Im Schatten der Obstbäume wurde ausgewertet und die Spannung stieg. Wird die geforderte Punktezahl von 17 erreicht? Es wurden schließlich 24 Punkte und damit war klar: der Garten ist und wird ausgezeichnet!

Im Schatten der Obstbäume wurde ausgewertet und die Spannung stieg. Wird die geforderte Punktezahl von 17 erreicht? Es wurden schließlich 24 Punkte und damit war klar: der Garten ist und wird ausgezeichnet!

Ein naturnaher Garten als Lebensraum und Lebenshilfe

In Nußdorf-Debant wurde ein ganz besonderer Selbsternte-Garten begutachtet.

Der naturnahe Selbsterntegarten in Nußdorf-Debant ist ein besonderes Stück Gartenkultur, dessen Schöpferinnen und Schöpfer am 18. Juli einen spannenden Tag hatten. Landschaftsarchitekt Gerald Altenweisl schaute zu einer Begehung vorbei, um anhand eines Kriterienkataloges zu überprüfen, ob dieser Grünraum die Auszeichnung „Natur im Garten“ verdient. Wir waren dabei.

Seit sieben Jahren betreut Bernadette Oberhuber, Assistentin der Lebenshilfe Lienz und Kräuterpädagogin, das Projekt der Arbeitsorientierung „Freiraum Garten“. Es bietet den in der Lebenshilfe begleiteten Menschen die Möglichkeit, ohne Produktionszwang und Leistungsdruck in ihrem eigenem Tempo zu arbeiten. Mit viel Einsatz und Experimentierfreude aller wurde ein naturnaher Garten geschaffen, den Gerald Altenweisl vom Team des Forums „Blühendes Tirol“ genau unter die Lupe nahm.

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Bernadette Oberhuber (links), Assistentin der Lebenshilfe Lienz und Kräuterpädagogin, führte Gerald Altenweisl gemeinsam mit Anita Ceklan durch den naturnahen Garten.

Die Initiative „Tirol blüht – Natur im Garten“ vom Tiroler Bildungsforum (TBF) möchte ein Bewusstsein für naturnahe und vielfältig gestaltete Gärten schaffen, die nicht nur dem Menschen, sondern auch Pflanzen und Tieren Lebensraum bieten. Anita Ceklan führte den Landschaftsarchitekten durch den Garten und schnell wurde klar, dass hier weit mehr als nur die Kernkriterien erfüllt werden – dazu gehört der Verzicht auf Pestizide, synthetischen Dünger und Torf. Alles was beim biologischem Landbau erlaubt ist, ist auch im Garten erlaubt. Gedüngt wird hier ausschließlich mit Kompost und Brennnesseljauche, außerdem werden die Beete in Mischkultur angelegt und sogar gemulcht.

Bei der Bewertung spielen aber auch Naturgartenelemente und die Gartengestaltung eine wesentliche Rolle. Hier punktet der Selbsterntegarten mit Hügelbeeten voller Gemüsepflanzen und blühenden Blumen, zwei Vogelhäuschen und verkehrt an den Bäumen hängenden Blumentöpfen als Nützlingsunterkünfte. Für einen gemütlichen Sitzbereich ist gesorgt und  auch das Kriterium „Wildes Eck“ wird erfüllt. Galt früher ein Stück nicht gemähte Wiese als ungepflegt, weiß man heute um deren große Bedeutung und freut sich, dass ein Trend hin zur Natur spürbar und sichtbar ist.

Am Ende warteten alle gespannt auf die Punktevergabe. Um sich die Plakette zur verdienen, müssen mindestens 17 Punkte der Kriterien-Checkliste erfüllt werden. Der Selbsterntegarten erhielt 24 Punkte! Auch Gerald Altenweisl war begeistert und gratulierte. Die Plakette wird dem Team rund um Bernadette Oberhuber im Herbst oder Frühjahr im feierlichen Rahmen in Innsbruck überreicht. Das naturnah gewachsene Gemüse kann natürlich schon jetzt von jedermann selbst geerntet werden!

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Von links: Marlies Presser (Einrichtungsleitung), Robert Gruber, Bernadette Oberhuber (Assistenz), Manuel Kofler-Hofer, Martin Lercher (Zivildiener), DI Gerald Altenweisl, Anita Ceklan und ganz vorne Carina Jungmann. Fotos: Dolomitenstadt/Evelin Gander

Leitspruch von Bernadette Oberhuber: „Ein Garten ist für Sehende und nicht für Schauende“

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3 Postings bisher
raimatt vor 1 Jahr

Dieser Garten hat in der Vergangenheit mit Sicherheit sehr viel zum Blühen gebracht und damit mein ich nicht nur die Pflanzen die dort mit viel Schweiß, Begeisterung und Liebe angesetzt und gepflegt wurden, leider wird das in der Zukunft anders aussehen, da dort wieder ein Projekt von einer Siedlungsgenossenschaft geplant ist. Es wird also gar nicht mehr lange dauern bis dort wieder mal in Rekordzeit Wohnraum geschaffen wird.........aber vielleicht bekommt der Wohnbau dann auch eine begutachtung, nötig hätte der Bau das bestimmt wenn man sich die ganzen Mängel bei den neuen Wohnungen beim Interspar so ansieht.....

Sophie vor 1 Jahr

Sehr gutes Projekt! Es braucht natürliche Gemüse- und Blumen-Gärten wie diese, auch für Bienen, Igel, usw. Doch leider wurde, wie mir jemand berichtet hat, dieses Grundstück von den neuen Besitzern schon an die OSG verkauft...

Unholder0815 vor 1 Jahr

Sehr gutes Projekt!!! Mein Kompliment an Alle Beteiligten. Gute und Sinnvolle Arbeit.