Bäuerinnen aus Süd- und Osttirol treffen sich regelmäßig "um über den Tellerrand zu schauen". Ganz links im Bild Bezirksbäuerin Michaela Pitterl. Foto: Dolomitenstadt/Gander

Bäuerinnen aus Süd- und Osttirol treffen sich regelmäßig "um über den Tellerrand zu schauen". Ganz links im Bild Bezirksbäuerin Michaela Pitterl. Foto: Dolomitenstadt/Gander

Grenzüberschreitend: Frauenpower auf dem Land

Alljährlich treffen sich Bäuerinnen aus Ost- und Südtirol zum Erfahrungsaustausch.

Das 13. Treffen dieser Art fand am Freitag, 9. September im Bezirk Lienz statt. Neben Erfahrungs- und Ideenaustausch standen heuer eine Stadtführung durch Lienz und ein Besuch beim Peischlerwirt auf dem Programm. „Diese Treffen sind wichtig. Wir müssen über den Tellerrand schauen, um zu sehen, wie es die anderen machen. Nur so können wir lernen und bekommen Weitblick,“ fasst Bezirksbäuerin Michaela Pitterl aus Heinfels die Motivation für den Erfahrungsaustausch zusammen. Aus dem selben Grund machen die Bäuerinnen mehrere Lehrfahrten pro Jahr und organisieren gemeinsam mit dem Lfi Fortbildungsveranstaltungen mit dem Ziel, konkretes Wissen und Persönlichkeitsbildung zu vermitteln.

„Das beginnt bei der Frage, wer überhaupt eine Bäuerin ist? Eine Frau mit ein paar Hennen und einem Garten fühlt sich oft der Landwirtschaft mehr verbunden, als manche Ehefrau eines Ackerbauern,“ meint Michaela Pitterl und freut sich, dass die Fortbildungsangebote mittlerweile gerne von „Nicht-Bäuerinnen“ angenommen werden. Weiterbildung, Kinderbetreuung, der Generationskonflikt und der Wert regionaler Lebensmittel – das seien doch Kernthemen, die nicht nur Frauen in der Landwirtschaft beträfen.

Im Gegensatz zu Südtirol sind die Bäuerinnen-Organisationen in Österreich nicht Teil des Bauernbundes – und damit nicht automatisch Teil der ÖVP – sondern über die Landwirtschaftskammer organisiert. In Osttirol gibt es neben der Bezirksbäuerin sechs Gebiets- und 35 Ortsbäuerinnen. Die Frauen verstehen sich als Netzwerkerinnen für die Entwicklung von Menschen, Gruppen und Organisationen in der Landwirtschaft und im ländlichen Raum. Und sie werden sich auch im kommenden Jahr wieder mit ihren Südtiroler Kolleginnen zum Erfahrungsaustausch treffen. Dann jenseits der Grenze.

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1 Posting bisher
Unholder0815 vor 1 Jahr

Schöner Kaffeeklatsch gratuliere!!! Sicherlich von einigen "Organisationen" gefördert. Ich sehe da kein Schild " nein zu Titip oder Ceta" Oder lese etwas über den skandalösen Milchpreis!!! Die Welt der Bäuerinnen in Ost und Südtirol mit ein paar Hühnern in ihrem Gemüsegarten scheint ja vollkommen in Ordnung zu sein.