Kräuterbäuerin Gertrude Messner flankiert von den Gründern des Vereins "Ackersegen", Anton Kröll (links) und Erik Peyrer. Foto: Dolomitenstadt/Gander

Kräuterbäuerin Gertrude Messner flankiert von den Gründern des Vereins "Ackersegen", Anton Kröll (links) und Erik Peyrer. Foto: Dolomitenstadt/Gander

Ackersegen in Prägraten: „Wer die Saat hat, hat das Sagen“

Ein neuer Verein pflegt altes Wissen und lud Kräuterbäuerin Gertrude Messner zu einem Vortrag.

Der Kameradschaftsraum der FF-Prägraten füllte sich am Samstag 09. April um 13.00 Uhr bis auf den letzten Platz. Im Publikum saßen auffallend viele heimische Kräuterexpertinnen und -experten. Kein Wunder, denn eingeladen vom neu gegründeten Verein „Ackersegen“ war die bekannte Kräuterbäuerin Gertrude Messner aus dem Alpbachtal angereist. Sie gab mit viel Witz und Wissen wertvolle Tipps rund um Haus, Garten und Gesundheit. Messner verriet sogar, wie müde Männlichkeit – allerdings nicht ganz schmerzfrei – wieder zu neuem Leben erwachen kann. Einige ihrer Tipps, darunter auch diesen, verraten wir demnächst auf Cityguide-Lienz.at!

So vielfältig wie die vorgestellten Kräuter und Pflanzen sowie ihre Anwendungsmöglichkeiten präsentierte sich auch die Auswahl an Köstlichkeiten am Buffet und viele Besucher nutzten die Gelegenheit, um ein Säckchen Saatkartoffeln – gelbe, violette oder auch mehrfarbige – mit nach Hause zu nehmen. Anton Kröll aus Prägraten, Mitbegründer des Vereins „Ackersegen“, ist Berufsgärtner und leidenschaftlicher Kartoffelbauer. Gemeinsam mit seiner Schwester Theresia widmet er sich intensiv dem natürlichen Anbau und der Vermehrung von Kräutern und Gemüse.

Den Verein „Ackersegen“ gründeten Anton und Theresia gemeinsam mit Erik Peyrer. Der Name des Vereins verrät sein Leitbild: „Ackersegen“ ist der Name einer alten, bei uns früher sehr gebräuchlichen Kartoffelsorte, die es heute aber kaum noch gibt. Durch die Abhängigkeit von Saatgutherstellern wird es immer schwieriger, an alte und exzellente Pflanzenarten zu gelangen.

Unter anderem ist es Ziel des Vereins, altes Wissen und Können, sowie samenfeste Sorten (d.h. keine Hybriden und gentechnisch verändertes Saatgut) zu forcieren, um auch weiterhin eine reiche Sortenvielfalt zu sichern und eigenes Saatgut zu erhalten.

Die Weitergabe von Wissen über Ernährung, Gesundheit, Verarbeitung von Produkten sowie die fachgerechte Bevorratung von lebenswichtigen Arzneien und Speisen, fällt auch unter die Aufgaben von „Ackersegen“.

„Wir möchten gemeinsam mit Gleichgesinnten Projekte starten, Workshops und Vorträge durchführen. Alle, die ähnlich denken und an unseren Themen interessiert sind, sind herzlich eingeladen, mit Freude etwas für eine lebenswerte Zukunft zu tun und mitzumachen“, erklärt Anton Kröll und meint lächelnd: „Wer die Saat hat, hat das Sagen!“ Der ebenso unterhaltende wie lehrreiche Kräutervortrag von Gertrude Messner war jedenfalls ein gelungener Auftakt. Die Besucher nahmen manche Inspiration, viel „neues altes Wissen“ und eine Kräuterpflanze mit nach Hause, ein Geschenk des jungen Vereins „Ackersegen“.

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