125 Jahre TFBS: Aus dem Gasthaus auf den Campus

Die ehemalige „Handwerkerschule“ hat einiges erlebt und viel zu bieten. Slideshow!

Man schreibt das Jahr 1892. Die Welt ist technologisch im Umbruch, der Siegeszug von Telefon, Auto und Glühbirne ist nicht mehr zu stoppen …. und in einem der Gasträume des Lienzer Wirtshauses „Zum weißen Lamm“ in der Schweizergasse treffen sich 40 bildungshungrige junge Menschen. Es sind die ersten Schüler der damals von der Handelskammer gegründeten „Handwerkerschule“.

125 Jahre später erinnern ihre „Nachfahren“, die heutigen Berufsschülerinnen und -schüler an diese Anfänge. In historischen Outfits und mit viel Engagement zeigen sie einer illustren Schar an Ehrengästen, wie sich die TFBS entwickelte und was die Tiroler Fachberufsschule Lienz zu bieten hat.

Wenn sie aus dem Fenster blicken, schauen die heute 350 Jugendlichen dieser Schule auf die Baustelle des „Campus Technik Lienz“, der vier unterschiedliche Bildungswege unter einem Dach versammeln wird, darunter auch ein akademisches Studium, das mit dem Slogan beworben wird „Be a Pioneer“. So spannt sich der Bogen von den Pionieren des Jahres 1892 zu jenen von heute. Aus dem Gasthaus übersiedelte die Schule übrigens – mit einem Zwischenstopp in der Muchargasse – in die Franz Josefs-Kaserne, bevor Anfang der sechziger Jahre die heutige Heimat am Iselkai bezogen wurde.

Auch dieses Haus erfuhr bereits einige Erweiterungen und Ausbauten zu einer modernen Lehrstätte im dualen System, das Theorie und Praxis verbindet. Schmiede und Wagner sind 125 Jahre nach der Gründung keine mehr an Bord, dafür neben Tischlern, Maurern und Metalltechnikern auch Büro- und Einzelhandelskaufleute.

Natürlich wird bei Jubiläen auch viel geredet und jubiliert. Hauptredner war am 6. April der Landeshauptmann persönlich, zugleich Bauherr am Ort. Der Campus Technik Lienz wird federführend vom Land Tirol gebaut. Günther Platter, selbst gelernter Buchdrucker, hat einen Draht zur Lehre. „Wir brauchen in Osttirol einerseits die Möglichkeit zur akademischen Ausbildung, andererseits aber auch Fachkräfte. Es muss ja schließlich auch etwas produziert werden.“

„Gelebte Vielfalt und Verbundenheit mit der Region“ sind für Landesschulinspektor Roland Teissl die besonderen Merkmale der Lienzer Berufsschule und deren Direktorin Susanna Tasch unterstrich beim Festakt, dass neben allem fachlichen Wissen auch die Persönlichkeitsbildung ein ganz wichtiger Schwerpunkt der Berufsschule sei. Die fotografischen Eindrücke vom Festakt sammelte Philipp Brunner.

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