Die Schützenkompanie Kals kniet nieder zum Gebet. Ihre Gewehre könnten demnächst meldepflichtig sein. Foto: Expa/Groder

Die Schützenkompanie Kals kniet nieder zum Gebet. Ihre Gewehre könnten demnächst meldepflichtig sein. Foto: Expa/Groder

Neue EU-Richtlinie: Waffenschein für Tiroler Schützen?

VP und Grüne bringen im Mailandtag deshalb Dringlichkeitsantrag ein.

„Der Grundgedanke ist nachvollziehbar, die Ausführung aber mangelhaft und praxisfern“. Der Tiroler ÖVP-Klubobmann Jakob Wolf wettert heute per Aussendung gegen eine von der Europäischen Union geplante Änderung der Europäischen Waffenrichtlinie. Die schärferen Bestimmungen sollen den Kampf gegen internationale Waffenschieber und den illegalen Waffenhandel unterstützen. Allerdings liegt im Kleingedruckten einiges an Sprengstoff aus Tiroler Perspektive.

Die EU möchte nämlich laut Jakob Wolf in Zukunft die bisher geltende Ausnahme für „mit Waffen befasste kulturelle und historische Einrichtung, die von dem Mitgliedstaat, in dessen Gebiet sie ansässig sind, als solche anerkannt sind“ aus dem Gesetz streichen. Auch historische und rein akustische Waffen würden damit in vollem Umfang meldepflichtig werden. Im Klartext: Auch die Schützen müssten ihre Waffen melden, obwohl sie nur mit Platzpatronen in die Luft schießen.

„Die Änderung ist gut gemeint, aber schlecht gemacht. Der von der Europäischen Kommission eingebrachte Vorschlag trifft die Falschen“, schimpft Wolf, „denn wie diese Richtlinienänderung im Kampf gegen illegale Waffenschieber helfen soll, ist mir völlig schleierhaft.“ Tiroler Vereine, wie Traditions- oder Sportschützen, würden „ins Mark getroffen“ und einmal mehr beweise die EU damit ihr fehlendes Fingerspitzengefühl, wenn es um die kulturhistorische Tradition einzelner Regionen gehe. Jetzt wollen ÖVP und Grüne im kommenden Mailandtag einen Dringlichkeitsantrag einbringen und das Thema sowohl auf Bundes- als auch auf EU-Ebene ins Blickfeld rücken.

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5 Postings bisher
genaugenommen vor 2 Jahren

Ich glaube die Brüsseler Bürokratie ist ein Aufbewahrungsort für junge Juristen die sich selbst beschäftigen müssen. Die hätten genug wichtige Aufgaben zu lösen --> Flüchtinge ec.. Sie werden leider von den unfähigen Politiker nicht richtig beschäftigt!!

haberg vor 2 Jahren

Wer es noch nicht weiss: Die Schützengewehre sind bereits im österreichischen Wafferegister gemeldet und registriert! Die EU greift hier in die falsche Schublade, weil sie ja alle keine Ahnung davon haben!!!! Nicht die legalen Schusswaffen sind ein Problem für die öffentliche Sicherheit, sondern nur die Illegalen! Glaubt ihr etwa, dass ein Terrorist seine Maschinenpistolen in einem öffentlichen Melderegister eintragen lässt??? Da könnt ihr weiter von warmen Eislutschern träumen!!!!!!

spitzeFeder vor 2 Jahren

Zitat: "Auch die Schützen müssten ihre Waffen melden, obwohl sie nur mit Platzpatronen in die Luft schießen."

Ich frage mich: *Könnte* man mit den Schützenbüchsen auch scharf schießen? Wer kann mich da aufklären?

    chiller336 vor 2 Jahren

    man könnte nicht nur, man kann.

      spitzeFeder vor 2 Jahren

      Aha. Dann erscheint mein oben angeführtes Zitat und die neue EU-Richtlinie ja gleich in einem etwas anderen Licht.