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„In der Stadt kann ich mehr ich selbst sein“

Annika Berger ist für ihre Ausbildung in ganz Österreich unterwegs. 

Die 18-jährige Annika Berger aus Matrei macht eine Lehre bei A1 und ist im ganzen Land unterwegs. Sie genießt die Ortswechsel und die Abwechslung. Ich habe sie an einem der wenigen Tage, die sie in ihrer Heimat verbringt, zum Interview getroffen.

Welchen Beruf erlernst du eigentlich?
Ich mache eine Lehre zur Elektronikerin mit Hauptmodul Informations- und Telekommunikationstechnik bei A1.

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Annika Berger, gezeichnet von Linda Steiner.

Im wievielten Lehrjahr bist du?
Ich bin im dritten Lehrjahr und werde voraussichtlich im Frühjahr 2018 meine Lehrabschlussprüfung absolvieren.

Was gefällt dir besonders gut an deiner Lehre?
Man lernt in den dreieinhalb Jahren einfach so wahnsinnig viel. Auch die diversen Ortswechsel machen die Lehre für mich besonders attraktiv.

Welche drei Fähigkeiten sind deiner Meinung nach die wichtigsten, um deine Ausbildung möglichst erfolgreich zu absolvieren?
Technisches Verständnis, Flexibilität und Genauigkeit.

Wie kommt das, dass du nicht wie die meisten Lehrlinge nur zwischen Arbeitsplatz und Berufsschule pendelst?
Das kommt davon, dass die verschiedenen Fachbereiche, die ich absolvieren muss, bis auf kleine Ausnahmen nur in den größeren Städten Österreichs angesiedelt sind. Für die Berufsschule, interne Fortbildungen und um die Lehrwerkstätte zu besuchen, muss ich immer nach Wien, ansonsten habe ich schon einige Zeit in Innsbruck und auch Klagenfurt verbracht. Da ich die Abwechslung und den Ortswechsel aber ganz gerne habe, stört mich das überhaupt nicht – ich genieße es total für einige Monate in einer neuen Stadt zu sein und diese kennen und lieben zu lernen.

Was ist deine Meinung zum Thema „Frauen in der Technik“?
Ich finde, dass Frauen keine Angst davor haben sollten, einen technischen Beruf zu erlernen. Solange es das ist, was man wirklich will und man dafür brennt, macht das Geschlecht überhaupt keinen Unterschied. Natürlich gibt es viele Klischees, aber auf die darf man nicht hören – man muss einfach sein Ding durchziehen!

Hättest du Alternativen zu dieser Lehre gehabt?
Ja, ich wäre dann vermutlich ins Kunst-BORG gegangen und hätte nach der Matura die WDA (Werbe Design Akademie) in Salzburg besucht. Da man keine Matura braucht, um diese Akademie zu besuchen, ist sie für mich auch immer noch eine Weiterbildungsalternative nach meinem Lehrabschluss.

Du wirst nach deinem Lehrabschluss also nicht als Elektronikerin bei A1 bleiben?
Naja, so genau weiß ich das noch nicht, momentan wäre es aber nicht mein Plan, denn ich möchte mich danach noch in anderen Dingen erproben. Da mich Grafikdesign sehr interessiert, wäre auch ein Studiengang in diese Richtung eine interessante Alternative.

Würdest du dich eher als Land- oder Stadtmensch bezeichnen?
Ich bin ein eindeutiger Stadtmensch! Ich bin gerne unter Leuten und mag einfach den Facettenreichtum größerer Städte. Da erwartet dich hinter jeder Ecke etwas Neues, man lernt viele interessante und weltoffene Menschen kennen und kann einfach mehr man selbst sein, als bei uns in Osttirol.

Also hast du kein Heimweh?
Nicht wirklich. Natürlich vermisse ich die frische Luft, die Berge und die wunderschöne Osttiroler Landschaft hin und wieder, aber ich möchte auf keinen Fall tauschen und werde auch nach meiner Ausbildung mit hoher Wahrscheinlichkeit meine Zelte nicht in Osttirol aufschlagen.


In der Serie “Heimweh?” porträtieren wir junge Menschen aus Osttirol, die außerhalb des Bezirkes studieren oder eine andere Ausbildung absolvieren.

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