Foto: Dolomitenstadt/Christian Böhm

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BKH Lienz muss dem ÖAMTC 300.000 Euro überweisen

Ein Urteil des Bezirksgerichtes Lienz wurde vom Landesgericht revidiert.

Wie die Tiroler Tageszeitung heute berichtet, hat das Innsbrucker Landesgericht ein Urteil des Bezirksgerichtes Lienz aufgehoben und das Lienzer Krankenhaus zu einer Zahlung von 300.000 Euro an den Christophorus Flugrettungsverein des ÖAMTC verurteilt. In dem Rechtsstreit zwischen dem Bezirkskrankenhaus Lienz und dem fliegenden Rettungsverein geht es darum, wer für die Kosten von Überstellungsflügen aus dem Krankenhaus Lienz in die Kliniken nach Innsbruck, Salzburg oder Klagenfurt aufkommen muss.

In Lienz stehen Verbandsobmann Andreas Köll und der vom BKH beauftragte Anwalt Johannes Hibler auf dem Standpunkt, dass das auf jeden Fall nicht das Bezirkskrankenhaus sein kann. Deshalb zahlte das Krankenhaus Lienz seit April 2014 keine Hubschrauber-Rechnungen mehr an den ÖAMTC. So sind mittlerweile 300.000 Euro aufgelaufen, die der ÖAMTC eingeklagt hat. Er blitzte zwar im Sommer beim Bezirksgericht in Lienz mit dieser Forderung noch ab, hat jetzt aber beim Landesgericht Recht bekommen.

Für Köll und Hibler liegt die Ursache des Rechtsstreits in einer unklaren Regelung der Kostenübernahme bei medizinisch notwendigen Überstellungsflügen durch das Tiroler Rettungsdienstgesetz. Es stellt sich offenbar die Frage, wer eigentlich der Auftraggeber dieser Flüge ist, das Krankenhaus oder die Leitstelle? Im zweiten Fall müsste das Land die Kosten übernehmen. Für solche Flüge stehen im Landesbudget laut TT derzeit 280.000 Euro bereit. Klar dürfte zumindest sein, dass weder der ÖAMTC noch die Patienten für diese oft lebensrettenden Flüge zur Kasse gebeten werden können.

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5 Postings bisher
chiller336

jeder private - oder dessen zusatzversicherng, mitgliedschaft beim alpenverein, mitgliedschaft beim öamtc etc - muss für die bergekosten durch die hubschrauber bezahlen .... sofern eine bergung bzw transport gerechtfertigt sind, werden das die jeweiligen institutionen übernehmen, ansonsten ist der transport aus dem eigenen sack zu bezahlen. wieso sollte es jetzt zweifel an den kosten für krankentransporte geben? der aufwand für hubschraubertransporte kostet in summe ja immens mehr als die veranschlagte und eingeforderte summe. und das betrifft nicht nur den c7 in osttirol, sondern alle fliegenden engel in allen bundesländern @zuckerpuppe

Zuckerpuppe

Es ist schon klar, dass der ÖAMC nicht "gratis" fliegt. Aber da Lienz von der nächsten Uniklinik viel weiter entfernt ist als alle anderen Bezirke Tirols, ist das schon ungerecht. Wie funkioniert das eigentlich im Rest Tirols? Angeblich zahlt das Land da viel mehr. Und unsere Ärzte verschicken die Patienten ja auch nicht aus Jux und Tollerei, sondern weil es eben in manchen Fällen nicht anders geht. Aber da sieht man wieder einmal, dass Osttirol bei der nordtiroler Politik keinen Stellenwert hat - dann auf zur zur nächsten Wahl....

    senf

    zuckerpuppe, was soll das gejammere und die vermutungen, dass das land woanders mehr zahlt. wenn du das schon schreibst, dann begründe es. wenn man derartige probleme nach nunmehr jahrzehnte langer praxis nicht im griff hat, dann liegt das am management. dort sitzen die verantwortlichen!

      Zuckerpuppe

      Da habe ich mich wohl falsch ausgedrückt. Ich wollte eigentlich fragen, wie diese Vereinbarug mit den Krankenhäusern Tirols ausschaut? Denn wenn das Land überall gleich viel dazuzahlt, dann wären weiter entfernte Krankenhäuser wie unseres eben doch wohl schlechter gestell?. Und warum werden solche Flüge nicht von der jeweiligen Sozialversicherung übernommen? dafür zahle ich doch monatlich. Und was für mich total unverständlich ist, dass sich das Land einer Klage gegen seine eigenen Gemeinden anschliesst.

anton2009

Der ÖAMTC präsentiert sich immer als "Gelber Engel" in den Medien, und es hat den Anschein, dass seine Leistungen kostenlos sind! In Wirklichkeit ist der ÖAMTC ein beinharter Wirtschaftsbetrieb und will natürlich diese € 300.000,--!