Medizinstudent Benedikt Hofer erhielt für eine wissenschaftliche Glanztat den DFK-Förderpreis. Foto: MUI

Medizinstudent Benedikt Hofer erhielt für eine wissenschaftliche Glanztat den DFK-Förderpreis. Foto: MUI

Osttiroler Student erfand „Viren mit Sicherheitsschalter“

Benedikt Hofer erhielt DFK-Förderpreis für wichtigen Beitrag zur Krebstherapie.

Benedikt Hofer studiert mit fast 2.800 angehenden Jungmedizinerinnen und -medizinern an der Universität Innsbruck und hat geschafft, was nur ganz wenigen gelingt: Er ragt aus der Masse des Medizinernachwuchses durch Leistungen heraus, die am 1. Juli mit dem DFK-Studienförderpreis gewürdigt wurden. Den Preis vergibt der „Deutsche Freundeskreis der Universität Innsbruck“, der sich in diesem Jahr für Hofer entschied, weil der junge Mann im Rahmen seiner Diplomarbeit etwas Erstaunliches erfand: Viren mit Sicherheitsschalter!

Hofer schrieb die wissenschaftliche Arbeit an der Sektion für Virologie der Medizinischen Universität Innsbruck. Hier forscht die Arbeitsgruppe unter der Leitung von Dorothee Holm-von Laer an neuen Krebstherapien und innovativen Biotherapeutika. Von der Professorin kam auch die Idee für ein regulierbares RNA-Virus, wie Hofers Kreation korrekt heißt. Die Biochemikerin Lisa Egerer leistete technologische Unterstützung bei der Umsetzung des wissenschaftlichen Projekts, das man laienhaft vielleicht so erklären könnte: therapeutische RNA-Viren können unter bestimmten Umständen Tumorzellen zerstören. Das Problem: sie können auch außer Kontrolle geraten, den Patienten schädigen oder andere Menschen anstecken. Hier greift der von Hofer mitentwickelte biochemische „Sicherheitsschalter“.

Die Viren, die Benedikt Hofer im Rahmen seiner Diplomarbeit erzeugte, können sich nicht ohne medikamentöse Unterstützung weiter entwickeln. Nur in Kombination mit einem bestimmten Medikament vervielfachen sie sich. Setzt man das Medikament ab, schaltet man buchstäblich auch die Viren ab. Sie zerstören sich selbst und lassen den Patienten unversehrt zurück.

Wer jetzt glaubt, dass diese Entdeckung des jungen Lienzers nur im studentischen Reagenzgläschen relevant ist, sollte sich die folgenden Zeilen aus der offiziellen Presseaussendung zu diesem Erfolg auf der Zunge zergehen lassen: „Die Erfindungsmeldung ist bereits erfolgt und das geistige Eigentum liegt derzeit bei der Medizinischen Universität Innsbruck. Die Vermarktung wird die in Innsbruck ansässige Biotech-Firma ViraTherapeutics (ViraT) übernehmen. Der Wert der Erfindung wird im mindestens dreistelligen Millionen-Euro-Bereich geschätzt.“ Nicht schlecht für eine Diplomarbeit, oder?

Das dachten auch die Juroren des DFK. Hofer begann im Oktober 2011 sein Medizinstudium an der Medizinischen Universität Innsbruck. Er absolvierte bisher alle drei Diplomprüfungen mit ausgezeichnetem Erfolg. Durch den Preis des Deutschen Freundeskreises möchte er sich entweder einen Studien-Aufenthalt am Smilow Cancer Center in den USA oder am Ottawa Hospital in Kanada finanzieren. Wir gratulieren herzlich!

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2 Postings bisher
peter raneburger vor 1 Jahr

genialität ist, wenn man denkt "das hätte ich doch auch wissen/machen können" . ganz großes kino, benedikt . respekt . lg peter

Churchill vor 1 Jahr

Respekt!