Ein Dankeschön für den unermüdlichen Ofenbauer Erich Pacher. Von links: Mohammad, Quartiergeberin Andrea Miglar-Tschapeller, Alijan, Betreuer Egon Wibmer und Maurer Lukas Pacher.

Ein Dankeschön für den unermüdlichen Ofenbauer Erich Pacher. Von links: Mohammad, Quartiergeberin Andrea Miglar-Tschapeller, Alijan, Betreuer Egon Wibmer und Maurer Lukas Pacher.

Dölsach: Duftendes Fladenbrot und junge Sprachtalente

Jugendliche Flüchtlinge und ehrenamtliche Helfer leben Integration.

Das gemauerte Bauwerk im Garten des Tschapeller-Hauses in Dölsach einfach einen „Ofen“ zu nennen, wäre eine Untertreibung. Bemalt von Hubert Begher, ist es ein Kunstwerk geworden, das Maurer Lukas Pacher, assistiert von den jugendlichen Hausbewohnern, in mehr als 200 ehrenamtlichen Arbeitsstunden aufgebaut hat. Die Kosten für das gesamte Baumaterial übernahm die Baufirma Bodner. Weitere Osttiroler Betriebe halfen mit Sachleistungen.

Den fleißigen Pensionisten und sein Projekt haben wir bereits vorgestellt. Pacher baute den Ofen für Jugendliche, die ohne Begleitung vor dem Krieg in ihren Heimatländern fliehen mussten und in Dölsach ein sicheres Quartier fanden.

Vergangene Woche luden die jungen Asylwerber gemeinsam mit ihren Betreuern vom SOS Kinderdorf und Hausherrin Andrea Miglar-Tschapeller zur Fladenbrot-Verkostung und zeigten, dass soziales Engagement nicht nur gut tut, sondern auch gut schmeckt. Es wurde ein nicht nur kulinarisch beeindruckender Nachmittag. Viktor Trager, Pressesprecher von SOS-Kinderdorf, holte die jungen Männer nämlich der Reihe nach vor das Mikrophon.

Zur Zeit leben 14 Jugendliche im Tschapeller-Haus, zehn kommen aus Afhganistan, drei aus Somalia, ein junger Mann stammt aus Albanien. Alle gehen in die Schule oder nehmen am verpflichtenden Deutschunterricht teil. Das Ergebnis war deutlich hörbar. Die Jugendlichen bewiesen, dass wenige Monate für große Fortschritte ausreichen können und erzählten ihren Gästen in verblüffend gutem Deutsch von Erfahrungen im Alltag und ihren Zukunftsplänen.

Das Quartier in Dölsach ist ein schönes Beispiel für vielversprechende Integrationsarbeit. Guido Fuss, Leiter von SOS-Kinderdorf Osttirol und Egon Wibmer als Leiter der Wohngemeinschaft informierten über die aktuelle Situation und die überwiegend positive Vernetzung und Zusammenarbeit mit Gemeinde und Bevölkerung. Fast alle Jugendlichen sind bereits bei lokalen Sportvereinen aktiv, beim Fußball, Volleyball oder Kickboxen.

Natürlich war jener Moment der Höhepunkt des Nachmittags, als die ersten duftenden Fladen aus dem Backofen geholt wurden. Sie gingen weg wie die sprichwörtlichen warmen Semmeln. Dazu gab es Harisser Butter, eine arabische Spezialität, Hummus-Aufstrich, einen Eintopf und Kuchen. Beim gemütlichen Miteinander ergaben sich persönliche Gespräche und Begegnungen, wohl die beste Möglichkeit, Bedenken oder Vorurteile zu überwinden und spannende neue Erfahrungen zu machen.

Slideshow: Marco Leiter

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