehmerInnen, StudentInnen und frische Uni-AbsolventInnen zur Tagung nach Nußdorf-Debant kamen. Foto: Christian Ragger

Von Rüssellängen, Schwebfliegen und Prachtbienen

Bei Revital in Nußdorf-Debant tagten Insektenkundler aus ganz Österreich.

Die Entomologie (=Insektenkunde) ist ein Zweig der Biologie und beschäftigt sich mit den Insekten, der artenreichsten Gruppe von Lebewesen. Am 19. März folgten mehr als 60 Expertinnen und Experten aus ganz Österreich der Einladung des Osttiroler Naturraum-Planungsbüros Revital und der Österreichischen Entomologischen Gesellschaft (ÖEG) und trafen sich in Nußdorf-Debant, um die aktuellsten wissenschaftlichen Erkenntnisse aus der Welt der Insekten auszutauschen. Es war das erste Mal, dass sich die Experten nicht auf Universitäten, sondern in einem privaten Landschaftsplanungsbüro trafen, um das traditionelle ÖEG-Kolloquium abzuhalten. Auch Nichtmitglieder waren zu der kostenfreien Tagung eingeladen.

Die Vielschichtigkeit und der Artenreichtum der Gruppe der Insekten spiegelte sich in den Inhalten der Vorträge wider: Der – für den Laien wohl teilweise skurril anmutende – Themenbogen spannte sich dabei von „extremen Rüssellängen bei Tagfaltern“, über „Verhaltensanalysen bei speziellen Ameisenarten“ und „Saugrüssel bei Prachtbienen“ bis hin zur „Schwebfliegenfauna Österreichs“.

Die Veranstaltung wurde auch durch zwei Osttiroler Beiträge bereichert: Der Bannberger Schmetterlingskundler Helmut Deutsch beeindruckte mit Ergebnissen jahrelanger Forschung über ausgewählte Kleinschmetterlinge in den Karnischen Alpen und den Lienzer Dolomiten, die weltweit nur hier vorkommen. Oliver Stöhr (Revital) berichtete über Verbreitung und Bestand der Libellen in Osttirol und konnte auch hier über einige neu für Osttirol entdeckte Arten berichten. Zu diesem Thema gibt es einen spannenden Artikel in unserem Magazinteil.

Ganz entgegen den üblichen Trends bei biologischen Vereinigungen war überraschend, wie viele junge TeilnehmerInnen, StudentInnen und frische Uni-AbsolventInnen zur Tagung nach Lienz kamen und begeistert den Vorträgen lauschten oder über ihre Arbeiten referierten. Die hohe Qualität der Vorträge im Allgemeinen fiel auch den anwesenden altehrwürdigen Universitäts-Professoren, wie Prof. Reinhart Schuster aus Graz auf. Das fachliche Niveau, die gute Stimmung und das spektakuläre Bergpanorama an einem herrlichen Frühlingstag bewirkten neben Begeisterung vor allem eines bei den ExpertInnen: den Wunsch, bald wieder nach Osttirol zu kommen, um hier ihre Forschungen zu betreiben!

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