Werden Siedlungspolitik und Wohnungsbau auf den konkreten Bedarf abgestimmt oder verwerten die Gemeinnützigen Wohnbauträger einfach ihre Grundreserven? Foto: Dolomitenstadt/Pirkner

Werden Siedlungspolitik und Wohnungsbau auf den konkreten Bedarf abgestimmt oder verwerten die Gemeinnützigen Wohnbauträger einfach ihre Grundreserven? Foto: Dolomitenstadt/Pirkner

Spannende Fragen zur Osttiroler Wohnbaupolitik …

… schriftlich gestellt von der Liste Fritz an Landesrat Johannes Tratter. Mit Download.

Die Bevölkerung im Bezirk Lienz schrumpft, in den Jahren 2011 bis 2015 hat sie um drei Prozent, konkret um 1.499 Personen, abgenommen. Laut Bevölkerungsprognose des Landes Tirol wird sich diese Entwicklung in den nächsten Jahren fortsetzen: Demnach wird die Osttiroler Bevölkerung bis zum Jahr 2030 um 4,7 Prozent zurückgehen.

 „Es macht also absolut Sinn, die Siedlungspolitik und den Wohnungsbau auf den konkreten Bedarf abzustimmen. Ob das auch gemacht wird und in welchem Ausmaß die Bevölkerungsprognosen des Landes beim Wohnbau berücksichtigt werden, das wollen wir wissen. Gibt es eine konkrete Bedarfserhebung für Osttirol, wie viel Wohnraum, in welchen Regionen, in welchen Größen und für welchen Preis in den nächsten Jahren geschaffen werden sollen? Gibt es auf dieser konkreten Bedarfserhebung aufbauend, eine Bedarfsplanung, in welchem Zeitraum wie viel Wohnraum errichtet werden muss?“ Mit solchen Fragen – insgesamt 35 an der Zahl – konfrontiert die Liste Fritz im Rahmen einer schriftlichen Landtagsanfrage den dafür zuständigen Wohnbaulandesrat Johannes Tratter.

Private Bauträger könnten ihr Geld investieren, wo und wofür sie wollen, aber mit öffentlichen Geldern arbeitende gemeinnützige Baugesellschaften sollten Wohnraum für einen konkreten Bedarf schaffen, fordert die Opposition nach einem Lokalaugenschein im Lienzer Stadtteil Eichholz, wo erst kürzlich ein Wohnbauprojekt der Osttiroler Siedlungsgenossenschaft für Diskussionen sorgte.

 „Neben Fragen zum konkreten Projekt, etwa bezüglich Verkehrserschließung, Kanal, Baurecht oder der erfolgten Umwidmung von Freiland in Bauland, haben wir konkrete Fragen zur Osttiroler Siedlungsgenossenschaft und anderen im Bezirk tätigen gemeinnützigen Bauträgern gestellt. Wir wollen wissen, welche Grundreserven diese Baugesellschaften in Lienz und Osttirol besitzen und was sie damit in den nächsten Jahren vorhaben,“ erklärt der aus Osttirol stammende Mediensprecher der Liste, Markus Sint.

Hier zum Download die Landtagsanfrage der Liste Fritz zum Wohnbau in Osttirol.

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3 Postings bisher
Bessawissa

Die Liste Fritz soll auch mal nachfragen, warum die Verwaltungskosten für Wohnungen in Osttirol so hoch sind. Die gesetzlich erlaubte Höchstgrenze wird, wie mir berichtet wurde, von den auswärtigen Wohnbaugesellschaften optimal ausgenützt! Die Osttiroler Verwaltungen sind humaner und zeigen, dass es auch günstiger geht. Eine Einsparung bis zu 10 Euro monatlich - je Wohnung - ist keine Illusion, wenn die Wohnungen von Osttirol aus verwaltet werden. Ich frage mich sowieso, warum das Geld - und das ist nicht wenig - nach "auswärts" transferiert werden muss, wo wir in Osttirol genügend Fachkräfte haben, die diese Arbeiten machen können. Es läge an den Wohnungsinhabern, einmal Vergleiche anzustellen. Die Verwaltung zu wechseln braucht nur ein bisschen Mut - und zahlt sich aus!

wolf_c

... welche Wohnbaupolitik? wer zahlt schafft an, der Politik sind die Folgen wurscht, siehe die Missachtung oder wenigstens willkürliche Auslegung der Raumordnungsgesetze ...

F_Z

Beim Landtag anfragen welche Beschlüsse ein Gemeinderat gefasst hat (Frage 28) finde ich irgendwie schräg - die Protokolle sind normalerweise öffentlich... Hingegen vermisse ich Fragen zu leerstehenden Wohnungen im Besitz von gemeinnützigen Bauvereinigungen (wieviele? wielange leer?) Aber alles in allem eine interessante Materie.