"Mister Bartgeier" Michael Knollseisen und die Salzburger Landesrätin Astrid Rössler (Grüne) verabschieden Lucky und Charlie. Für die beiden beginnt das Abenteuer Freiheit im Nationalpark Hohe Tauern. Foto: NPHT

"Mister Bartgeier" Michael Knollseisen und die Salzburger Landesrätin Astrid Rössler (Grüne) verabschieden Lucky und Charlie. Für die beiden beginnt das Abenteuer Freiheit im Nationalpark Hohe Tauern. Foto: NPHT

Bartgeier-Jubiläum mit Lucky und Charlie

Seit 30 Jahren werden im Nationalpark Hohe Tauern Geier ausgewildert. Mit großem Erfolg.

1986 wurden im Nationalpark Hohe Tauern die ersten Bartgeier ausgewildert. 30 Jahre später starteten am 24. Juni Lucky und Charlie im Untersulzbachtal in das Abenteuer Freiheit, symbolisch für ein Erfolgsprojekt mit europäischer Dimension. „Bartgeier kennen keine von Menschen gezogenen Grenzen. Dieses Projekt ist ein ausgezeichnetes Beispiel für nationalen und internationalen Natur- und Artenschutz. Über Jahrzehnte haben sich engagierte Persönlichkeiten und Schutzgebiete ganz den Bartgeiern verschrieben und alle – oftmals gedanklichen – Barrieren gelöst“, erklärte Astrid Rössler, stellvertretende Landeshauptfrau von Salzburg auch im Namen der Verantwortlichen in Kärnten und Tirol.

Lucky wird von den Österreichischen Lotterien gesponsert, Charlies Patin ist die Schauspielerin Lilian Klebow. Die jungen Bartgeier, ein Männchen und ein Weibchen, stammen aus dem Tierpark Friedrichsfelde Berlin. Durch die Markierung, Beringung und Besenderung der Jungvögel werden Daten und Erkenntnisse über die Bartgeier gesammelt. Die Jungvögel werden erst in ein paar Wochen flügge und bis dahin von Bartgeierbetreuern an ihre neue Freiheit gewöhnt.

In dieser Zeit können interessierte Nationalpark-Besucher an einem Beobachtungsstand im Untersulzbachtal, Gemeinde Neukirchen am Großvenediger, ihr Aufwachsen beobachten. Die Beobachtungsstation liegt bei der Aschamalm und ist in ca. vier Stunden zu Fuß ab dem Taleingang des Untersulzbachtals zu erreichen. Die Besucher können den Anmarschweg durch die Nutzung eines Nationalparktaxis bis zur Stockeralm auf eine Stunde reduzieren.

222 Bartgeier wurden seit 1986 ausgewildert. Der Bestand entwickelt sich positiv. Im Alpenraum leben rund 230 bis 250 Vögel. Die Naturschützer freut besonders die Zahl der in freier Wildbahn geschlüpften Junggeier. 1997 flog in Hochsavoyen der erste junge Bartgeier aus und seitdem gilt der Bartgeier in den Alpen wieder als Brutvogel. Im Vorjahr flogen alpenweit bereits 20 Junggeier aus, die Zahl der im Freiland geborenen Tiere stieg auf insgesamt 148 Junggeier an.

Sie möchten wissen, wie eine Bartgeier-Auswilderung vor sich geht? 2014 hat Dolomitenstadt-Kameramann Peter Werlberger zwei Nationalpark-Ranger mit der Kamera im Osttiroler Debanttal begleitet und diese Kurzdoku gedreht:

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