Fast 20 Prozent weniger Nächtigungen im März

Touristiker hoffen auf Abmilderung der Negativbilanz im April und relativieren die Zahlen.

Gleich vorweg: abgerechnet wird auch im Tourismus immer zum Schluss und für die Winterstatistik bedeutet das vor allem heuer: Erst nach dem Vorliegen der April-Ergebnisse wird man sagen können, wie schlecht das Winterhalbjahr aus der Sicht der Hotellerie war. Mehr als manche Werbekampagne beeinflussen nämlich zwei Parameter die Tourismuszahlen im Winter: das Timing der Feiertage und die Schneelage in der Hochsaison.

Nimmt man die reinen Zahlen für den vergangenen März, die am 26. April veröffentlicht wurden, dann schrillen die Alarmglocken: Fast 20 Prozent weniger Nächtigungen als im Vorjahr sind schmerzliche Einbußen für die Vermieter. Zählt man alle bisherigen Wintermonate zusammen, dann mildert sich das Drama etwas ab, mit bisherigen Verlusten zwischen 6,8 Prozent im Nationalparkgebiet und 9,5 Prozent im Defereggental und im Hochpustertal. Details zeigt die folgende interaktive Grafik. Klicken Sie auf die Balken, um die Werte anzuzeigen.



Vor dem Hintergrund der in Osttirol permanent geführten „Liftdiskussion“ lassen die Zahlen keinen kausalen Zusammenhang zwischen Lift-Infrastruktur und Nächtigungen erkennen, weder im Bezirk noch im Tiroler Gesamtvergleich. Auch die großen Nordtiroler Skigebiete mussten in diesem Winter – trotz wesentlich besserer Schneelage – bislang schwere Einbußen hinnehmen. In Osttirol schlagen sich die gut ausgebauten Schultz-Regionen und Obertilliach nicht besser als Lienz, das neben alten Liften aufgrund der Höhenlage auch vom Schneemangel besonders stark betroffen war.

Von Kals (Bild) über Matrei, das Defereggental und Lienz bis nach Obertilliach wurden im März starke Nächtigungsrückgänge registriert. Foto: Expa/Groder

Der TVB-Osttirol relativiert die Zahlen und schürt Hoffnung. 2016 war – trotz ebenfalls schwacher Schneelage – ein Winter-Rekordjahr mit beachtlichen Zuwächsen gerade im Monat März. Hier die Grafik mit den Nächtigungszahlen im Fünfjahresvergleich. Klickt oder tippt man auf die Balken, werden die Werte angezeigt:



Alle Tiroler Touristiker, auch jene in Osttirol, hoffen jetzt auf eine Bilanzkorrektur durch den April, in den heuer die sehr späten Osterferien fielen. Dieser letzte Wintermonat werde zwar das Minus nicht verhindern, aber dessen Ausmaß auf rund sechs Prozent einpegeln, glaubt TVB-Obmann Franz Theurl: „Damit läge Osttirol auf Augenhöhe mit Nordtirol, obwohl dort doch einiges mehr an Schnee gefallen ist.“

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3 Postings bisher
Pepi Kreuzer Parkhotel Tristachersee

Zum Thema Nächtigungsschwund in Osttirol: Dieser Schwund ist in erster Linie und seit Jahren auf die Dolomitenstadt Lienz zu münzen und wird bei dieser katastrophalen Einstellung zu Infrastruktur: Schließung und Abbau der Hochsteinbahnen und die drumherum rankenden, nicht zielführenden Maßnahmen ins Uferlose sinken. Die Gemeindeführung möchte mit der Führung der Bergbahnen die Bevölkerung nachweisbar hinters Licht führen. Frau Blanik ist nachgewiesener Maßen eine Gegnerin des Tiroler Tourismus und deren Betreiber. Was sagen Sie dazu? Aber sie kritisiert das Land und deren Aufbauarbeit.

nibo1966

Als kleine Anmerkung möchte ich feststellen, daß der Skibetrieb bereits am 2. April 2017, also 2 Wochen vor Ostern und noch vor den Osterferien mehr oder weniger eingestellt wurde und werden musste.

Der Graukofler

Den April muss man noch abwarten. Es sind ja nur mehr wenige Tage, dann wird uns das Ergebnis bekanntgegeben. Übrigens: Zur laufenden Diskussion um die Ortstaxe. Ich war vor kurzem in Innsbruck und musste dienstlich in einem Hotel übernachten. Die Aufenthaltsabgabe wurde pro Person und Nacht mit 1,00 Euro in Rechnung gestellt!