Die Natura 2000-Debatte ist endgültig neu entflammt

Angeheizt durch diverse Indiskretionen gewinnt das Thema auch in Osttirol an Fahrt.

Es ist nur ein „vorläufiges Arbeitsdokument“, datiert mit 22. Februar 2017, das die für den Naturschutz zuständige Dienststelle der EU-Kommission an diverse österreichische Regierungsstellen schickte. Titel: „Ermittlung des Natura 2000 – Gebietsnachnominierungsbedarfs bei FFH-Lebensraumtypen in Österreich“. Vor allem im Osttiroler Iseltal löste das Dokument – gezielt lanciert – helle Aufregung aus.

Speerspitze des Natura 2000-Widerstandes bleiben der Matreier Bürgermeister Andreas Köll und sein Virger Kollege Dietmar Ruggenthaler. Dass beide in jener Beurteilungskommission sitzen, die zehn Millionen Euro Fördergeld als Natura 2000-Zuckerl im Iseltal verteilt, ändert offenbar nichts an der Aversion der Ortschefs gegen die EU-Richtlinie und deren Umsetzungsmodus.

Brisanz kann man dem Dokument tatsächlich nicht absprechen. Die äußerst zähen und emotional aufgeladenen Nominierungsverhandlungen sowohl in Nord- als auch in Osttirol führten nämlich zu Kompromissen, die der Kommission nicht entgingen. In Osttirol wurden beispielsweise der Tauernbach, Teile des Kalserbaches und der Schwarzach ausgenommen, um dort eine Hintertüre für Wasserkraftwerke offenzuhalten. Die Tiwag hat erst vor wenigen Tagen für ein Kraftwerk am Tauernbach eine Umweltverträglichkeitsprüfung beantragt.

Was viele Umweltschützer immer schon störte, wird jetzt von Brüssel offenbar bestätigt. Bricht man den Inhalt des Schreibens auf seinen Kern herunter, dann muss als „funktionelle Einheit und Verbundsystem“ nicht nur die gesamte Isel großflächig unter Schutz gestellt werden, sondern auch alle ihre Zubringer. Das liest sich so: „Umso wichtiger ist es, in allen Talzonen des Isel-, Defereggen-, Virgen-, Tauern- und Kalsertals die bisher noch gegebenen komplexen und vielfältigen Ansiedlungsbedingungen für Keimlinge bzw. die dafür entscheidende weitgehend natürliche Abflussdynamik der dortigen Bäche nachhaltig zu sichern.“

Es wird wohl noch einiges Wasser die Isel hinunterfließen, bis an ihren Ufern politischer Friede einkehrt. Foto: Wolfgang C. Retter

Was Naturschützer als konsequente Umsetzung des Schutzgedankens interpretieren, ist für die Gegner eine „Käseglocke“. Die alten Argumente werden neu aufgekocht und erhalten zusätzliche politische Dynamik durch die herannahenden Landtagswahlen.

So ist auch zu erklären, dass die Tiroler Landesregierung heute, 15. März, auf das Arbeitsdokument der Kommission mit einem offiziellen Schreiben an deren Präsidenten Jean Claude Juncker reagiert. Die hier zum Download verfügbare offizielle Version ging auch an Umweltkommissar Karmenu Vella. Landeshauptmann Günther Platter, Landesrat Josef Geisler und die grüne Umwelt-Landesrätin Ingrid Felipe warnen in dem Schreiben vor einer allzu umfassenden Interpretation des Schutzgedankens und wachsender EU-Skepsis. Das liest sich dann so:

„Es wird damit in Österreich ein Widerstand erzeugt, der einem vernünftigen Vollzug der Habitat Richtlinie im höchsten Maß abträglich ist und daher möchte das Land Tirol mit diesem Schreiben sein Unverständnis und seinen Unmut über diese Vorgehensweise zum Ausdruck bringen. Auch die Tiroler Bevölkerung kann die nunmehrigen Forderungen nach einer Nachnominierung nicht nachvollziehen. Gerade auch vor diesem Hintergrund wird es für uns als politische Vertreterinnen immer schwieriger, die Vorteile der Europäischen Union in der Bevölkerung zu verankern. Wir bekennen uns zur Europäischen Integration, beharren aber auch auf dem Prinzip der Subsidiarität.“

Platter, Geisler und Felipe verweisen darauf, dass eigentlich bereits ein Prozedere zur Abstimmung von Auffassungsunterschieden zwischen der Kommission und den Bundesländern vereinbart war. Das Umweltbundesamt sollte damit beauftragt werden „als Prozessbegleiter den Dialog mit der EK zu betreuen, um das Ziel eines abgestimmten und gut begründeten österreichischen Natura 2000 Netzwerkes – ohne Befassung des Europäischen Gerichtshofes – zu erreichen.“

Während die Landesregierung Besonnenheit und die Rückkehr zu getroffenen Vereinbarungen einmahnt, wetzen die Parteistrategen aller Farben schon die Messer. Liste Fritz, SPÖ, FPÖ und ÖVP haben zum Thema bereits erste Statements versendet. Grundtenor: Bei der Ausweisung von Schutzgebieten durch die Tiroler Landesregierung wurde mit zweierlei Maß gemessen. Das rächt sich jetzt.

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34 Postings bisher
Kilian1990 vor 6 Monaten

Fakt ist, dass die Skigebiete und die Hotels (Gradonna, Sporthotel Sillian etc.) Arbeitsplätze geschaffen haben, und nicht der Nationalpark oder Natura 2000. Wie kann man die Abwanderung stoppen, fragen die Vordenker immer wieder. Ich kann es schon nicht mehr hören. Abwanderung, Abwanderung, Abwanderung, Abwanderung .... Fakt ist, dass ..... siehe oben

    blubla vor 6 Monaten

    Kein Hotel kann nur durch das Skiangebot überleben, im Tourismus muss man schon mehr anbieten, mach dich mal schlau 😉

    senf vor 6 Monaten

    killian1990: musst du abwandern? du solltest mehr objektivität an den tag legen und nicht frustration!

lienzerin43 vor 6 Monaten

Dann wird eben die gesamte Isel und alle Zubringer nominiert. Danke für die Hilfe Andreas! Und Dietmar hilft als Steigbügelhalter. Da Anda haut wieder um sich. Geleistet hat er die letzten 20 Jahre nichts.

kritisch vor 6 Monaten

Die Chance der Zukunft liegt in einer intakten Natur. Das muss uns endlich klar werden! Die momentane Verbauungspolitik auf Teufel komm raus, kann nicht der Schluß letzter Waisheit sein. Aber das interessiert viele Verantwortliche nicht.

blubla vor 6 Monaten

Ich finde diese ganze Diskussion eigentlich ziemlich traurig! Bei uns in Tirol ist man offenbar immer noch der Meinung das Naturschutz etwas schlimmes ist bzw jeder Umweltgedanke in sehr vielen Projekten keine Rolle spielt und sowieso nur der Profit im Mittelpunkt steht... lebt mal in einer größeren Stadt, dann wird euch relativ schnell klar werden wie wichtig eigentlich die Natur ist.. Den Menschen in Städten ist das längst bewusst, nur in unsere Täler wurde das noch nicht registriert!

Auch die Diskussion über Tauernbach und co. finde ich überflüssig.. ist doch klar dass wenn man schon die Isel schützt man auch die noch viel wichtigeren Zubringer schützen muss egal ob da so eine Planze wächst oder nicht!

An alle die hier so verwunder sind dass immer wieder Köll un Rt. genannt werden muss ich schon mal fragen welch Kurzzeitgedächtniss man haben muss um den enorem Wiederstand vergessen zu haben? Damit verbunden haben sie auch Ängste geschürt die in den meisten Fällen unbegründet sind! Kraftswerke haben da definitiv eine Rolle gespielt! Bei der Kritik an der Ausweisung in Nordtirol hatten sie aber vollkommen recht .. !

Ich bin der Meinung dass unsere intakte Natur (die man jetzt durch Natura 2000 richtig schützt) uns noch in vielen bereichen Vorteile bringen wird auch wenn es viele hier noch nicht begreifen!

    denkmoeglich vor 6 Monaten

    Hallo blubla, diese Einstellung von dir und einiger anderer, die uns schon lange eine rosige wirtschaftliche Zukunft über Naturschutz und naturnahen Tourismus versprechen, ist genau der Grund dafür, warum sich Osttirol nicht weiterentwickelt und der einzige Abwanderungsbezirk in Tirol ist! Das wird sich mit Leuten wie dir auch nicht so schnell ändern!

      blubla vor 6 Monaten

      Es ist ein Abwanderungsbezirik weil die Machthaber der letzten 40 Jahre nicht in der Lage waren Arbeitsplätze zu schaffen! JETZT sind wir so weit vom Schuss, dass man nur noch Schadensbegrenzung machen kann! Immer die Schuld auf die anderen schieben, bravo!

    Patti vor 6 Monaten

    Ja, genau blubla! Kannst du mir auch nur einen Betrieb nennen, der in ein Natura 2000 Gebiet geht, mit all seinen Auflagen? Ihr belügt seit Jahrzehnten die Bevölkerung und Osttirol verliert immer mehr Menschen!

    Eine ganz einfache Frage: Hat der Ausbau des Schigebietes GroßglocknerResort die Gemeinde Kals vor dem totalen touristischen Absturz gerettet, oder waren es die Chancen des Nationalparkes?

    Und wenn du Nationalpark sagst, was ist dann mit Prägraten?

      blubla vor 6 Monaten

      Als tut mir echt leid aber bei uns haben sich bis jetzt auch keine Betriebe angesiedelt und wenn eine Firma kommen möchte kann die das immer noch, auch mit Natura 2000! Ich würde eher sagen dass Schulz mit dem Hotel und Skischaukel Kals gerettet hat, aber der Nationalpark und die intakte Natur sehr wohl ihren Teil dazu beitragen damit Gäste kommen! Der Nationalpark bietet alles was man im Sommertourismus benötigt

      senf vor 6 Monaten

      @ patti zu deiner frage: beides, finde ich! und Prägraten? wie würd es dort jetzt ohnen nationalpark ausschauen. hast du für prägraten das patentrezept? übrigens: man kann alles schlechtreden. auch wenn man davon lebt!

Mottinger vor 6 Monaten

Hallo Sepp! Du bist wieder einmal weder richtig informiert, noch hast du das vorläufige Dokument richtig gelesen. Aber das ist man ja von dir gewohnt und genau deswegen hast du auch so wenig Vertrauen in unserer Bevölkerung, gerade einmal 2 % bei der vorletzten Bürgermeisterwahl 2010!

Die Kommission in der EU verlangt sicher nicht die Ausweisung des ganzen Tauernbaches, wo überhaupt keine Tamarisken sind und die Dynamik des Flusses wird jedenfalls durch die Gefälle der Klamm unterbrochen!

Die EU-Entscheidung verlangt aber eine genaue Abgrenzung, sonst könnte sie ja gleich auch den ganzen Lech verlangen! Das Gutachten des Planungsverbandes ist das einzige, das wissenschaftlich belegbar vorliegt!

Es spricht nicht gerade für dich als Jurist und deine angebliche Objektivität, wenn du Verständnis für einen „politischen Kompromiss“ äußerst, mit dem die Hälfte der Osttiroler Tamariskenbestände bewusst „ausgelassen“ worden ist. Das kann doch nicht dein Ernst sein und das wird die EU nie zulassen! Einfach unglaublich, deine Haltung, für einen so ausgewiesenen Grünen!

    Vision2000 vor 6 Monaten

    Wäre nur fair wenn auch der Mottinger einmal mit offenem Visier argumentieren würde. Wo vor fürchtet er sich?

    blubla vor 6 Monaten

    @MOTTINGER Ich hab mitleid mit dir und deinem Horizont, mehr ist da nicht mehr zu sagen Lg

Sepp Brugger vor 6 Monaten

Wenn ich richtig informiert bin, verlangt die EU-Kommission in diesem informellen Schreiben , "in allen Talzonen des Isel-, Defereggen-, Virgen-, Tauern- und Kalsertals die bisher noch gegebenen komplexen und vielfältigen Ansiedlungsbedingungen für Keimlinge bzw. die dafür entscheidende weitgehend natürliche Abflussdynamik der dortigen Bäche nachhaltig zu sichern.“ Für wie blöd hält uns eigentlich Bgm. Dr. Köll, wenn er uns erklären will, dass der damalige Vorschlag des Planungsverbandes, der weder die Ausweisung des Tauernbaches, noch der oberen Isel und auch nur Teile der Schwarzach als Natura 2000 Gebiet vorsah, nun als fachlich richtig verkaufen will? Mir war von Anfang an klar, dass nicht nur die gesamte Isel sondern auch der Tauernbach, die Schwarzach und der Kalserbach zur Gänze als Natura 2000 Gebiet auszuweisen sind, wenn man der Habitatrichtlinie entsprechen will. Ich war nicht glücklich über diesen Kompromissvorschlag, der nun von der EU-Kommission kritisiert wird. Aber in der Regierung muss man eben manchmal Kompromisse machen und ich hätte damit leben können zumal auch ohne Ausweisung der Schutz bedeutender Flusslandschaften nach der Habitatrichtlinie gewährleistet ist. Offenbar haben aber die Bgm. und die ÖVP vergessen, dass dieser Kompromiss erst aufgrund ihres Widerstandes entstanden ist. Ich habe nie verstanden warum man sich so heftig gegen den Erhalt des noch relativ guten Zustandes unserer Flüsse für die nächsten Generationen wehrt. Denn nicht mehr und nicht weniger bedeutet die Nominierung als Natura 2000 Gebiet. Ich habe gehofft, dass auch die Iseltaler Bürgermeister endlich kapieren, dass Natura 2000 eine Chance ist-siehe Lechtal-und nicht ein Nachteil. Offenbar habe ich mich aber geirrt. Warum sind wir nicht stolz darauf, dass wir noch so viele intakte Flusslandschaften haben? Ich fürchte wir brauchen noch mehrere aufrüttelnde Referate wie die von Prof. Werner Bätzing gestern. Sepp Brugger

    Rabarber vor 6 Monaten

    Ich war bei dieser Veranstaltung und habe genau gehört, was Prof. Bätzing auf die Nachfrage von Altbürgermeister Kratzer betreffend Natura2000 gesagt hat. Das stimmt aber nicht mit euren Wahrnehmungen überein – so positiv war das gar nicht für Natura2000.

      fb vor 6 Monaten

      Prof. Bätzing hat gesagt, dass die heutige Kulturlandschaft, welche nun geschützt werden soll hauptsächlich durch die Bauern, Landwirte geschaffen und auch in der Vergangenheit durch diese geschützt wurde. Deshalb habe er kein so gutes Gefühl wenn Umweltschutz von aussen verordnet wird.

      Er hat aber nichts von E-Wek süchtigen BGM gesprochen, die wohl jetzt die Bauernmeinung postulieren und somit die in der Vergangenheit geübte Selbstverständlichkeit aufheben.

Instinktivist vor 6 Monaten

Wenn ich so manche Kommentare lese, dann treibt es mir den Angstschweiß auf die Stirn. Natura 2000 ist demnach für die negative Bevölkerungsentwicklung in Osttirol und für die stagnierende Wirtschaftslage verantwortlich. Ein wahres Teufelszeug und das bereits bevor es so richtig beschlossen ist. Tut mir leid, aber da mache ich nicht mit! - unsere Frau BGM leider schon!

fb vor 6 Monaten

Das Land, LH Platter, Geisler und Felipe wissen wohl schon länger nicht (mehr), was die Bevölkerung will.

Im Normalfall wissen sie was Ihre Günstlinge, oder im Umkehrschluß diejenigen, deren Günstlinge sie sind, wollen.

MeineMeinung vor 6 Monaten

Keine zulässige Schlußfolgerung von dolomitenstadt at: Die hauptbetroffenen Osttiroler Ortschefs hatten nie eine Aversion gegen die EU-Richtlinie und deren Umsetzungsmodus und das bis heute nicht. Sie forderten/fordern nur deren korrekte, gerechte und gleich verteilte Umsetzung in ganz Tirol. In Matrei gibt es sogar einen gültigen einstimmigen Gemeinderatsbeschluß, natura 2000 dort umsetzen zu lassen, wo es - wissenschaftlich belegt und fachlich unumstritten - notwendig ist.

Ein regionalwirtschaftliches Programm braucht sich übrigens gerade in Osttirol als einziger Tiroler Bezirk mit negativer Bevölkerungsprognose niemand vorhalten zu lassen. Ein solches gibt es nämlich zwischenzeitlich auch im Pitztal - ohne natura 2000 aber dafür mit einem schönen Gletscherschigebiet, das demnächst mit dem Ötztal zusammengeschlossen werden soll - mit Zustimmung der Grünen...

Osttiroler.. vor 6 Monaten

@ MelissaM:

Leben Sie auf einem anderen Planeten, wo jammern denn Köll und Ruggenthaler? Jetzt jammern alle anderen und werden in ganz Tirol und ganz Österreich noch viele andere jammern! Hätten sie nur den/dem einzig richtigen und korrekten Lösungsvorschlag des Planungsverbandes Matrei und Umgebung geglaubt/vertraut....

Jetzt ist nicht nur Feuer am Dach, jetzt brennt die Hütte!

VirgentalerIn vor 6 Monaten

Dr. Frank Vassen und die NGOs haben auf allen Ebenen österreichweit gewonnen! Durch die gezielte „Indiskretion“ dieses „vorläufigen Arbeitsdokumentes“ im Wege der Tiroler Tageszeitung haben sie es geschafft, ein vorerst „internes“ Papier zu einem „offiziellem“ zu machen: Damit haben sie bewusst Fakten geschaffen, die jetzt niemand mehr aus den Vertragsverletzungsverfahrensakten „herausbringt“, sie haben ihr Ziel erreicht...

Dieses „Dokument“ stellt nun gerade nicht mehr nur eine „Schattenliste“ der NGOs dar, sondern weist jetzt den Charakter eines „offiziellen“ Ermittlungsberichtes der Generaldirektion Umwelt der Europäischen Kommission auf, der penibel - ohne vorherige „politische Interventionsmöglichkeiten auf Basis von wissenschaftlichen Expertisen und EU-rechtlichen Fachgutachten“ - auflistet, was in allen österreichischen Bundesländern noch fehlt! Dabei wurden noch nicht einmal alle eingemahnten Lebensraumtypen und noch gar keine eingemahnten Arten angeführt: Wer wird jetzt diesen, „vorerst internen“ Ermittlungsbericht „wegreklamieren“?

Der Tiroler oder der Österreichische Rechnungshof, der EU-Rechnungshof, die für Naturschutz - ohne Rahmengesetzgebung des Bundes - zuständigen Bundesländer, das für Vertragsverletzungsverfahren zuständige Bundeskanzleramt, der zuständige EU-Umweltkommissar Vella oder gar EU-Kommissionspräsident Junker? Sie alle sind geltendem EU-Recht verpflichtet, da hilft jetzt weder tricksen, noch jammern, noch tarnen und täuschen: Auch spielen „auf Zeit“ bringt nichts, das werden nur mehr „Rückzugsgefechte in Rückzugsgebiete“ sein, die Jean Claude Junker in anderem Zusammenhang einmal als, „hört auf mit dem österreichischem Klamauk...!“, bezeichnet hat. Der Ein- und Austritt in die EU ist freiwillig und alles andere ist Pflicht, so lange es nicht vom EU-Parlament und den Mitgliedsstaaten im Rat geändert wird: Österreich und seine Bundesländer haben es verabsäumt, rechtzeitig auf Basis von wissenschaftlichen und rechtlichen Fakten zu reagieren, das rächt sich jetzt bitter!

Und koordiniert hat in letzter Zeit die politische Führung der Umweltabteilung in Tirol mit Landesrätin Felipe, und das österreichweit: Ob das alles nur Zufall ist? Man sollte die, angeblich „durch Regierungsbeteiligung domestizierten“ Grünen nie unterschätzen, vor allem, wenn sie es „außerparlamentarisch“ über diverse NGOs spielen...

caum12 vor 6 Monaten

Wenn das so ist, dann gehöre ich nicht mehr zur Tiroler Bevölkerung.

MelissaM vor 6 Monaten

Nachnominieren ohne wenn und aber! Natura 2000 ist kein Hemmschuh und keine Käseglocke, sondern ein Gütesiegel. Köll und Ruggenthaler schaden mit ihrem Gejammer dem Image des ganzen Bezirkes. Das sollte ihnen einmal jemand erklären.

cambridge vor 6 Monaten

"Gerade auch vor diesem Hintergrund wird es für uns als politische Vertreterinnen immer schwieriger, die Vorteile der Europäischen Union in der Bevölkerung zu verankern." So eine Anmaßung! Wer wettert denn immer gegen die EU und deren Massnahmen? Die Bevölkerung oder deren Vertreter?

Randnotiz vor 6 Monaten

Lieber Dr. Pirkner! Was haben denn der Matreier Bürgermeister Andreas Köll und sein Virger Kollege Dietmar Ruggenthaler schon wieder falsch gemacht?

Andreas Köll hat sich „nur“ erlaubt - unter Verweis auf, bislang noch in allen 28 EU-Staaten geltendes Recht, das auch in Österreich Gesetzescharakter hat - darauf hinzuweisen, dass Natura2000 überall dort verpflichtend „als Netzwerk“ ausgewiesen werden muss, wo entweder Lebensraumtypen und/oder Arten nach der FFH-Richtlinie und Vogelschutz-Richtlinie wissenschaftlich-fachlich nachgewiesen worden sind. Diese Ausweisungen wären in einer, vorerst „national“ aufzustellenden Berechnung bzw. in weiterer Folge europaweit „kohärent bzw. zusammenhängend“ dort vorzunehmen, wo noch kein ausreichender Schutz gegeben sei: Dafür gibt es die biogeographischen Bewertungsseminare. Und aufgrund mehrerer, bereits durch einschlägige EuGH-Entscheidungen geschaffene Fakten bzw. Kriterien wisse man genau, wie derartige Gebiete abzugrenzen seien und - dass weder wirtschaftliche, noch soziale und schon gar nicht politische Gründe - für Ausnahmen herangezogen werden dürften, so der promovierte Jurist Köll. Verbindlicher Natura2000-Ausweisungsbedarf bestehe daher entweder wissenschaftlich-fachlich, oder eben nicht! Das war alles, was Köll gesagt hat und - dass damit der bisherigen Vorgangsweise des Planungsverbandes „Iseltal“ Recht gegeben worden wäre.

Dietmar Ruggenthaler hat dieses Mal noch gar nichts gesagt und es waren mit Sicherheit keine verwandtschaftlichen Beziehungen nach Virgen, die dieses „informelle“ Schreiben an die Öffentlichkeit gebracht haben: Nicht die Bürgermeister haben die Medien informiert, sondern diese haben nachgefragt, was sie denn zu diesem „vorläufigen Arbeitsdokument“ sagen würden?

Warum Frau Felipe dieses Schreiben vom 22.02.2017, an ihren resortzugehörigen Mitarbeiter Mag. Plößnig, so lange zurückgehalten hat, wird sie daher nicht nur den davon betroffenen Osttiroler Bürgermeistern erklären müssen...

Warum sollten also Andreas Köll und Dietmar Ruggenthaler „Speerspitze des Natura2000-Widerstandes“ bleiben? Auf „ihren“ Gemeindegebieten wurde schon beim Nationalpark Hohe Tauern - ohne jedwedes Fachgutachten - neben der Kernzone einfach auch die gesamte Außenzone überschießend vom Land Tirol nach Brüssel gemeldet.

Und jetzt wurde die ganze Isel nach Brüssel gemeldet, und zwar auch in jenen Bereichen, wo es überhaupt keine Tamarisken gibt! Was sollte man denn, vom Lande Tirol aus, in Matrei (das jetzt schon die mit Abstand größte „Natura2000-Gemeinde Österreichs „ist) noch alles nach Brüssel melden, oder in Virgen, was nicht eh schon alles gemeldet ist? Vielleicht auch noch den Tauernbach, an dessen Oberlauf es gleichfalls keinerlei Tamarisken gibt, aber wichtigste Infrastruktureinrichtungen von europäischer Bedeutung, darunter eine Felbertauernstraße, eine 380-KV-Leitung der APG, diverse Leitungen und Umspanneinrichtungen der TINETZ GmbH, das derzeit einzige baufähige, größere Wasserkraftwerk der TIWAG, wichtige Einrichtungen der Transalpinen Ölleitung und den einzigen Einflugskorridor nach Osttirol mit Luftfahrzeugen über den alten Felbertauernpaß, den man bei der Nationalparkzonierung bewusst ausgespart hat?

Gegen was sollten also Köll und Ruggenthaler überhaupt noch Widerstand leisten, vielleicht gegen eine flächendeckende Unterschutzstellung „ihrer“ kompletten Gemeindegebiete als weiteres „Feigenblatt“ für Nordtirol?

    Vision2000 vor 6 Monaten

    Immer und immer wieder das gleiche Gejammere. Durch das ewige Wiederholen von bedeutungslosen Kommentaren wird der Inhalt auch nicht glaubwürdiger. Tatsache ist , daß der Tauernbach auch nur aus politischen Gründen ausgespart wurde. Nur um einem gewissen AK aus seiner budgetären Notlage zu helfen. Bin neugierig wie viel Geld die Tiwag noch in ein so sinnloses Projekt stecken will. Ach ja, ist ja nur das Geld der Gebührenzahler, also uns aller. Das sind die wirklichen Skandale.

      Mottinger vor 6 Monaten

      Vision2000, bring doch mal einen glaubwürdigen Beweis dafür, dass es oberhalb der Proßeggklamm den Lebensraumtyp Deutsche Tamariske am Tauernbach (!) überhaupt gibt, außer du hast selbst eine dort eingesetzt?

      Und die Gebetsmühle mit der budgetären Notlage von Matrei glaubt auch keiner mehr: Entweder ist sie seit Jahrzehnten unverändert da (?), oder hat längst alle anderen Osttiroler Gemeinden erreicht, manche noch weit schlimmer als Matrei.... Deswegen wird sicher kein Kraftwerk von einer, der Gewinnmaximierung verpflichteten Aktiengesellschaft gebaut!

    lienzerin43 vor 6 Monaten

    Wenn jemand hier neu ist: ein Posting, das länger als der Artikel ist, wurde im Matreier Gemeindehaus verfasst!

      Hui Buh vor 6 Monaten

      Ja genau! Unser Bürgermeister war den ganzen Tag in Wien, wie man gestern in der ZIB 1 gesehen hat, und wir posten rund um die Uhr frisch und fröhlich vom Matreier Gemeindeamt aus...

      Wir arbeiten eben Tag und Nacht für Euch !

    klf2015 vor 6 Monaten

    "Gegen was sollten also Köll und Ruggenthaler überhaupt noch Widerstand leisten, vielleicht gegen eine flächendeckende Unterschutzstellung „ihrer“ kompletten Gemeindegebiete als weiteres „Feigenblatt“ für Nordtirol?"

    Suppa, Kölli und Rugge irren, nur mit einem Feigenblatt bekleidet, durch IHR Gemeindegebiet! Danke für dieses Bild aus der Gemeindestube ...

      Patti vor 6 Monaten

      @ klf2015: Suppa Niveau! Der Fasching ist vorüber, also gehst Du wahrscheinlich in den Keller lachen, mit Deinem Suppa-Schmäh. Kannst Du eigentlich auch sachlich, oder hast Du einen Clown gefrühstückt, Du Scherzkeks?

Vision2000 vor 6 Monaten

Ich kann hier Zuckerpuppe nur vollinhaltlich Recht geben.Scheinbar ist es wirklich für manche Tiroler Politiker notwendig ,in Brüssel noch eine Instanz zu haben die europaweit vorrausschauend Politik für die nächsten Generationen macht. Es sollte auch allen in Osttirol einmal bewußt werden, daß 100 te Arbeitplätze hier nur geschaffen werden konnten weil wir eben Teil dieser oftmals so gescholtenen EU sind. Wir haben im Bezirk Hochtechnologie, hervorragende Produktionsbetriebe, geniale Handwerker ....... und vorallem auch eine unwahrscheinlich vielfältige Natur die es zu schützen gilt ,wenn es auch so manchem Polterer im Bezirk nicht passt. Unser Bezirk könnte auf so vielen verschiedenen Standbeinen stehen und Einkommen daraus lukrieren.Die Schutzgebiete gehören dazu, sie sind einer unserer größten Schätze, die es zu erhalten gilt. Das ist eine große Chance und beim besten Willen keine Schikane für unsere Wirtschaft. Sehen wir doch die Vorteile und nutzen wir sie zu unseren Gunsten. Dieser ewige Streit ist der Bevölkerung schon lange nicht mehr zumutbar. In dieser Situation gibt es leider nur Verlierer!

Zuckerpuppe vor 6 Monaten

... Auch die Tiroler Bevölkerung kann die nunmehrige Forderung einer Nachnominierung nicht nachvollziehen. - Ja gehts denn Platter, Felipe und Co noch gut? Was erlauben sich die, für die Bevölkerung Tirols zu sprechen? das ist eine bodenlose Frechheit. Ich weiss auf jeden Fall, was ich bei der nächsten Wahl zu tun habe. Ich hoffe nur, dass diese scharz-grünen Wahnsinnigen hinterm Felbertauern dann einen saftigen Denkzettel erhalten. Wir haben hier eine traumhaft schöne und grossteils noch intakte Natur, das soll auch so bleiben. Mit etwas Geschick könnte gerade damit ein "Entschleunigungstourismus" in Gang gesetzt werden, dercseinesgleichen sucht. Genau das wollen nämlich immer mehr gestresste Menschen, anstatt Remmidemmi a la Ballermann. Ich bin eindeutig für die Nachnominierungen, nicht weil ich ewig gestrig bin, sondern absolut zukunftsorientiert.