Vor allem mit der 24-Stunden-Pflege sind oft niedrige Löhne und schlechte Arbeitsbedingungen verbunden. Foto: istock/subman

Vor allem mit der 24-Stunden-Pflege sind oft niedrige Löhne und schlechte Arbeitsbedingungen verbunden. Foto: istock/subman

Gesundheitssystem braucht zugewanderte Pflegekräfte

MigrantInnen sind als Arbeitskräfte im Sozialbereich längst unverzichtbar.

Anlässlich des morgen, Sonntag, stattfindenden Internationalen Tags der MigrantInnen macht Tirols Frauen- und Integrationslandesrätin Christine Baur auf die Situation der – meist weiblichen – Pflegekräfte aus dem Ausland aufmerksam:  „Das Sozial- und Gesundheitswesen ist hierzulande einerseits ein wesentlicher Beschäftigungs- und Wirtschaftsfaktor, andererseits trägt es maßgeblich zur Förderung des sozialen Zusammenhalts in unserer Gesellschaft bei. Dabei sind zugewanderte Pflegekräfte nicht mehr wegzudenken,“ betont Baur.

Die Sozial- und Pflegedienstleistungen seien verantwortungsvolle Aufgaben im Interesse der Allgemeinheit und müssten auch entsprechend honoriert werden. „Wir sind es den in diesem Bereich beschäftigten Migrantinnen und Migranten schuldig, ihnen neben der gesellschaftlichen Anerkennung und der gerechten Entlohnung ihrer Leistungen auch bestmögliche Rahmenbedingungen für die dauerhafte Integration zu bieten.“

Durch den Personalmangel im Sozial- und Gesundheitswesen bei gleichzeitig gestiegenem Bedarf von Pflegekräften aufgrund der demografischen Alterung wurde laut Baur eine Migrationsbewegung in Gang gesetzt, die mit der Erweiterung der Europäischen Union und der damit einhergehenden Arbeitsmarktöffnung einen weiteren Schub erfuhr: „Österreich zählt zu den wichtigen Zielländern von Pflegekräften. Diese stammen zum größten Teil aus osteuropäischen Ländern.“

Mit der Selbstständigkeit im Pflegebereich – hier vor allem in der 24-Stunden-Pflege – seien jedoch oft niedrige Löhne und schlechte Arbeitsbedingungen verbunden. Der Großteil dieser Pflegekräfte sind laut Baur Frauen, die in diesem arbeitsintensiven Billiglohnsektor die einzige Perspektive für sich und eine finanzielle Absicherung ihrer Familie sehen. „Zu den persönlichen Opfern und Herausforderungen beim Wechsel von einem Land in das andere kommt hinzu, in einer neuen Umgebung zu arbeiten, sowie möglicherweise mit Diskriminierung konfrontiert zu werden.“

Aufgrund des sehr hohen gesellschaftlichen Bedarfs an MigrantInnen als Arbeitskräfte, insbesondere im sozialen Bereich, sollten Integrations- und Qualifizierungsanstrengungen für diese Berufsgruppe verstärkt werden, fordert die grüne Landesrätin. „Gleichzeitig sollten sie die Möglichkeit zur gleichberechtigten Teilhabe in allen Bereichen des gesellschaftlichen Lebens bekommen.“

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5 Postings bisher
bergfex vor 12 Monaten

Haben die dann den gleichen Ausbildungsstand und die Ausbildungsvorschriften wie in Österreich, wo man fast schon die Matura brauch um das machen zu dürfen ????

    Zuckerpuppe vor 12 Monaten

    Nein die haben sie sicher nicht, und in Österreich wäre, so viel ich weiss, 24 Stunden-Pflege für unsere Pflegerinnen wegen dem Arbeitszeitgesetz auch nicht möglich, würde auch kein einheimischer Arbeitnehmer machen - ausser Familienmitglieder - aber die tun das ja gratis. Und für das Diplom braucht man jetzt dann auch die Matura. Aber so viel ich gelesen habe gibts dann ja auch noch die Pflegeassistenten und Fachassistenten. Aber die haben hier in Österreich sicherlich auch eine Topausbildung.

      mitleser vor 12 Monaten

      stimmt nicht ganz. Es steht nach wie vor zukünftig jeder Person frei ohne Matura die Diplom Ausbildung zu machen. Es muss nur die jeweilige Studiengangsleitung zustimmen. Die Übergangsfrist zwischen "normale Schule" und FH Ausbildung beträgt 8 Jahr und endet mit 2024. Bis dahin muss die Ausbildung komplett auf FH Niveau umgestellt sein. Manche machen es früher, manche später. Es ist so dass die Ausbildung das gleiche bringt. Es brauch niemand meinen nur mit BsC Abschluss ist man etwas besseres. Stimmt nicht. Man hat mehr Wissenschaftliche Ausbildung, aber es geht in Summer um das gleiche ... und zwar um die Person! Richtig ist das die Pflegeassistenten und Fachassistenten in ihrer Kompetenz erhöht werden. Diese dürfen zukünftig auch Dinge die jetzt nur Diplomiertem Pflegepersonal vorenthalten sind. Die Ausbildungen dafür haben allerdings erst vor kurzem begonnen. Zu erwähnen ist noch die Tatsache, dass niemand von den bisherigen Pflegepersonen Angst um ihren Job haben muss. Es gibt aktuell keine Lösung was in Zukunft mit diesem Personal geschieht und somit bleibt alles beim Alten ... alles andere wäre Hirnrissig und nicht im Sinne der Qualität, und dies weiß auch die Politik ;) Also alle "Alten" die sich denken ... "oh mein Gott, was ist jetzt mit mir, verdien ich weniger etc" ... keine Sorge, es bleibt alles wie es ist ;)

Zuckerpuppe vor 12 Monaten

Die Leute, die bei uns 24-Stundenpflege durchführen, sind grösstenteils keine ausgebildeten Pflegekräfte im eigentlichen Sinn. Die Pflege, die sie verrichten, bezieht sich "nur" auf die grundpflegerische Versorgung, was anderes wie z.B. Verbandwechsel oder andere therapeutische Versorgung ist dem diplomierten Personal der Sprengel und Spitäler vorbehalten. Das mindert ihre Arbeit aber nicht, ganz im Gegenteil. Ohne diese, ich nenne sie Betreuungspersonen, könnten viele Menschen nicht zu Hause bleiben und das System würde schon aufgrund der hohen Kosten für die Pflege in den Wohn- und Pflegeheimen zusammenbrechen. Und vergessen wir auch nicht, dass der überwiegende Teil der pflegebedürftigen Menschen zu Hause von den eigenen Familien gepflegt wird, ohne Bezahlung. Und das ist wohl das Grösste und Beste, was unseren Pflegebedürftigen, egal ob jung oder alt, passieren kann. Hier an dieser Stelle ein riesengrosses Danke und grosse Anerkennung an alle Pflegenden zu Hause!

mitleser vor 12 Monaten

Der Artikel ist nett geschrieben, liest sich aber wie eine Werbeeinschaltung eines dieser Dienstleistungsunternehmen. Eines der Probleme welches in der Politik herrscht ist jenes, dass Politiker Aussagen tätigen von welchen sie absolut keine Ahnung haben. Das Problem des Gesundheitssystems sind nicht diese 24h Betreuungen. Es hackt vorne und hinten. Wenn man genau schaut verdient die Pflege ja nicht schlecht, aber macht halt immer noch Aufgaben die eigentlich nicht im Tätigkeitskatalog enthalten sind. Pflege heisst nicht nur 24h Betreuung. Pflege ist viel mehr. Das neue GuKP Gesetz ist ein Weg in die richtige Richtung, gehört halt mit den Jahren adapiert. Alles was Neu ist wird mal zuerst schlecht geredet, Österreichische Lösung halt, aber man soll dem ganzen eine Chance geben. Also das Gesundheitssystem liebe Redaktion bitte nicht auf die 24h Pflege herabstufen und sich von irgendwelchen Politikern das Grüne um den Mund schmieren lassen, sondern wirklich gut recherchieren.