Österreichs Teilnehmerin Zoe Straub präsentiert sich in Stockholm den Medien. Foto: Anna Velikova

Österreichs Teilnehmerin Zoe Straub präsentiert sich in Stockholm den Medien. Foto: Anna Velikova

Ein Rück- und Ausblick auf den Songcontest

Musiker Markus Warscher über das alljährliche Musik-Megaevent.

Jedes Jahr wieder geht es im Mai darum, den besten europäischen Song zu finden und zu küren, heuer von 10. bis 14. Mai in Stockholm. Mich persönlich freut es sehr, dass der Titel dieser Veranstaltung „come together“ ist, was gerade in der schwierigen Situation Europas positiv ins Auge sticht! Jedes Jahr laufen auch gewisse „Nebenbewerbe“ bei dieser Musikveranstaltung, wie zum Beispiel: beste Musik, bester Text, bestes Outfit, beste Performance usw. Ich bin mir sicher, dass Österreich eine Kategorie immer für sich entscheiden würde, nämlich die Kategorie: kreative Künstler die nicht unbedingt Mainstream sind, pulsieren und denen man vielleicht auf den ersten Blick nicht viel zutraut!

Aber eher das Gegenteil ist der Fall. Als einfachstes Exempel nehme man Conchita Wurst, die den Song Contest 2014 gewann, obwohl sich dabei nicht jeder Österreicher wohlfühlte. Dies schaffte davor nur ein einziges Mal ein anderer österreichischer Künstler, nämlich im Jahr 1966. Es war kein geringerer als Udo Jürgens. Der im Jahr 2014 verstorbene Musiker war in unserer Kategorie aber eher ein ‚Normalo‘ (obwohl sein Privatleben alles andere als ruhig war), denn wenn man an den lieben Herrn Poier denkt, der im Jahr 2003 beim Eurovision Song Contest mit dem Lied „Weil der Mensch zählt“ an den Start ging, dabei eine skurrile Bühnenshow präsentierte und dann auch noch den 6. Platz belegte, sind die „Global Kryner“ – die sich mit Oberkrainersound, portugiesischem Text und agiler Performance zwar in die Herzen des deutschsprachigen Raums sangen, aber schon in der Zwischenrunde die Heimreise antreten mussten – schon wieder etwas seriös.

2012 versuchten zwei Jungs aus Oberösterreich ihr Glück. „Woki mit deim Popo“ war nicht die Verniedlichung eines asiatischen Kochzubehörs, sondern der Titel zu dem in Mundart verfassten Text. Mit nur acht Punkten gelang der Aufstieg in den Eurovisions-Himmel wieder nicht. Egal wie erfolgreich unsere Delegationen waren oder auch nicht, sie gaben ihr Bestes! Sie gaben ihr Bestes für Österreich – voll stolzer Söhne und Töchter!

Leider zeigte sich die Vorentscheidung des Öffentlichen Fernsehens in Österreich nicht immer von der Schokoladenseite. So erlebten wir schon, dass es gar keine Vorentscheidung gab, sondern der ORF bestimmte Künstler ohne größere Erklärung nominierte und leider mussten wir auch eine nicht wirklich einladende Abstimmung eines sozialen Mediums hinnehmen, die eine „Wildcard“ zur Entscheidung zuließ. Angetreten zu dieser Herausforderung ist Sara Koell. Anfangs mit viel Elan und Siegeswillen, doch als es zur Entscheidung kam, hatte man den Eindruck, dass irgendetwas falsch lief. Der hohe Vorsprung – erzielt durch „likes“ bei facebook – war plötzlich geschrumpft und zuletzt blieb nur Platz drei übrig.

Den Verdacht, „gekaufte Unterstützungsbekundungen“, konnte der ORF bis heute nicht entkräften. Sehr schade finde ich so etwas, zumal nicht nur Sara, sondern einige unserer Osttiroler Künstler das Zeug dazu hätten, internationale Bühnen zu rocken und der Welt zu zeigen, woher wir kommen und aus welchem Holz wir geschnitzt sind! Ich glaube an euch alle! Somit wünsche ich euch einen schönen Musik-Sommer und vor allem einen unterhaltsamen Eurovisions Song Contest!

Markus Warscher , Iselsberg

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