„Weil es einfach schön ist bei uns“

Dominik Huber studiert in Innsbruck und verbringt seine Wochenenden gern in Osttirol.

Dominik Huber ist 21 Jahre alt, kommt ursprünglich aus Heinfels und studiert am MCI in Innsbruck. Lisa Klammer hat ihn getroffen und interviewt.

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Dominik Huber, gezeichnet von Linda Steiner.

Was studierst du?
Ich studiere seit zwei Semestern Lebensmittel- und Rohstofftechnologie am MCI in Innsbruck.

Wie lang dauert dein Studium?
Das Bachelorstudium dauert drei Jahre, also sechs Semester. Wenn ich dies noch ausbauen möchte, könnte ich weitere vier Semester im Masterstudium studieren, aber da muss ich erst schauen, wie es sich entwickelt.

Wie würdest du dein Studium in drei Worten beschreiben?
Interessant, vielseitig und zeitintensiv.

Was gefällt dir an deinem Studium besonders?
Ich kann mich viel mit Naturwissenschaften beschäftigen, außerdem kann ich in verschiedenen Laboren mitarbeiten und so mein Wissen in die Praxis umsetzen.

Gab es für dein Studium ein Aufnahmeverfahren?
Ja. Zuerst gab es ein mündliches Aufnahmeverfahren, also ein Gespräch, bei dem der Vorstand anwesend war. Dabei wurden diverse Fragen über das Studium gestellt, aber auch Fragen, die nichts damit zu tun hatten. Wie zum Beispiel: „Übernimmst du gerne die Führung bei einer Bergtour?“ – Danach kam eine schriftliche Aufnahmeprüfung. Dabei wurden verschiedene Themen aus Chemie, Mathematik, Physik und Englisch behandelt, die ich aber eigentlich schon bei meiner Matura gelernt habe.

Wieso hast du dich für Innsbruck entschieden?
Ich habe mich nach naturwissenschaftlichen Studien umgeschaut und dabei habe ich mich für mein jetziges Studium entschieden. Zwar gäbe es dieses Studium auch in anderen Städten in Österreich, wie zum Beispiel in Wien, aber ich bin eher ein ländlicher Mensch. Klar ist Innsbruck eine große Stadt im Vergleich zu Osttirol, aber trotzdem hat mich Innsbruck einfach mehr angesprochen. Außerdem sind viele meiner Freunde in Innsbruck und meine Schwester ist auch dort. Ausschlaggebend war eigentlich die Umgebung und die Nähe zu Osttirol.

Wie war der Abschied von Osttirol und der Schritt in ein neues, selbständiges Leben für dich?
Eigentlich war dieser Schritt nicht schwierig für mich, weil ich gewusst habe, dass ich jedes Wochenende wieder nach Hause fahren kann. Dann war der Abschied sozusagen nur für ein paar Tage. Sicherlich war es für mich etwas Neues, aber dieser Schritt war nicht schwer für mich.

Hast du schnell Anschluss in der neuen Stadt gefunden oder war es für dich schwer neue Freunde zu finden?
Nein, das ist mir leicht gefallen. Das hätte ich mir aber nie erwartet. Dadurch, dass ich auf einer Fachhochschule studiere, ist es eigentlich wie in einer Schule mit Klassen. In meiner Klasse sind 30 Personen und da man fünf Tage pro Woche gemeinsame Kurse hat, lernt man schneller Freunde kennen und unser Klassenklima ist sehr positiv. Das ist sicher ein Vorteil einer Fachhochschule, weil ich mir vorstellen kann, dass es nicht so leicht ist, Anschluss zu finden, in einem Studium mit 500 Studierenden.

Hast du schon Vorstellungen, wie dein beruflicher Weg nach deinem Studium aussehen wird?
Eigentlich bin ich mir noch nicht sicher, weil es so viel Auswahl gibt und mich vieles interessiert. Vielleicht studiere ich noch etwas ganz anderes nach diesem Bachelorstudium, das ist alles noch offen.

Hast du noch einen starken Bezug zu Osttirol?
Da ich so ziemlich jedes Wochenende wieder nach Hause fahre, auf jeden Fall. Viele meiner Freunde sind noch in Osttirol oder fahren jedes Wochenende nach Hause, deshalb habe ich noch einen starken Bezug zu Osttirol, weil es einfach schön ist bei uns.

Kannst du dir vorstellen wieder nach Osttirol zurückzukommen?
Ja bestimmt. Es kommt natürlich darauf an, welche Möglichkeiten mir Osttirol bietet. Mein Studium lässt sich hier nur begrenzt einsetzen. Wenn es geht, will ich aber nach Osttirol zurückkommen. Ich schließe aber auch nicht aus, dass ich im Ausland Erfahrungen sammle. Falls sich ein Job in Osttirol finden würde, würde ich sehr gerne hier meine Zukunft verbringen.


In der Serie “Heimweh?” porträtieren wir junge Menschen aus Osttirol, die außerhalb des Bezirkes studieren oder eine andere Ausbildung absolvieren. Unterstützt wird dieses Dolomitenstadt-Projekt von den “Vordenkern”.

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