TVBO legt Bilanz mit einer Million Euro Gewinn vor

Verschuldungsgrad und Eigenkapital verbessert – Hochsteinzuschuss bleibt Thema.

Wohl um den üblichen Indiskretionen den Wind aus den Segeln zu nehmen, sendete der TVB Osttirol bereits kurz nach der heutigen Aufsichtsratssitzung ein offizielles Statement an die Osttiroler Medien aus, das Freude über den Jahresabschluss 2016 verbreitet.

„Nach Jahren geringerer Gewinne kann der Tourismusverband Osttirol 2016 wieder ein positives Eigenkapital bilanzieren. Aufgrund des hohen Jahresgewinnes 2016 von Euro 1.092.747 kann zum 31. Dezember 2016 ein Eigenkapital von Euro 679.171 ausgewiesen werden,“ steht in dem Communiqué. Der Aufsichtsrat habe den vom Vorstand vorgelegten Jahresabschluss einstimmig zur Vorlage an den Wirtschaftsprüfer freigegeben.

Einmal mehr wird von der TVBO-Spitze darauf verwiesen, dass nach der Fusion ein Schuldenpaket von 16 Millionen Euro vom Gesamtverband übernommen wurde, das bis Jahresende 2016 auf 8,5 Millionen Euro abschmolz. Man habe „trotz der Finanzierung der neuen Tourismuszentrale aus dem laufenden Überschuss aufgrund des guten Wirtschaftens die Liquiditätssituation im Verhältnis zu 2015 verbessert.“ Also sei auch der vom Land Tirol für 2015 errechnete Verschuldungsgrad von 85 Prozent im Jahr 2016 schon entsprechend niedriger: „Der Tourismusverband sollte damit den Vorstellungen der Aufsichtsbehörde entsprechen können, da sich zwei wesentliche Faktoren – Verschuldungsgrad und Eigenkapitalsituation – maßgeblich verbessert haben.“

Vorstand und Aufsichtsrat bekräftigen in dem Schreiben die „eingeschlagene Vorwärtsstrategie“, womit wohl die Millioneninvestitionen in Liftprojekte, finanziert durch eine erhöhte Aufenthaltsabgabe, gemeint sein dürfte. Man hofft auf Akzeptanz bei Vollversammlung und Aufsichtsbehörde für diesen Weg.

Zu guter Letzt bekräftigen die Touristiker, dass sie noch heuer 150.000 Euro für den Lienzer Hochstein zur Verfügung stellen würden, wenn – und nur wenn – die Stadt Lienz den Beteiligungsverhältnissen entsprechend mitziehe. Der TVBO komme seiner Verantwortung nach: „Nun liegt der Ball bei der Stadtgemeinde Lienz“. Nachträglich stärkt man damit dem Lienzer VP-Vizebürgermeister Kurt Steiner den Rücken, der am 28. März im Gemeinderat eben diesen Beitrag der Stadt für den Hochstein eingefordert hatte und dabei nicht einmal bei seiner eigenen Fraktion konsequente Rückendeckung erhielt. Ein geplanter ÖVP-Antrag – der vor allem die SPÖ auf die Probe gestellt hätte – wurde zurückgezogen und in eine „Anregung“ umgewandelt.

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6 Postings bisher
chiller336 vor 6 Monaten

is des glas jetzt ... halbleer oder halbvoll? hm

Maussi vor 6 Monaten

"Man hofft auf Akzeptanz bei Vollversammlung..." Akzeptanz wofür? Lifte zu finanzieren die Einzelnen nützen anstatt sich ein richtiges Konzept für die Zukunft zu überlegen? Wem nützt ein hingerechneter Gewinn, wenn es mit unserem Tourismus weiter steil bergab geht?

soji vor 6 Monaten

Wofür braucht es dann die Erhöhung der Aufenthaltsabgabe? Müssen wieder die kleinen Betriebe den Luxus der Großen zahlen? Der Verband sollte sich mal überlegen, was er tut, wenn er die ganzen Kleinen ausbluten hat lassen.

neofexy vor 6 Monaten

Gratulation! Das Budget wird immer höher, eine wuchtige Zentrale wird gebaut und man beweihräuchert sich nahezu täglich. Leider hat man vergessen welche Aufgaben der TVB in Wirklichkeit hat. ZB sich um ein ordentliches Marketing zu kümmern oder endlich aus Osttirol eine Marke zu machen. Aber wer braucht das schon, wenn er in einem neuen Büro sitzt, dass wir alle gezahlt haben.

Sinphon vor 6 Monaten

150.000,- für den Hochstein? Wieso es einen solch sinnlosen Beschluss überhaupt braucht. Am Ende zahlt der TVB für die Misswirtschaft als Eigentümer sowieso. Dafür muss sich kein Grmium aussprechen.

Hausmeister vor 6 Monaten

Wie hätte die tatsächliche Jahresrechnung wohl ausgesehen, wenn die notwendigen Abschreibungen am Hochstein vorgenommen worden wären?