Hermann Weratschnig preist die Vorteile einer 5-Euro-Wohnung, Gerlinde Kieberl ist überzeugt. Foto: Die Grünen

Hermann Weratschnig preist die Vorteile einer 5-Euro-Wohnung, Gerlinde Kieberl ist überzeugt. Foto: Die Grünen

Wohnen in Lienz für fünf Euro Miete pro Quadratmeter?

Kieberl: Wohnmodell nach Schwazer Vorbild auch in Lienz denkbar
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Die Novelle zum Tiroler Raumordnungsgesetz (TROG) war Anlass für den stellvertretenden Landtagspräsidenten Hermann Weratschnig, in Lienz über neue Ansätze in der Raumordnung zu informieren, assistiert von Gemeinderätin Gerlinde Kieberl. Weratschnig war Chefverhandler der Grünen im Vorfeld der Novellierung und sieht das TROG als wichtiges Instrument für die Gemeinden.Er selbst ist auch Gemeinderat in Schwaz und nutzte die Gelegenheit, um ein dort brandaktuelles Wohnmodell vorzustellen: „In Schwaz haben wir das 5-Euro-Wohnen bereits verwirklicht und das Feedback ist sehr positiv“. 2017 werde das erste Projekt dieser Art abgeschlossen.

„Der springende Punkt des Modells ist, dass die Miete inklusive Nebenkosten den Betrag von fünf Euro nicht übersteigt. Möglich wird das durch dichte Bebauung, mindestens drei Stockwerke hoch, und das Einsparen von Autoabstellplätzen“, erklärt Gerlinde Kieberl. Sie ist zuversichtlich, dass das Modell auch in Lienz umgesetzt werden könnte.

Aktuell suchen laut Kieberl bei der Stadt Lienz ca. 300 Personen um eine günstige Mietwohnung an, herkömmlicher Wohnbau, wie er von den Genossenschaften praktiziert wird, sei für viele zu teuer. Zudem würden immer mehr Flächen dadurch versiegelt. „Auf jeden Fall ist eine Verdichtung im städtischen Bereich besser, als immer weiter neues Freiland zu versiegeln, um dort Einfamilienhäuser zu errichten“, so Weratschnig.

Kieberl sieht weitere Vorteile: „Beim Projekt 5-Euro-Wohnen wird nicht nur auf Barrierefreiheit, sondern auch auf eine seniorgerechte Bauweise geachtet. Das bedeutet, dass die Menschen länger in den eigenen vier Wänden wohnen und dort gepflegt werden können. Der Umzug ins kostspielige Pflegeheim kann um Jahre verzögert werden. Auch das ist für viele Interessierte ein entscheidender Punkt.“

Das Modell sehe vor, dass 15 Prozent der entstehenden Wohnungen vom Land vergeben werden können, um eine gesunde Durchmischung zu ermöglichen.

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3 Postings bisher
frin vor 1 Jahr

Wohnen in Lienz ist sehr teuer geworden, es ist schlimm das die aktuellen Neubauten um die 3000€ / m2 kosten, noch schrecklicher das hier Leute zugreifen und mehr wie die Hälfte des Nettoeinkommens in die Miete stecken.

Egal ob Enzianfeld, Solux, oder die aktuellsten Neubauprojekte der Frieden wie soll das die Auswanderung stoppen? Wieso geben doch einige Lienzer für "kleine" Wohnungen so viel aus?, denn vergeben sind sie häufig schnell.

Auf der einen Seite niedrige Löhne, auf der anderen Seite nicht mehr bezahlbare Wohnungen und sinkende Einwohnerzahlen. Schaut man ein paar km weiter nach Villach, Klagenfurt, Graz wo es die meisten hinzieht verwundert das nicht. Löhne um einiges höher, m² Preise niedriger.

Außerdem finde ich es nicht in Ordnung an wen Lienz so alles die günstigen, geförderten Wohnungen vergibt. Diese Wohnungen sind meiner Meinung nach für junge Familien da und nicht für Touristen und geldige Pensionisten welche mit irgendwelchen Tricks sich günstigst Ferienwohnungen erschleichen bzw. durch Bekanntschaften ala "mach ma schon" den Zuschlag erhalten wo auf der anderen Seite viele Lienzer auf diese Wohnung warten. In meinem Block ist eine tolle geförderte Wohnung schon seit Jahren fast das ganze Jahr unbewohnt, wird von einem Hamburger nur im Winter benutzt (Wohnung wurde von der Stadt vergeben) --> widerspricht jeglicher gesetzlicher Grundlage da aber nicht kontrolliert wird ist dies sicher nicht der einzige Fall. In der Andreas Hofer Straße ist direkt neben meiner Mutter ebenfalls schon seit Jahren eine freie billige Wohnung. Immer mehr Wohnung stehen leer, aber dafür wird immer mehr teuer gebaut. Eine 300 Personen Liste bestätigt nicht nur meine eigene Erfahrung, sondern weist auf ein konkretes Problem hin.

Seit 20 Jahren haben sich die Einwohnerzahlen in Lienz kaum verändert, aber es wird immer mehr gebaut, anstatt leere Wohnungen ausfindig zu machen und eine Lösung zu finden.

F_Z vor 1 Jahr

Hm, das mit den Stellplätzen ist eine super Lösung *Ironie aus* In Schwaz wurden 18 Wohnungen mit 14 Stellplätzen errichtet. In Lienz müssten für die selben 18 Wohnungen 32 Stellpätze errichtet werden <- so ich die Lienzer Stellplatzverordnung richtig lese. Aber es gibt da sicher auch Gleiche und Gleichere... Übrigens muß man die Stellplätze in Schwaz extra mieten - die sind in den 5€/m² nicht eingerechnet.

chiller336 vor 1 Jahr

also mir is neu, dass neu errichtete billigwohnungen um 5 euro pro m² den boden weniger versiegeln als genossenschaftswohnungen. und die ausred mit den autoabstellplätzen is wieder typisch grün ... dafür gibts von mir die rote karte obwohl die idee an und für sich sehr gut ist