Mit Peter Niedertscheider „über Stein nachdenken“

Am 17. März war im RLB-Atelier die Vernissage zur jüngsten Ausstellung des Lienzer Bildhauers.

„Über Stein nachdenken“ nennt Peter Niedertscheider seine Ausstellung im RLB Atelier, die am Freitag, 17. März, eröffnet wurde. Tatsächlich stimmt seine Inszenierung von neuen Marmorobjekten und Flachreliefs nachdenklich oder regt, präziser gesagt, zum reflektierenden Blick „hinter die Dinge“ und deren Materialität an.

Niedertscheider, Jahrgang 1972, entlockt seinem bevorzugten Arbeitsmaterial Marmor durch Bearbeitung und Arrangement einmal mehr verblüffende Dimensionen zwischen der Ewigkeit des Steins und der Flüchtigkeit der Betrachtung. Auch in der Umsetzung seiner Kunst arbeitet der Lienzer einerseits klassisch, andererseits mit neuen technologischen Möglichkeiten, wie beispielsweise der Lasertechnik.

Gruppenbild mit Künstler. Von links: Raika-Direktor Karl Brunner, die Lienzer Bürgermeisterin Elisabeth Blanik, Peter Niedertscheider, die Leiterin der RLB-Kunstbrücke Silvia Höller und RLB-Direktor Manfred Miglar. Foto: Brunner Images

„Für mich als Bildhauer ist das Arbeiten mit den Händen und die Auseinandersetzung mit dem Material ein wesentlicher Aspekt meines Tuns. Die haptische Qualität des Steins fordert das geradezu heraus. Der Tastsinn ist Teil der Bildhauerei. Auch wenn eine Arbeit zunächst gedanklich entwickelt wird, so ist die Realisierung immer auch ein handwerklicher Prozess, der manchmal Unvorhersehbares mit sich bringt. Allein die verschiedenen Marmorsorten haben völlig unterschiedliche Eigenschaften, die Werkzeuge verhalten sich von Material zu Material verschieden. Viele Entdeckungen ergeben sich unmittelbar aus dem Arbeitsprozess. Dieses Unberechenbare birgt ein großes Potenzial in sich und lässt Neues entstehen“, so Peter Niedertscheider.

Eine wesentliche Konstante in Niedertscheiders Schaffen ist seit über zehn Jahren das Flachrelief, dessen klassische Technik er in die Gegenwart überführt. Vorlage sind dabei meist Fotografien, selbstgemachte Aufnahmen oder Bilder aus dem Internet. Es sind spontan wirkende Szenen, die der Künstler meisterhaft und zur Postkarte miniaturisiert in Marmor einfriert und damit vom Trivialen zum „DENK-Mal“ im Sinn des Wortes macht.

Neben neuen, in Postkartengröße realisierten Steinreliefs präsentiert Niedertscheider in Lienz eine stilllebenhafte Installation aus Marmor: Ein Tisch, eine Lampe, ein Regal, kombiniert mit unterschiedlichsten Gegenständen und modellhaften Szenerien. Uns vertraute Objekte, deren Alltäglichkeit sich durch die Versteinerung verflüchtigt und sich so zu einem faszinierenden Wechselspiel von Realität und Imagination verdichtet.

Zu sehen ist die Ausstellung im RLB-Atelier bis 27. Mai während den Öffnungszeiten der Bank.

Slideshow zur Vernissage: Brunner Images

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