„Mondikolok 1:1. Bau des Osttiroler Hospitals im Südsudan“

David Kraler & Christoph Lachberger präsentieren im Rahmen eines gemütlichen Bücherei-Abends ihr Architekturbuch.

„Osttirol für Jalimo“ ist bei uns wahrscheinlich schon fast jedem Kind ein Begriff. Seit vielen Jahren sammelt der Verein unermüdlich Spenden für die Errichtung eines Krankenhauses im Südsudan und jeder von uns hat wohl schon auf die eine oder andere Weise gespendet. Direkt oder weil er bei einer der vielen Benefizveranstaltungen Gast war. Wie aber wird so ein Krankenhaus nun wirklich gebaut, mitten im Südsudan? Ist das mit unseren Vorstellungen von Tiroler Wertarbeit überhaupt annähernd zu vergleichen? Nein, wohl eher nicht.

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David Kraler und Christoph Lachberger auf ihrem Baustellen-Moped im Südsudan. Foto: Jakob Lamprecht.

Die beiden Architekturstudenten David Kraler und Christoph Lachberger haben das schier unmögliche Projekt dennoch in Angriff genommen und im Rahmen ihres Studiums das Health-Care-Center Mondikolok geplant und gebaut. Am Anfang standen viele Gespräche mit den Menschen vor Ort. Lachberger und Kraler sind hingereist in das Gebiet, das zukünftig mit ihrem Health-Care-Center versorgt werden soll und sie haben mit den Einheimischen gesprochen, oder es versucht.

Allerdings wurde recht schnell klar, dass diese andere Lebensweise weit weg ist von allem, was sich der österreichische Architekturstudent sonst so vorstellt. Schnell war auch klar, wie abenteuerlich dieser Plan eigentlich ist. Ein fixes Gebäude wünschten sich die Einheimischen, es sollte nämlich termitenresistent sein, sich aber auch gut in das vorhandene Wegenetz einfügen, in die Umgebung passen, natürlich musste auf das Raumklima geachtet werden – man ist immerhin in Afrika. Und das neue Gebäude musste zur Lebensweise der Kuku passen, denn vermutlich würde auch das beste Gesundheitszentrum nicht besucht werden, wenn es schon von außen den falschen Eindruck vermittelt.

Christoph Lachberger und David Kraler stellten sich der Herausforderung ab 2013 mit großem Erfolg, wie man rückblickend sagen kann. Die völlige Entkoppelung der Dachkonstruktion vom Gebäude, traditionelle Lehmbauweise kombiniert mit modernem Wissen über die geeigneten Bautechniken sowie eine enge Zusammenarbeit von Planern, Helfern und Kuku selbst führten am Ende dazu, dass mitten in Afrika ein Gesundheitszentrum entstand, das den Erbauern einige Preise einbrachte.

Ein Projekt, das nicht nur das Leben der Menschen im Südsudan, sondern auch das der beiden Architekten für immer ein bisschen verändert hat. Am Donnerstag, 31. März 2016, um 19.30 Uhr erzählen sie in der Stadtbücherei Lienz von ihren Abenteuern und wie aus einer Idee tatsächlich ein termitenresistentes Krankenhaus wurde. Sie berichten von anfänglichen Verständigungsproblemen, erzählen von lustigen Situationen genauso, wie sie auch erklären, warum es in der Sprache der Kuku kein Wort für Müll gibt. Und sie präsentieren ihr Buch zur Architektur „Mondikolok 1:1. Bau einer Gesundheitseinrichtung im Südsudan“.

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hoerzuOT

BRAVO!!! Solche Typen braucht die Welt!!! Beeindruckend!