Viele fleißige Hände und das Ergebnis ihrer Arbeit: zwei Patchwork-Demenzdecken, die im BKH-Lienz eingesetzt werden. Fotos: Dolomitenstadt/Gander

Viele fleißige Hände und das Ergebnis ihrer Arbeit: zwei Patchwork-Demenzdecken, die im BKH-Lienz eingesetzt werden. Fotos: Dolomitenstadt/Gander

Was ist denn eigentlich eine „Demenzdecke“?

Schülerinnen der LLA-Lienz übergaben zwei ganz spezielle Decken an das BKH-Lienz.

Was ist also eine Demenzdecke? „Eine kleine bunte Patchworkdecke aus unterschiedlichen Stoffen mit allerlei Sachen drauf: Reißverschlüssen, Taschen, Knöpfen, Bändern zum Zopfen,… um den unruhigen Händen der demenzkranken Menschen Beschäftigung zu bieten. Das ist eine Demenzdecke.“ Anna Stadler weiß, wovon sie spricht.

Gemeinsam mit ihren 19 Mitschülerinnen schuf sie unter der Leitung von Gertraud Mietschnig, Fachlehrerin für Textiles, in sechs Stunden zwei hübsche Demenzdecken. In einer Decke stecken also 60 Arbeitsstunden! „Die Arbeit hat allen großen Spaß gemacht!“, sagt Anna.

Gertraud Mietschnig kann das nur bestätigen und ist von der Kreativität ihrer Schülerinnen begeistert. Aus kunterbunten Stoffresten, einer großen Kiste gefüllt mit unterschiedlichen Materialien und viel Phantasie gestaltete jede Schülerin ein bis zwei Quadrate der Decke. Mit nicht einmal 20 Euro Materialeinsatz wurden die Decken produziert, im Handel kann eine Decke schon 50 bis 100 Euro kosten.

Parallel dazu wurde im Unterrichtsfach Gesundheit und Soziales von Fachlehrerin Monika Mattersberger die Demenzkrankheit in fünf Schulstunden intensiv thematisiert. Stellvertretend für die gesamte 3. Klasse der Landwirtschaftlichen Lehranstalt/Zweig Betriebs- und Haushaltsmanagement wurden beide Demenzdecken von Anna Stadler und Isabel Walder der Pflegedienstleitung übergeben. Auch Pflegedirektor Robert Hieden war, wie alle anderen Anwesenden, sichtlich sehr erfreut über dieses Geschenk, das er als „große Hilfe in der Pflegearbeit“ bezeichnete.

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Von links: Fachlehrerin Gertraud Mietschnig, die LLA-Schülerinnen Anna Stadler und Isabel Walder, Anna Maria Klaunzer (Pflegestationsleiterin der Neurologie) und BKH-Pflegedirektor Robert Hieden.

Die Idee für dieses Projekt stammt von Anna Maria Klaunzer, der stellvertretenden Pflegedirektorin und Pflegestationsleiterin der Neurologie. Sie kennt die Bedürfnisse ihrer PatientInnen, weiß um die häufige motorische Unruhe, die mit einer Demenzerkrankung einhergeht, und hat mit Demenzdecken selbst schon sehr gute Erfahrungen gemacht.

Seit dem Jahr 2012 besteht mit der Landwirtschaftlichen Lehranstalt Lienz eine sehr gute Zusammenarbeit im Pflegebereich. So haben die Schülerinnen der LLA die Möglichkeit, einen Teil ihres Pflichtpraktikums im Ausmaß von 160 Stunden im Bezirkskrankenhaus Lienz zu absolvieren. Bei einem Gespräch über das Praktikum unterbreitete Anna Maria Klaunzer den Lehrbeauftragten auch erstmals ihren Vorschlag, im Rahmen des Nähunterrichts Demenzdecken zu fertigen und alle waren sofort begeistert.

Der Bedarf an Demenzdecken im Bezirkskrankenhaus ist natürlich noch nicht gedeckt. Für Anna Stadler, Isabel Walder und ihre Mitschülerinnen der 3. und somit letzten Klasse der LLA ist das Projekt zu Ende. Aber Gertraud Mietschnig kündigt an: „Das waren sicher nicht die letzten Demenzdecken.“

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Rosen für Monika Mattersberger, überreicht von ihren Schülerinnen am letzten Arbeitstag der Pädagogin.

Am Ende gab es noch eine Überraschung! Für Monika Mattersberger war dieser Tag ihr letzter Arbeitstag. Sie wurde von jeder Schülerin mit einer Rose und mit allerbesten Wünschen verabschiedet. Auch wir von dolomitenstadt.at wünschen alles Gute!

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