„Momentan zieht es mich in die Welt hinaus.“

Anna Oberwalder aus Lienz studiert Tourismusmanagement und ist auch gern selbst Touristin.

„Ich wollte schon immer etwas mit Sprachen und Wirtschaft machen und da passt das gut“, erzählt Anna Oberwalder. Die 24-jährige Lienzerin besucht das Kolleg für Tourismusmanagement in Klessheim, Salzburg. Ihre erste Wahl war dieses Kolleg nicht. Zunächst entschied sie sich für ein Anglizistik-Studium in Graz.

„Das war dann aber doch nicht so meins“, weiß sie inzwischen und bereut ihre Entscheidung, nach Salzburg zu gehen, kein Stück. „Graz mag ich als Stadt zwar lieber – das ist einfach eine tolle und lockere Studentenstadt – aber den Studiengang, wie ich ihn machen will, gibt es so eben nur in Salzburg.“

Am Tourismuskolleg schätzt Anna vor allem ihren geregelten Stundenplan und die viele Praxis, die sie sammeln kann. Zwar ist es ein Privatkolleg, sie bezahlt also für die Ausbildung, doch dafür hat sie auch die Möglichkeit, bei vielen Projekten mitzumachen. Momentan ist ihr Zweig etwa bei der Organisation der Special Olympics in der Steiermark dabei.

Die angehende Tourismusmanagerin ist selbst gern Touristin und liebt das Reisen. „Das gefällt mir auch besonders an meinem Studiengang, ich kann so sehr gut meine Interessen mit dem Job verknüpfen.“ Und tatsächlich führte sie ihre Ausbildung in diesem Sommer nach London, wo sie ein dreimonatiges Praktikum bei einer großen Hotelkette absolvierte. Vor allem der direkte Kontakt zu den Reisenden hat ihr dabei viel Spaß gemacht.

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Anna Oberwalder, gezeichnet von Linda Steiner.

In London war Anna diesen Sommer nicht zum ersten Mal, sie bereist diese Stadt fast jedes Jahr und kann sich gut vorstellen, ein paar Jahre dort zu leben. In London lernte sie bei einem Sprachkurs auch ihren Freund kennen. Der kommt wiederum aus Frankreich und so verschlägt es Anna auch häufig in die Bretagne. Und auch New York und „Asien für Anfänger: Singapur“ hat Anna schon besucht. Damit ist ihr Reisedurst aber noch lange nicht gestillt, Anna hat noch viel vor: „Im Moment freue ich mich besonders auf Holland. Dort werde ich im nächsten Jahr meinen Bachelor machen.“

Auch in Österreich ist Anna schon viel herumgekommen. Zuerst Klagenfurt, wo sie ihre Matura machte, dann Graz und jetzt Salzburg. „Das erste Mal von zuhause wegzugehen war schon schwierig“, meint sie über die Anfangszeit in Klagenfurt. Dort kannte sie zunächst niemanden und wohnte allein. „Das war sehr ungewohnt, aber auch eine wichtige Erfahrung. Ich habe gelernt, mich auch mal allein ganz wohl zu fühlen.“ Inzwischen ist das Heimweh bei Anna nicht mehr sehr ausgeprägt und sowohl in Graz als auch in Salzburg lebte sie sich schnell ein.

Auf die Frage, was an Osttirol sie am meisten vermisst, antwortet sie prompt: „Schlipfkrapfen! Ich will gerade unbedingt von meiner Oma lernen, wie man die macht.“ Aber auch ihre Familie, die sie an den Wochenenden zuhause besucht, hält sie in Osttirol. Besonders mit ihrem Opa, zu dem sie ein sehr gutes Verhältnis hat, verbringt Anna gern Zeit, wenn sie in Lienz ist. „Außerdem komme ich hier zum Lernen und kann auch mal entspannen“, erzählt sie. In der WG, die sie in Salzburg bewohnt, ist nämlich immer viel los – da bietet das ruhige Landleben die perfekte Abwechslung.

Und, sieht Anna ihre Zukunft in Osttirol? An und für sich kann sie sich schon gut vorstellen, irgendwann wieder hier zu landen, besonders weil es aus Tourismus-Sicht sehr interessant ist und viel Potenzial bietet. „Momentan zieht’s mich aber in die Welt hinaus“, erzählt die reiselustige Lienzerin, bei der sich das Heimweh „zumindest so lange ich jung bin“ – eindeutig dem Fernweh geschlagen geben muss.


In der Serie “Heimweh?” porträtieren wir junge Menschen aus Osttirol, die außerhalb des Bezirkes studieren oder eine andere Ausbildung absolvieren.

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