Mattersberger brilliert in der Titelrolle des Figaro

Dolomitenstadt war bei der Premiere des Mozart-Klassikers in Innsbruck.

Am 12. November feierte die Oper „Le nozze di Figaro“ Innsbruck-Premiere. In der Titelrolle singt in dieser Produktion Andreas Mattersberger aus Matrei. Der junge Bass bereitete sich monatelang auf diese wichtige Rolle vor, wir haben darüber berichtet. Dolomitenstadt.at war zur Premiere eingeladen und sprach anschließend mit dem Osttiroler Sänger über seinen wichtigen Karriereschritt.

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Recht klassisch inszeniert Dominique Mentha den Figaro in Innsbruck. Fotos: Tiroler Landestheater / Rupert Larl

Vor vollem Hause inszenierte Dominique Mentha eine eigentlich sehr klassische Variante des Figaro, überzeugte eher mit malerischer Handschrift in der Darstellung seines Ensembles, als mit schrillem Bühnenbild oder exzentrischer Aufmachung. Einzig das Bespielen des Auditoriums könnte als kleiner Ausreißer betrachtet werden, auch wenn so etwas heute keinen Theaterbesucher mehr vom Sitz reißt.

Das Tiroler Symphonieorchester Innsbruck wurde erstmals von Johannes Klumpp geleitet, der einen schwungvollen, aber zugleich beschützenden Mozart spielen ließ. Unterstützt wurde das Ensemble vom Chor des Tiroler Landestheaters. Alle gemeinsam machten diesen Premierenabend unvergesslich, der Star des Abends war allerdings ein anderer.

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Ein „prachtvoll timbrierter Bass“ ist Andreas Mattersberger als Figaro auch für die Fachkritik. Susanne Langbein singt die Susanna.

Andreas Mattersberger war in seinem Bühnenkostüm kaum zu erkennen, überzeugte vollends aber schon nach „Se vuol ballare“, dargeboten auf einer Leiter stehend. In der Wiener Opernzeitschrift „Der neue Merker“ beschreibt Rezensent Dietmar Plattner es so: „…scheint der Figaro mit seinen gesanglichen Tücken (und Längen) für den jungen, sympathischen Bassisten aus Osttirol gegenwärtig das Maß aller Dinge zu sein, an dem er reifen kann. Stimmtechnisch bereitet sie dem prachtvoll timbrierten Bass keinerlei Probleme, selbst die unangenehmen Höhen erklingen unangestrengt.“

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In bester Spiellaune und nach der Premiere mit langem Applaus gefeiert: das Ensemble des Tiroler Landestheaters.

Den wohlverdienten, tosenden Applaus gab es dann auch zum Abschluss des Abends für Mattersbergers insgesamt überwältigende Darbietung des Figaro. Publikum und Kritiker waren gleichermaßen begeistert und belohnten das gesamte Ensemble sowie alle Mitwirkenden mit ungewöhnlich lang anhaltendem Premieren-Applaus.

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Tatiana Rasa (Gräfin Almaviva), Andreas Mattersberger (Figaro) und Susanne Langbein als Susanna, Verlobte des Figaro, auf den Brettern der Innsbrucker Opernbühne.

Hallo Andreas, herzlichen Glückwunsch zu deiner fulminanten Premiere! Du warst herausragend, erzähl uns schnell wie es dir ging, seitdem wir uns im Sommer getroffen haben.
Gerne. Bevor es im Oktober mit den Proben zu „Le nozze di Figaro“ losging, durfte ich im August beim renommierten Klassiklabel NAXOS-Records eine Aufnahme als Basssolist machen, der Chor war kein geringerer als jener der Bayerischen Staatsoper. Dann ging es für mich weiter an die Oper Leipzig, wo ich mit einem der international besten Orchester, dem Gewandhausorchester Leipzig, in der Strauss-Oper Arabella sang. Viel Aufregung also schon vor dem Probenbeginn zu Figaro.

Ja und der Figaro?
Ja, es war ein sehr spannender Abend, mein Rollendebut mit einer der wichtigsten Mozart-Partien und das auch noch in der Heimat. Meine Familie war auch diesmal zur Stelle, so wie auch bei so manchen Premieren im Ausland. Jeder fiebert mit – klingt kitschig, ist aber so.

Wie aufgeregt warst du?
Wie immer war ich meganervös – das ist bei mir einfach so und das wird sich, so befürchte ich, nicht ändern. Aber die Nervosität ist bei mir zum Glück nicht lähmend sondern hilft mir, Leistung zu bringen. Ich habe die good-vibes des Auditoriums gespürt und war unendlich froh, dass mein Debut mit dieser großen Partie derartig positiv aufgenommen wurde. Die Freude an der Musik ist aber das Wichtigste, gute Bühnenpartner, ein sängerfreundlicher Dirigent, das Orchester und die vielen Menschen hinter der Bühne, die für eine gelungene Vorstellung Sorge tragen.

Eine Fahrt nach Innsbruck in die Oper lohnt sich allemal, aber vor allem, wenn ein Osttiroler den Figaro so brillant darbietet.

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