Esther Steinkogler bereitet für die Companie Willi Dorner die Performance in Lienz vor. Fotos: Marco Leiter

Esther Steinkogler bereitet für die Companie Willi Dorner die Performance in Lienz vor. Fotos: Marco Leiter

Diese Performance bricht mit vielen Konventionen

Noch fehlen die Akteure für Bodies in Urban Spaces, doch das Projekt ist spannend.

Bodies in Urban Spaces ist eine Performance der Wiener Companie Willi Dorner, die heuer beim Straßentheaterfestival OLALA Ende Juli Premiere feiert. Und weil diese Bodies Einheimischen gehören sollen, fand am Samstag, 2. April, eine Audition für diese Aufführung statt. 20 Freiwillige werden benötigt, um die kreative Performance in die Tat umzusetzen.

Der Andrang hielt sich allerdings in Grenzen. Bis 10 Uhr erschienen lediglich zwei Interessierte auf dem Parkplatz der NMS Egger Lienz, was an der guten Laune von Esther Steinkogler nichts änderte. Sie ist verantwortlich für die Show in Lienz, zeigte Bilder von bisherigen internationalen Vorstellungen der Companie und erzählte den beiden Freiwilligen begeistert, was auf sie zukommt. Wichtig seien gute Fitness und vor allem Motivation und Freude an der Sache. Für diese Art von Straßentheater gibt es keine Prototypen. „Es wird auf individuelle Stärken Rücksicht genommen. Wir brauchen große, kleine, schlanke oder breitschultrige Personen,“ erklärte Steinkogler, die in Salzburg zeitgenössischen Bühnentanz studierte.

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Zwei „Körper für den urbanen Raum“ hat Esther schon gefunden. Weitere 18 werden noch gesucht.

Mit guter Fitness sei es aber nicht getan. Ohne Proben geht auch beim Straßentheater nichts. „Die Figuren sind teilweise schwierig und aufwändig. Je nachdem, wie schnell die Leute vorbeigehen, muss man die Position für fünf Minuten komplett ruhig halten. Das ist sehr wichtig,“ lässt uns Steinkogler wissen. Ideale Vorbereitung auf diese Belastung sind Meditationsübungen! In den vier Tagen vor dem ersten Auftritt wird lange und ausgiebig geprobt, um auf alle Eventualitäten bei den Shows vorbereitet zu sein. Der Lohn ist dafür umso schöner und fernab von all den materiellen Dingen: Eine unvergessliche Erfahrung, die auch das persönliche Bewusstsein für die Stadt nachhaltig verändern werde, versichert die Künstlerin.

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Fünf Minuten unbeweglich in dieser Position? Nicht ganz ohne, aber mit etwas Training zu schaffen. Foto: Lisa Rastl

Es geht in der Perfomance um die Annäherung vom Organischen an das Anorganische, um das Spielen mit politischen Grenzen und um das Brechen mit Konventionen. Stellen in der Stadt, die normalerweise keine Beachtung finden, werden durch ‚Bodies in Urban Spaces‘ kreativ in den Fokus gerückt.

Die Route startet am Johannesplatz, führt dann quer durch die Stadt und endet voraussichtlich im Innenhof des Café Cappuccino. Dazwischen liegen etliche Stationen innovativer Körperkunst im öffentlichen Raum. „Gestern habe ich bereits 38 Momente entlang der Strecke bildlich festgehalten, davon werden dann letztendlich so ca. 20 in der Show vorkommen, sofern mit den Genehmigungen alles klappt,“ erzählt mir Esther. Gerade in Lienz gebe es dafür optimale architektonische Möglichkeiten, da die Häuser klein und die Fassaden akzentuiert seien. „Glasfassaden und riesige Bauten mit überdimensionalen Türrahmen oder großen Abständen, wie wir sie in Chicago oder Moskau vorgefunden haben, sind da eher hinderlich.“

"Mister Olala" Hans Mutschlechner hofft auf MitspielerInnen aller Alterschichten, die eine unvergessliche Erfahrung als Akteure eine internationalen Performance machen möchten.
„Mister Olala“ Hans Mutschlechner hofft auf MitspielerInnen aller Altersschichten, die eine unvergessliche Erfahrung als Akteure einer internationalen Performance machen möchten.

Auf eventuelle Höhenangst werde natürlich auch Rücksicht genommen, befinden sich doch nicht alle Spots in der Höhe, erzählt uns Steinkogler weiter. „Die Zuschauer sehen keinen Aufbau und keinen Abbau. Hier verhält es sich ähnlich wie bei einem Zauberkünstler. Die Leute sehen nur das Ergebnis und keine Hintergründe.

Wer sich spontan noch dafür entscheidet mitzumachen, kann sich unter info@ummigummi.at melden. Es ist auch möglich, sich anzumelden und dann bei der ersten Probe noch auszusteigen, sollte man sich den Ansprüchen nicht gewachsen fühlen. Fest steht: wer sich darauf einlässt, sammelt eine Erfahrung, die den Aufwand lohnt.

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