Die Landesförderungen für Bezirkskrankenhäuser sind unterschiedlich hoch. Andreas Köll fordert gleiches Geld für alle.

Die Landesförderungen für Bezirkskrankenhäuser sind unterschiedlich hoch. Andreas Köll fordert gleiches Geld für alle.

Ärztegehälter an Tirols Kliniken werden vereinheitlicht

Auf das BKH Lienz rollen beachtliche Kosten zu. Köll fordert gerechte Förderung.

Bisher schwer vergleichbar waren die Besoldungsschemata diverser Tiroler Kliniken. Während etwa die Ärzte der Uni-Klinik in Innsbruck Bundesbedienstete sind, gibt es auch drei Landeskliniken, das Ordensspital in Zams und die Bezirksspitäler, zu denen auch das BKH Lienz zählt.

„Gehaltssysteme, die in allen öffentlichen Krankenanstalten Tirols vergleichbar sind“, soll deshalb laut Landeshauptmann Günther Platter ein Grundsatzbeschluss der Tiroler Landesregierung bringen, der am 17. Mai gefasst wurde, nach langen und zähen Verhandlungen zwischen Spitalsbetreibern, Betriebsräten, Gewerkschaften und Ärztekammer. „Für gleiche Arbeit gibt es in Zukunft das gleiche Geld, gleichgültig ob am Landes- oder Bezirkskrankenhaus,“ erklärt Platter.

Zusätzlich 23,7 Millionen Euro kostet die Anpassung der Gehälter von ÄrztInnen und PflegerInnen an den drei Tiroler Landeskrankenhäusern. Die Bezirksspitäler ziehen bei den Gehaltserhöhungen mit, wobei die Hälfte der Zusatzkosten vom Land übernommen werden. „Das Land Tirol zahlt diesen sechs Krankenhäusern gleichzeitig für die drei kommenden Jahre, befristet also bis 2019, insgesamt 50 Prozent der Mehrkosten für die ÄrztInnen im neuen Vergütungssystem. Die Übernahme von jährlich 4,7 Millionen Euro erfolgt, wenn ab 2017 ein tirolweit einheitliches Gehaltssystem im ÄrztInnenbereich der öffentlichen Krankenanstalten eingeführt wird“, erklärt dazu der zuständige Landesrat Bernhard Tilg.

Der Matreier Bürgermeister Andreas Köll, der den Osttiroler Krankenhausverband leitet und an den Verhandlungen beteiligt war, verweist darauf, dass in den nächsten drei Jahren jeweils 1.350.000 Euro an zusätzlichen Kosten für ÄrztInnen-Gehälter für das BKH Lienz anfallen, von denen das Krankenhaus die Hälfte selbst stemmen muss. „Dazu kommen Mehrkosten von 520.000 Euro für andere Gesundheitsberufe, außerhalb der Ärzteschaft, zu denen das Land nichts beisteuert“, erklärt Köll.

Die gesamte Umstellung der Gehaltsschemata ist komplex. Neue Gehälter bedingen auch neue Verträge, es gibt teilweise Optionen auf einen Wechsel und Nachzahlungen für frühere Jahre, aber auch gesondert ausgehandelte Einmalzahlungen. Dennoch sind sich alle Verhandlungspartner einig im Applaus zur jetzt getroffenen Vereinbarung.

„Nach langen Verhandlungen ist dieser Durchbruch ein konstruktiver Weg. Ich gehe davon aus, dass bei der noch ausstehenden Urabstimmung der ÄrztInnen eine breite Zustimmung der Kollegenschaft vorliegen wird,“ meint etwa Ludwig Gruber, Kurienobmann Angestellte Ärzte der Tiroler Ärztekammer.

Und auch Köll sieht die Entwicklung auf einem richtigen Weg, mit einer Einschränkung: „Bei den Landesförderungen für die Spitäler gibt es immer noch eine grobe Ungleichbehandlung.“ Kufstein, St. Johann und Lienz seien etwa stark benachteiligt gegenüber anderen Bezirksspitälern und auch gegenüber dem Ordensspital in Zams. Hier will Köll in Abstimmung mit der Lienzer Bürgermeisterin Elisabeth Blanik auf dem Verhandlungstisch, im Landtag und wenn nötig im Gerichtssaal für mehr Gleichberechtigung bei der Verteilung von Fördergeld kämpfen.

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4 Postings bisher
Instinktivist vor 2 Jahren

@ holymoly, jemand der bis dato ca € 600000.- (oder mehr...) in einem staatsnahen Betrieb verdient hat, ist dafür wohl eher nicht der richtige Mann um hier die Gaen zu kürzen. Vielleicht finden sie ja jetzt leichter einen ärztlichen Direktor? Ich erhoffe mir eher, dass es nun leichter wird Ärzte nach Lienz zu bekommen weil die schlechte Bezahlung kein Gegenargument mehr ist.

    Macki vor 2 Jahren

    Aber nur villeicht, weil ja auch die anderen Krankhäuser besser zahlen.

Macki vor 2 Jahren

Darf eigentlich gesagt werden was genau "erreicht" wurde?

Die Ärzte müssen nun weniger arbeiten und verdienen gleichzeitig mehr! hm... Die Pflegekräfte erhalten im Vergleich nur 1/3 der Gehalsterhöhung der Ärzte, müssen jedoch gleich viel wie bisher arbeiten. hm...

Die Gemeindeverbände in Tirol stöhnen, weil massive Mehrkosten auf sie zukommen, gleichzeit wegen der Arbeitsreduktion neue Ärzte gesucht und erst mal gefunden werden müssen, die dann wiederum mehr Kosten verursachen werden. Der Weg Richtung TILAK scheint für alle früher oder später unausweichlich. (ohne damit sagen zu wollen, dass dies schlecht sein muss)

holymoly vor 2 Jahren

ich bin für offenlegung der primarärzte gehälter, die ja kaum 40 oder 38 stunden dafür arbeiten, eigene praxen betreiben und so auch noch ganz ordentlich verdienen; sie bekommen geld für betten, die alle .... die einfachsten leute ohne monsterbezüge .... mit finanzieren; hoffentlich hört auch dieser wahnsinn mit dem neuen kanzler kern dann auf; selbstbedienung auf kosten der allgemeinheit nennt man das und das wirklich arbeitende personal bekommt immer noch nicht sehr viel ..... auf geht's, bezahlung ohne leistung muss aufhören .... die politik hat das bisher auch noch unterstütz ... pfui