Osttirols letzte Eisenbahn-Kreuzung ist Geschichte

Die 60 Meter lange Bahnunterführung Thal auf der B 100 ist fertig.

Nach weniger als einem Jahr Bauzeit wurde nun die Bahnunterführung Thal auf der B 100 am Mittwoch, 30. November, für den Verkehr freigegeben. „Damit ist der letzte beschrankte Eisenbahnübergang an der Drautalstraße Geschichte. Osttirol ist wieder ein Stück lebenswerter und sicherer geworden“, freute sich Landeshauptmann Günther Platter anlässlich der Verkehrsfreigabe. Gerade für Einsatzkräfte bringe die Unterführung eine wesentliche Verbesserung. 25 bis 30 Mal pro Tag waren die Schranken in Thal in der Vergangenheit geschlossen.

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Ein Band und viele Scheren in Thal. Von links: Josef Lagger (Techniker Firma Habau), Robert Müller (Baudirektor), Christian Molzer (Vorstand der Abt. Verkehr und Straße), Siegfried Moser (Regionalleiter ÖBB), LH Günther Platter, Bernhard Schneider (Bürgermeister von Assling), Harald Haider (Baubezirksamtsleiter Lienz), Johannes Nemmert (Fachbereichsleiter Straßenneubau).

Durch die Errichtung der neuen Bahnbrücke und die neue Linienführung der Straße konnten nicht nur Wartezeiten am ehemals beschrankten Bahnübergang beseitigt werden, auch die Lärmbelastung für die Bevölkerung ist erheblich geringer. Zum einen, weil der Verkehr gleichmäßig fließt, zum anderen, weil die Portalbereiche mit Lärmschutzelementen ausgestattet wurden. Eine der größten Vorteile der neuen Trassierung ist die Entschärfung eines neuralgischen Straßenabschnittes, an dem sich immer wieder zum Teil schwere Unfälle ereigneten.

„Die Belastungen durch die Bauarbeiten sind schon fast vergessen. Wir sind froh, dass wir diese Unterführung haben“, bestätigt der Bürgermeister von Assling, Bernhard Schneider, die hohe Akzeptanz des Bauprojekts bei der Bevölkerung. Besonders für die Anrainerinnen und Anrainer der Ortschaft Thal-Römerweg bedeutet die Unterführung eine Erhöhung der Lebensqualität durch weniger Verkehrslärm und Luftverschmutzung. Die Wirtschaft profitiert vom Wegfall einer täglichen Wartezeit von bis zu 150 Minuten.

„Zur Herstellung der Bahnbrücke waren aufwändige Betonier- sowie umfangreiche Sicherungs- und Erdbauarbeiten notwendig“, führt Günter Guglberger vom Brücken- und Tunnelbau des Landes aus. Durch die gute Zusammenarbeit aller am Projekt Beteiligten sei es gelungen, den Bau der neuen Bahnbrücke mit den dazugehörigen Straßenbauarbeiten erfolgreich abzuschließen.

Die 60 Meter lange Unterführung kostete rund 3,5 Millionen Euro und wurde vom Land Tirol und den ÖBB finanziert. In Summe wurden 3.500 Kubikmeter Beton und 375 Tonnen Baustahl verbaut, sowie Erdmassen im Ausmaß von rund 40.000 Kubikmeter bewegt.

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3.500 Kubikmeter Beton und 375 Tonnen Baustahl wurden für die Bahnunterführung in Thal benötigt. Das 60 Meter lange Bauwerk kostete 3,5 Millionen Euro. Fotos: Land Tirol/ Ibele
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1 Posting bisher
Kiew vor 1 Jahr

Jetzt fehlt nur mehr der Bahnschranken in Vierschach. Da im Winter ein Halbstundentakt zwischen Sillian und Innichen herrscht, wäre auch der dringend nötig.