Adventkalender Lienz 2016: das 18. Fenster

Hans Staudacher, ohne Titel, Gouache, 1994, Format: H 48 cm x B 32 cm

Über den Künstler:
Am 14. Jänner 1923 geboren in St. Urban am Ossiacher See, aufgewachsen in Villach/Kärnten; Autodidakt, Mitglied der Wiener Secession, des Forums Stadtpark, Graz und des Kunstvereins für Kärnten, Klagenfurt. Vertreter der Biennale, zeigte seine Arbeiten in zahlreichen nationalen und internationalen Ausstellungen. Verbrachte zwischen 1954 und 1962 viel Zeit in Paris. Lebt seit 1950 in Wien.

Wilde, spontane Striche, Zeichen und Buchstaben, bisweilen sinnvoll, manchmal auch sinnlos, wurden zu Staudachers Markenzeichen, der stets aus dem Bauch heraus malt. Seinen Werken liegt pure Spontaneität zugrunde, keine komplizierten Gedanken-Konstrukte. Er malt sie oft nicht in einem Zug, sondern nach und nach, was sich bisweilen auch über ein Jahr hinziehen kann. Einige seiner Bilder sind ihm dabei so wichtig geworden, dass er sie niemals verkaufen würde.Dass man nicht alles verstehen kann, was Staudacher auf die Leinwand bringt, macht nichts – im Gegenteil. Allwissenheit ist ein Irrtum, sagt er. Bilder sollen anregen. Man soll immer etwas Neues darin entdecken. Es ist schön, wenn Bilder Geheimnisse bergen, sodass man jeden Tag etwas Neues sehen und erleben kann, denn sonst würden Bilder mit der Zeit langweilig. Diejenigen, die glauben, alles zu verstehen, verstehen am Wenigsten, sagt Staudacher.

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Hans Staudacher, ohne Titel, Gouache, 1994, Format: H 48 cm x B 32 cm. Foto: Martin Lugger

Preise/Ehrungen:
1958 Premio Marzotto – Ankauf
1964 Josef-Hoffmann-Ehrung der Wiener Secession, Forum Stadtpark Graz – Humanic-Preis
1965 Hauptpreis auf der Biennale Tokio
1967 INTART-Preis Jugoslawien
1972 Grafikpreis in Krakau
1973 2. Preis für Hiroshima-Kirche – Glasfenster
1976 Professortitel
1983 Silbermedaille für Verdienste der Stadt Wien, 1. Preis des Bundesministerium für Unterricht (Exposition: Städtebild), Preis der Zentralsparkasse der Gemeinde Wien, Würdigungspreis für Malerei der Stadt Wien
1984 1. Preis für Glasfensterwettbewerb Spielcasino Graz
1989 Kulturpreis des Landes Kärnten
1991 Ehrenmitglied der Wiener Secession
2004 Goldenes Ehrenzeichen für die Verdienste um das Land Wien

Jüngste Ausstellungen (Auswahl):
2004 SUPPORT – Die Neue Galerie als Sammlung 1950 – heute, Neue Galerie Graz am Landesmusuem Joanneum
2005 Ars pingendi, Neue Galerie Graz am Landesmuseum Joanneum
2006 1900-2000. Konfrontationen und Kontinuitäten, Essl Museum Klosterneuburg
2007 Passion for Art – 35 Jahre Sammlung Essl, Sammlung Essl Klosterneuburg
2008 KO08: Emanzipation und Konfrontation. Kunst aus Kärnten 1945 bis heute. Museum Moderner Kunst Klagenfurt.Hans Staudacher. Eine Retrospektive, Museum Moderner Kunst Kärnten
2009 Die fünfziger Jahre. Kunst und Kunstverständnis in Wien, Museum auf Abruf, MUSA Wien, Meisterwerke aus Österreich, Burgmuseum Archeo Norico, Deutschlandsberg, Nitsch. Vorbilder.Zeitgenossen.Lehre, Künstlerhaus Wien
2010 You never know what will happen next….die Sammlung 1900-2010, Lentos Kunstmuseum Linz

Staudachers Werke werden international geschätzt und ausgestellt, sie befinden sich heute unter anderem in der Graphischen Sammlung Albertina, im Museum of Art in Cincinnati sowie in zahlreichen öffentlichen und privaten Sammlungen im In- und Ausland.

Seit 2011 hat Hans Staudacher sein Atelier und Depot in der ehemaligen Ankerfabrik im zehnten Wiener Gemeindebezirk, malt aber aufgrund der Anstrengung und der schlechter gewordenen Augen nicht mehr. Seine Werke, die heute einen einzigartigen Bestandteil der österreichischen Kunstgeschichte bilden, sind am Kunstmarkt sehr gefragt.


Auch 2016 setzt dolomitenstadt.at die Tradition fort: Täglich stellen wir hier die Bilder und KünstlerInnen des jeweiligen Adventkalender-Fensters in der Liebburg vor. Alle bisher geöffneten Fenster von 2016 gibt es hier im Überblick.

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