„Die Schachspieler verbinden das Turnier mit Urlaub.“

Viele TeilnehmerInnen am Lienz Open nutzen ihre freie Zeit, um Osttirol besser kennenzulernen.

Am Samstag, 11. Februar, wurde Osttirols großes Schachturnier, das 19. Lienz Open eröffnet – Dolomitenstadt berichtete. Seither wird im Volkshaus jeden Abend ab 18:00 Uhr bis tief in die Nacht hinein das Spiel der Könige ausgetragen. Am Samstag, 20. Februar, findet dann ab 9:00 Uhr das große Finale statt.

Untertags ist der Saal leer, die Bretter bleiben verwaist. Wie aber verbringen die TurnierteilnehmerInnen, die immerhin aus über 20 verschiedenen Ländern angereist sind, ihre freie Zeit in Osttirol? „Das kommt auch ein bisschen auf die Spieler an“, verrät Georg Weiler, Obmann des Lienzer Schachclubs und Organisator des Turniers. Beispielsweise die Gruppe aus Skandinavien, die mit Großmeister Simen Adgestein trainiert oder die starke Gruppe aus Indien bereiten sich am Tag eher auf die abendlichen Partien vor. „Die Großmeister kommen her, um mit Geld nach Hause zu gehen. Aber vor allem die Spieler, die eher hobbymäßig dabei sind, verbinden das Lienz Open gerne mit einem kleinen Urlaub.“

Der Rodelausflug für die SchachspielerInnen und ihre Familien hat bereits Tradition. Manche von ihnen sitzen zum ersten Mal auf einem Schlitten. Fotos: Schachclub Lienz

Der Schachclub organisiert nämlich ein Rahmenprogramm, bei dem die TeilnehmerInnen und mitgereiste Familienmitglieder die Möglichkeit haben, Osttirol besser kennenzulernen. „Der Rodelausflug ist schon Tradition, den machen wir jedes Mal“, so Weiler. Dieses Jahr ging es am Montag nach St. Jakob in Defereggen auf die Alpe Stalle. „Das ist für viele ein aufregendes Erlebnis, manche TeilnehmerInnen saßen zum ersten Mal in ihrem Leben auf einem Schlitten.“

Ein Teilnehmer aus Aserbaidschan mit seiner Familie bei der Hütteneinkehr vor dem Rodeln.

Auch einen kulturellen Punkt bringt der Schachclub immer im Rahmenprogramm unter. Das war am Dienstag ein Besuch im Atelier des Künstlers Jos Pirkner. „Das war einfach köstlich“, erzählt Weiler. „Jos Pirkner vermochte die 36 TeilnehmerInnen, die sich für den Besuch angemeldet hatten, mit seiner Vitalität zu begeistern wie kein Zweiter.“ Am Mittwoch ging es ins Oberland, nach Villgraten, zu einer Besichtigung des Betriebs Villgrater Natur. „Auch die Wollverarbeitung dort war für die TeilnehmerInnen faszinierend, speziell für jene, die aus weit entfernten Ländern angereist sind.“

Für große Begeisterung sorgte der Besuch im Atelier des Künstlers Jos Pirkner.

Ein Tag steht zur freien Verfügung – „manche gehen schwimmen, manche schifahren, andere machen eine Schneeschuhwanderung oder schauen sich die Stadt an“ – und am Freitag, dem letzten Tag vor dem Finale, wird ein gemeinsamer gemütlicher Nachmittag im Kegelstadel in Leisach verbracht.

Das gemeinsame Rahmenprogramm ist für Weiler ein sehr wichtiger Bestandteil des großen Schachturniers: „Dabei werden Kontakte geknüpft und neue Freundschaften entstehen.“ Außerdem sei es die perfekte Gelegenheit, an Feedback zu kommen. „Und die Teilnehmenden sind wirklich begeistert.“ Abgesehen von der günstigen Terminlage – „manche TeilnehmerInnen machen zum Beispiel eine Art Tournee, sie starten in Moskau, machen beim Lienzer Turnier mit und reisen dann weiter nach Graz, wo das nächste Turnier stattfindet“ – macht Weiler durchaus auch das attraktive Rahmenprogramm, das für die Teilnehmenden übrigens im Nenngeld inbegriffen ist, für die große internationale Bekanntheit des Lienzer Turniers verantwortlich. Sein Resümee: „Lienz hat durch das Turnier auf jeden Fall einen internationalen Stellenwert erhalten, bei SchachspielerInnen ist es auch über die Landesgrenzen hinweg bekannt.“


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