Red Bull-Team gewinnt Dolomitenmann 2016 in Lienz

Mit drei Klassensiegen souverän zum Gesamtsieg der Extremstafette.

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Werner Grissmann konzentriert sich auf den Einsatz der Waffe, die ihm Christian Pramstaller geladen übergibt. Wird der Startschuss gelingen? Luki Schmidleitner geht derweil schon einmal in Deckung. Foto: Expa/Groder

Es gibt Naturgesetze für den Dolomitenmann. Zum Beispiel, dass das Wetter hält. Oder dass der Werner schießt. Und dann natürlich, dass keiner Petro Mamu auf dem Weg zum Kühbodentörl einholen wird. Das war auch heuer so. Der kleine Mann aus Eritrea blieb mit 1:21:34 zwar über seinem Streckenrekord, holte aber dennoch leichtfüßig die Laufwertung für das Kleine Zeitung-Panaceo-Team und schickte Paragleiter Lorenz Peer in die Lüfte.

Red Bull-Bergläufer Anton Palzer verlor als Zweiter drei Minuten auf den überragenden Afrikaner, was verhältnismäßig wenig Zeit ist, besonders wenn der nächste in der Stafette Paul Guschlbauer heißt. Guschlbauer ist ein Dolomitenmann-Überflieger, der bis zur Zwischenlandung auf der Moosalm auch tatsächlich zwei der drei Minuten aufgeholt hatte und Lorenz Peer bereits auf den Fersen war.

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Paul Guschlbauer, der Schnellste in der Luft, hatte auf der Moosalm bereits zwei Minuten auf den Führenden gut gemacht.

Dritter beim Berglauf wurde der Südtiroler Philipp Götsch von Pure Encapsulations, der an Paragleiter Aaron Durogati übergab. Durogati, der Weltcup- und X-Alps-Erfolge vorweisen kann, machte bis zur Übergabe einen Platz gut und landete als Zweiter vor tausenden begeisterten Zuschauern im Dolomitenstadion Lienz. Stand des Rennens dort nach knapp zwei Stunden: Red Bull, Pure Encapsulations, Kleine Zeitung.

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Aaron Durogati zeigt, dass man als Sprinter sogar mit einem Fallschirm im Schlepptau gute Figur machen kann.
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Kristian Hynek nahm im Dolomitenstadion als Dritter seinen Part in Angriff und begann die Jagd auf Alban Lakata.

Der führende Flieger Paul Guschlbauer klatschte mit Mehrfach-Weltmeister Alban Lakata ab, dem Lokalmatador auf dem Mountainbike. Nur 15 Sekunden trennten den Red Bull-Athleten vom Zweitplatzierten Markus Kaufmann. Und Lakata wusste, dass nicht allzu weit dahinter mit Kristian Hynek sein ewiger Konkurrent und Vorjahressieger als Drittplatzierter auf den Sattel des Drahtesels stieg. Vorerst lieferte sich der Lienzer aber mit Markus Kaufmann von Pure Encapsulations ein Kopf-an-Kopf-Rennen Richtung Hochsteinkreuz.

Doch es kam auch hier fast so, wie es kommen musste. Hynek schob sich Tritt um Tritt an die Führenden heran und schließlich auch an ihnen vorbei. Beim Hochsteinkreuz lag der Tscheche im Team der Kleinen Zeitung bereits um ca. 25 Sekunden vor Lakata, den etwa 30 Sekunden von Kaufmann trennten. Von nun an ging's bergab. Über den Liveticker des Dolomitenmann-Teams kam zu diesem Zeitpunkt die gute Nachricht: „Der letzte Paragleitpilot ist soeben gesund im Dolomitenstadion gelandet!“

Nach einer Verletzung im Training atmeten alle auf. Gefährlich blieb aber auch der Rest des Rennens, denn Hynek und Lakata schenkten sich Downhill über die steile H2000 definitiv nichts außer Fersengeld. Mit einem Husarenritt kaufte Lakata seinem Bike-Kumpel vor der Moosalm wieder die Führung ab. Markus Kaufmann hatte bei diesem Höllentempo als Dritter nur noch eine Statistenrolle.

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Mit einem Husarenritt holte Alban Lakata bei der Abfahrt vom Hochstein die Führung für das Red Bull-Team zurück. Foto: Marco Leiter

Derweil füllte sich das Drauufer bei Amlach bis ins Unterholz der Böschung mit Zuschauern, die eine der spektakulärsten Szenen der Stafette nicht versäumen wollten: den 7-Meter-Kajaksprung ins Flusswasser. Wer würde ihn als erster wagen?

Jubel brandete auf, als klar wurde, dass der „Albanator“ nichts hatte anbrennen lassen, außer vielleicht die Bremsen seines Bikes! Lakata hatte Downhill auf Hynek sogar 26 Sekunden Vorsprung herausgefahren.

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Harald Hudetz beim Köpfler mit Boot in die Drau. Er sprang als Erster und ließ sich die Führung nicht mehr abjagen.

Nicht viel, aber ein gutes Startkapital für den letzten im Bunde des Red Bull-Teams, Kajakprofi Harald Hudetz, mit bislang sieben Siegen auch ein Dominator der Extremstafette. Und Hudetz ritt im Eiltempo auf den Wellen Richtung Lienz. Manuel Filzwieser vom Team Kleine Zeitung tat sein Bestes, verlor aber im Slalom Terrain und lag schnell eine Minute zurück.

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Manuel Filzwieser ruderte nach Kräften, aber am Ende musste er auch Gerhard Schmid ziehen lassen und landete mit dem Team Kleine Zeitung Panaceo auf Platz drei.

Zwei Minuten Rückstand hatte die drittplatzierte Staffel von Pure Encapsulations bei der Übergabe an den Wassersportler, an vierter Stelle kämpfte die Truppe von Vita Life mit etwa fünf Minuten Abstand auf die Führenden. Alle anderen waren bereits weit abgeschlagen.

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Trotz frischer Wassertemperatur kamen die Kanuten bis zum Hauptplatz ins Schwitzen. Sieg mit viel Vorsprung und letzter Kraft für Harald Hudetz und das Red Bull-Team.

Und Hudetz wurde seinem Ruf gerecht. Er holte mit einer souveränen Leistung im extrem anstrengenden Wildwasserbewerb den Titel für sein Red Bull Team. Dem kräfteraubenden Endspurt gegen den Iselfluss zollte auf den letzten Metern auch Manuel Filzwieser Tribut. Er musste den exzellent paddelnden Gerhard Schmid von Pure Encapsulations ziehen lassen.

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2016 sind sie die „Härtesten unter der Sonne“. Von links: Alban Lakata, Anton Palzer, Harald Hudetz und Paul Guschlbauer. Foto: Red Bull Content Pool/Platzer

Hier sind die Ergebnisse des Dolomitenmanns 2016 auf einen Blick:

– Gesamtergebnis
Berglauf
Paragleiten
Mountainbike
Kajak

–> Der Dolomitenmann 2016 auf dolomitenstadt.at

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1 Posting bisher
eva vor 11 Monaten

Veranstaltungen wie diese sind super und sehr wichtig für die Stadt.

Ein herzliches Dankeschön an die Familie Grissmann und ihre zahlreichen Helfer!

ABER:

Leider schaut es am Morgen danach nicht mehr so toll in der Lienzer Innenstadt aus. Bei einem Morgenspaziergang musste ich heute aufpassen um nicht in Erbrochenes, Exkremente, Glasscherben oder ähnliches zu treten. Überall liegen Zigarettenstummeln, leere Becher oder Bierflaschen herum - die fleissigen Helferleins der Stadtgemeinde sind schon sehr aktiv - aber auch die Anrainer haben bestimmt noch viel zu putzen bis es wieder ordentlich aussieht.

Ich finde es sehr traurig dass die Besucher solcher Veranstaltungen einen derartigen Müllberg hinterlassen müssen - leider typisch für unsere Zeit .....