Tauerntal: Tiwag-Druckstollen kreuzt die Ölpipeline

Ist das Tiwag-Projekt ein Sicherheitsrisiko? TAL und Felbertauernstraße AG relativieren.

Wolfgang Retter zeigt auch an seinem 79. Geburtstag keine Ermüdung, wenn es um sein Lebensanliegen geht: die Erhaltung der Osttiroler Natur. Als Protagonisten eines Vereines mit genau diesem Zweck bezogen Retter und seine Mitstreiter am 6. Juni vor Medienvertretern Stellung zu einem laufenden Umweltverträglichkeitsverfahren für das von der Tiwag geplante Kraftwerk am Matreier Tauernbach.

Was der Verein zum Schutz der Erholungslandschaft Osttirols davon hält, gleich vorweg im Originaltext: „Wir halten fest, dass wir das beschriebene Wasserkraftwerk-Projekt als ökologisch falsch, absolut unwirtschaftlich und EU-rechtswidrig ansehen; es kann zu einer Gefahr für die Region und weit darüber hinaus werden.“

Wolfgang Retter, Anna Maria Kerber, Anna Steiner und Josef Unterweger (v.l.) vom Verein Erholungslandschaft Osttirol lassen kein gutes Haar am Tiwag-Projekt im Tauerntal. Foto: Dolomitenstadt/Pirkner

Vier Jahre lang plant die Tiwag schon an diesem Kraftwerk, ihr ehemaliger Vorstand Bruno Wallnöfer verordnete bereits Anfang 2014 eine Nachdenkpause, die EU fordert eine Einbeziehung des betroffenen Tauernbaches in die Natura 2000-Zone und nun sehen die Umweltschützer noch ein weiteres Manko: mangelnde Sicherheit.

Josef Unterweger, auf Umweltfragen spezialisierter Wiener Anwalt mit Osttiroler Wurzeln wundert sich: „Dieses Kraftwerk ist unwirtschaftlich, das weiß man auch im Vorstand der Tiwag. Es ist aber auch gefährlich.“ In dem engen und teilweise steilen Tal verlaufen einige „Lebensadern“ mit europäischer Dimension, darunter die 380-kV-Leitung, ein Datenhighway der Telekom und auch die Transalpine Ölleitung, die aus dem Hafen von Triest praktisch das gesamte in Bayern und Baden Württemberg benötigte Erdöl über die Alpen transportiert. Details zeigt dieses Video.

Gedränge der überregionalen Versorgungsstränge im Tauerntal: Pumpstation der transalpinen Ölleitung, 380 kV-Leitung und Felbertauernstraße. Unterhalb der Pumpstation ist das Krafthaus geplant. Foto: Wolfgang Retter

Der Tauernbach soll laut Plänen der Tiwag bei den Schildalmen ausgeleitet werden. Das Wasser fließt durch einen 2,37 Kilometer langen Druckschacht mit anschließender 6,1 Kilometer langer Druckrohrleitung. Unterweger: „Diese Druckrohrleitung führt durch Wildbachstriche und Lawinengebiete. Sie kreuzt zweimal die Pipeline der TAL.“ Einmal liege das Wasserrohr über und einmal unter der Pipeline, laut Plan in einem Abstand von „mindestens einem Meter“.

Nicht nur Unterweger fragt sich, ob das nicht ein Risiko schon beim Bau bedeutet: „Wer weiß denn, welche Erschütterungen es geben wird? Wie sich der Boden verhält? Überlässt man das dem Baggerfahrer?“ Das Krafthaus soll unmittelbar neben der Pumpstation der Transalpinen Ölleitung errichtet werden.“Dieser Bereich ist ein sogenanntes ‚Seveso III Gebiet‘, also besonders sensibel, was die Vermeidung von Unfällen anbelangt.“

In den Einreichplänen steht zudem, dass die Druckrohrleitung in ihrem dritten Abschnitt „großteils in der FTS“ (Felbertauernstraße) geführt werden soll – laut Plan und Beschreibung auf einer über 700 Meter langen Strecke. Damit stelle sich die Frage, ob beim Bau die Felbertauernstraße gesperrt werden müsse.

Anna Steiner, seit Jahrzehnten Bäuerin im Tauerntal, teilt die erwähnten Bedenken und fügt einige weitere hinzu. Beispielsweise sei flankierend zum Kraftwerksbau ein „Radweg“ geplant, offenbar eher eine Bau- und Umfahrungsstraße, da eine Breite von vier Metern vorgesehen ist, samt Verstärkung bestehender Brücken auf 40 Tonnen Tragkraft. „Radfahrer dieser Gewichtsklasse fahren nicht ins Tauerntal“, ist sich Unterweger sicher. Einige Grundbesitzer wehren sich bereits.

Das Umweltverträglichkeitsverfahren läuft und soll bis zum September abgeschlossen sein. Die Naturschützer sind zuversichtlich, dass ihre Einwände spätestens in der letzten Instanz, dem Bundesverwaltungsgericht, Gehör finden werden. Dolomitenstadt.at konfrontierte die Führungsetagen von TAL und Felbertauernstraße mit den genannten Sorgen. In ersten Reaktionen beruhigen beide Unternehmen.

Karl Poppeller, Vorstand der Felbertauernstraße AG, sieht einerseits die Planung „noch nicht in einer endgültig ausgereiften Form“, andererseits erwartet er keine relevante Verkehrsbehinderung: „Das bedeutet natürlich einen erheblichen Aufwand, der aber die Tiwag trifft. Es lässt sich jedenfalls zeitlich und technisch machen.“

Die Geschäftsleitung der TAL betont in einem schriftlichen Statement, die Pipeline werde im Leitungsabschnitt Gruben von diesem Projekt tangiert und habe ihre Parteistellung „durch Abgabe einer Stellungnahme zum gegenständlichen Projekt gewahrt. Insbesondere haben wir darin auf ein noch durchzuführendes Verfahren gemäß § 30 Rohrleitungsgesetz hingewiesen, in welchem entsprechende Vorkehrungsmaßnahmen zum Schutz der Pipeline von der Behörde festgelegt werden.“ Man sei bereits in der Projektierungsphase von der Tiwag eingebunden worden. Wenn die im Rohrleitungsgesetz behördlich vorgegebenen Maßnahmen umgesetzt würden, habe man „von Seiten der TAL keine Bedenken im Hinblick auf die Sicherheit der Anlagen und des Betriebes.“

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25 Postings bisher
wolf_c vor 2 Monaten

... das beschämendste bei diesen Bachableitungen ist, daß die Protagonisten NationalparksBürgermeister sein sollen; hätten sie Anstand und Charakter wären sie alle schon aus dem Kuratorium zurückgetreten und verschwunden, und bekennten sich zum totalen Ausverkauf vom Wasserschatz; sie sind unwürdige Vertreter der Natur, sie sind die Vertreter der kapitalistischen Naturzerstörungskultur, und sie haben in diesem Kuratorium die Funktion von Totengräbern des Nationalparks; aber sie sind ja die gewählten Vertreter ihrer besinnungslosen Wähler, denen eine gschmackige Gehirnwäsche das liebste ist, weil eigenständiges Denken(von Handeln gar nit zu reden) schmerzen könnte. Und so grinsen die obersten Täter und Führer der Iseltaler und Oberländer Gemeinden ihre Wähler höhnisch an und geniessen die Blödheit derselbigen ...

    Stiller Gedanke vor 2 Monaten

    Ausverkauf des Wasserschatzes? Meistens sind die Wasserrechte nur auf ein bestimmte Zeit vergeben und müssen dann wieder neu ausverhandelt werden. Und da das Wasser so oder so über das Tal hinaus rinnt, ist es für mich nur sinnvoll dieses auch energiewirtschaftlich zu nutzen. Außerdem sind in Tirol die Umweltbestimmungen so hoch wie kaum irgendwo anders, und gerade ein Betrieb der im Besitz des Landes Tirol ist, nimmt es mit Vorschriften und Genehmigungsverfahren sehr ernst.

      Erich vor 2 Monaten

      ☹ Letzter Satz: Genau der Politikersprech, den wir seit Jahrzehnten hören .... Wer´s glaubt, wird selig ....

realist vor 2 Monaten

Dieses ewige "gegen alles sein" ist schon so was von nervig! Kaum auszuhalten!

Gegen Atomkraft Gegen Öl Gegen Kohle Gegen Erdgas

Ist ja alles noch ok!

Gegen Wasserkraft Gegen Windkraft

Was bleibt???? Mit Sonnenenergie kann man halt noch nicht den benötigten Bedarf decken! Und man stelle sich vor jemand würde eine grossflächige Photovoltaikanlage projektieren - wer wäre wohl wieder dagegen!

Machen wir mal nen Versuch und fangen bei den "Allesgegnern" an - Strom weg - fossile Energie weg ..... dann schaun wir mal wie lange sie das aushalten! Solange diese fast schon militanten Möchtegern-Umweltschützer selbst noch mit Dieselfahrzeugen unterwegs sind und im Winter die Ölheizung oder den Kachelofen aktivieren usw. sind sie für mich mehr als unglaubwürdig und eigentlich nur populistisch.

Und ob ein Unternehmen ein wirtschaftliches oder unwirtschaftliches Projekt startet ist immer noch dessen eigenes Risiko!

.... Let the shitstorm begin ....

Detektor vor 2 Monaten

Erstaunlich, wie und zu welchen Themen hier argumentiert wird. Manche schreiben sich ja ihren ganzen Weltschmerz von der Seele. Was haben Szenarien von schnellladenden E-Autos mit der Wirtschaftlichkeit eines Sommerkraftwerkes zu tun? Höchstens soviel, dass dann z.B. an so manchen Tagen im Jahr keine einzige Schnellladung (aber auch kein anderweitiger Strombezug) möglich wäre, wenn wir auf mehr solcher Kraftwerke wie dieses Projekt am Tauernbach angewiesen sein sollten.

Die Bergbäuerin (siehe Senf) weiß offenbar – im Gegensatz zu so manchem hier postenden Genau-Wisser – recht gut, worüber sie spricht. Wer Jahrzehnte im Tauerntal lebt und arbeitet und den Tauernbach das ganze Jahr über sieht - vom Winter bis zum Frühjahr fast ohne Wasser – , der muss wohl zum Schluss kommen, dass ein Wasserkraftwerk ohne Wasser nicht allzu ertragreich sein kann. Wie sinnvoll ist ein Kraftwerk, das besonders wenig oder gar keinen Strom gerade dann liefern kann, wenn man am meisten Strom braucht? Gerade diesen im Winter fehlenden Strom holen sich die Stromgesellschaften dann aus den zitierten Atom- oder Kohlekraftwerken. Ein Vorzeigebeispiel für ein Winterschlafkraftwerk haben wir ja schon in Osttirol: jenes der Tiwag am Dorferbach in Prägraten. Es steht aus Wassermangel im Winter insgesamt wochenlang still – am Display auf der schönen Fassade des Krafthauses für jedermann ablesbar. Auch ein noch so heftiger Landtagsbeschluss zu den Autarkiezielen des Landes wird den Tauern- oder Dorferbach nicht zu einer Sommer-Winter-Umkehrung ihres Abflusses bringen.

    senf vor 2 Monaten

    dedektor@: schade, dass sie keine objektivität zu tage bringen. das kw-projekt tauerntal ist auf eine jahresleistung von 85 MW ausgelegt, das entspricht etwa 12% der leistung eines mittleren atomkraftwerkes. das vorliegende ausleitungskraftwerksprojekt ist der kompromiss, nach der ablehnung des ursprünglichen projektes mit der speichervariante raneburg im tauerntal, das ja die so notwendige energie in den winter verlagert hätte. aber auch dieses vorhaben wurde von denselben leuten verhindert. dafür werden für diese zeit die kohle-kw aktiviert. das kw am dorferbach ist für die sommerenergie überflüssig, es liefert jedoch pumpenergie an die speicherkraftwerke malta und/oder kaprun zur produktion im winter. wenn nun der tauernbach wegen seiner niedrigen winterfracht negative ertragsergebnisse bringen soll, was ist dann mit den vielen anderen osttiroler kleinkraftwerken, die ebenfalls an gletscherbächen hängen und im winter minimale ausbeute erreichen? ich kenne keine anlage, die pleite gegangen ist. Sie erstaunt, mit welche themen hier argumentiert wird. das mag wohl daran liegen, dass sie sich das herausholen, das ihnen gerade passt, um stimmung zu machen. ich habe jedenfalls im hinblick auf die gesamtenergiesituation meine bedenken - entgegen diejenigen, die gerne behaupten, der strom kommt ohnehin aus der steckdose. die fachliche beurteilung der notwendigkeit und wirtschaftlichkeit des vorhabens soll man denen überlassen, die die fakten des projektes kennen. und wenn jemand glaubt, den tauernbach in seiner natürlichkeit erhalten zu wollen, dann soll er das auch glaubhaft tun.

      Stiller Gedanke vor 2 Monaten

      @senf Genau so ist es, wenn das KW nur im Sommer viel Strom produziert, dann können die Kraftwerke mit Jahresspeicher und Pumpspeicher mehr Wasser für den Winterbetrieb aufbewahren.

      Erich vor 2 Monaten

      Das Projekt Raneburg -Matrei war nicht als Jahresspeicher, sondern als Pumpspeicher geplant. Es sollte der Tiwag dadurch Gewinne bringen, dass billiger Bandstrom in teurerem Spitzenstrom umgesetzt wird. Allerdings sinken die Erträge von Pumpspeicheranlagen seit Jahren; sodass neue Anlagen zurückgestellt wurden (z.B. das schon fertig geplante Limberg III der Verbundgesellschaft). Diese geänderte Situation am Energiemarkt und der Widerstand der Matreier, die sich ihren Lebens- und Wirtschaftsraum nicht überstauen lassen wollten, hat dieses Projekt verhütet. Kleinkraftwerke an Gletscherbächen gibt es kaum (bis auf jenes am Prägrater Dorferbach – siehe sein Ergebnis); es handelt sich meist um Bergbäche mit besserem Sommer-Winter-Verhältnis des Abflusses; zudem profitieren diese kräftig durch eine eigene Ökostromförderung und fordern Förderungen auch weiterhin lautstark ein. Übrigens: auch die Tiwag gibt (in einem anderen Medium zitiert) inzwischen sehr wohl zu, dass man sich die Wirtschaftlichkeit noch genauer ansehen wird ….

      senf vor 2 Monaten

      erich@: niemand hat hier das ursprüngliche projekt im tauerntal als jahresspeicher benannt. meine bezeichnung oben lautete "speichervariante". egal ob damit "tages, wochen- oder jahrespeicher" gemeint war und der tumpf dann mit solarenergie, oder anderer, zur falschen zeit überschüssiger energiequellen befüllt worden wäre. klein (st) kraftwerke im bezirk mit gletscherwasseranteil - mehr oder wenig: dorferbach, timmelbach, teischnitzbach, lesachbach, trojeralmbach, schwarzach-unterstufe, ködnitzbach, kalserbach I, kalserbach II ... ob nun ökostomförderung oder nicht spielt keine rolle, die wkw-projekte werden nach wirtschaftlichen prinzipien, technischen rahmenbedingungen und der vorhandenen und möglichen energieausbeute kalkuliert und wenn dabei gewinne angestrebt werden, dann sind hier ordentliche kaufleute am werk. oder gehst du gatis buggeln? Übrigens: die tiwag ist das einzige stromproduktionsunternehmen, bei dem es die bürgermeister verstehen, möglichst viele entschädigungsleistungen herauszuholen (vielleicht ist das auch der grund, erstmal dagegen zu sein) . bei den vielen privaten kleinstwasserkraftwerken entfallen diese abgeltungen. warum wohl? nochmals: wenn jemand glaubt, den tauernbach in seiner natürlichkeit erhalten zu wollen, dann soll er das auch glaubhaft tun.

iseline vor 2 Monaten

Stutzig macht mich in obigem Beitrag die Aussage von K. Popeller, der die Planung der Tiwag "noch nicht in einer endgültig ausgereiften Form sieht." Daraus muss man ja fast schließen, dass die Tiwag ein unausgegorenes Projekt zur UVP eingereicht hat. Das ist genauso wenig beruhigend wie die Vorabzusage von Mag. Popeller, dass es im Zuge des Baus zu keinen "relevanten Verkehrsbehinderungen" kommen werde.

Mir ist der Felssturz am Felbertauern noch zu gut in Erinnerung und jetzt soll sogar eine Druckrohrleitung in der Felbertauernstraße geführt werden? Hände weg von diesem Projekt!

    Stiller Gedanke vor 2 Monaten

    Der Felssturz ereignete sich an einer Stell wo Teil der Trasse auf Brücken, also in der Luft, waren. Wenn der Felssturz auf einer normalen Straße passiert wäre dann hätte nur die Asphaltdecke ein paar Kratzer davongetragen und der Untergrund der Straße wäre vollkommen unberührt geblieben.

    Eine UVP ist dazu da um Ungereimtheiten im Projekt noch einmal umzuplanen, deswegen werden auch die meisten Projekte öfter zum UVP Verfahren eingereicht.

    Als damals die neue Sraße errichtet wurde gab es keinen Aufschrei der Umweltschützer und die Straße war sicher ein viel größerer Eingriff in die Natur als dieses Kraftwerk es je sein wird.

    Warum wurde da nicht zu gunsten der Umwelt auf die beibehaltung der alten Trasse gepocht? Abervstimmt das war ja kein verhasstes Kraftwerksprojekt.

    chiller336 vor 2 Monaten

    also ich glaub nicht, dass ein karl popeller in den schubladen der tiwag zuhause is .... vielleicht was die trassenführung auf der felbertauernstraße betrifft, aber sonst wage ich das eher zu bezweifeln. schliesslich macht das so ein konzern nicht das erste mal

    Kilian1990 vor 2 Monaten

    ... und jetzt soll sogar eine Druckrohrleitung in der Felbertauernstraße geführt werden. Wo besteht Ihrer Meinung nach die Gefahr, liebe Iselfrau? Dass sie leck wird vielleicht? Und selbst das hätte keine großen Folgen.

senf vor 2 Monaten

nach den zielendes landes will man spätestens m jahr 2050 energieautark sein (atomstromfrei, ölheizungsverbot, importverbot anderer energiequellen ...) wie das zu schaffen ist, bleibt leider unbeantwortet und nachdem man ja in tirol immer und überall gegen jegliche wasserkraftnutzung kämpft, sollte man diese illusion endlich aufgeben. kein grosskraftwerk, kein kleinkraftwerk, kein pumpspeicherkraftwerk lautet der tenor, dafür tonnen an hochgiftigen batteriespeicher, photovoltaikplatten und verbrannte, aus dem schlot stinkende Industrieabfälle und ausgebeutete wälder sind anscheinend unsere zukunft und weil man das elegant verschweigen will, werden einfach behauptungen in den raum gestellt. hut ab von der bergbäuerin, aber kann sie tatsächlich fundiert behaupten, wann ein kw wirtschaftlich ist, kann ein Jurist über die sicherheit am bau urteilen oder versucht man es hier mit angst- und panikmache, wenn man verlautet, dass das kw im tauerntal "zu einer Gefahr für die Region und weit darüber hinaus werden kann?" ich finde es schade, dass sich ein verein, der viel gutes für den bezirk erreicht hat, auf eine solche argumentationslinie begibt. GEO hat es auf den punkt gebracht: um 6.000 e-autos gleichzeitig zu laden, wird ein mittleres atomkraftwerk benötigt, bei vollast über 24 stunden, also einen tag können daher lediglich 288.000 autos nachgeladen werden. nur so nebenbei: in der BRD sind derzeit 55 millionen kraftfahrzeuge zugelassen und wie viele e-autos werden es demnächst in osttirol sein? woher nimmt man für diese die energie? wo bleibt eigentlich der aufschrei gegen den unersättlichen grundverbrauch im lienzer talboden, wo bleibt er gegen die verkehrsbelastung durch die liebliche stadt lienz, durch sillian und andere orte? sollte sich ein landschaftsschutzverein nicht dieser und anderer brennenden Probleme annehmen und sich beispieweise gegen die jetzt überall sichtbaren kahlschläge in unseren bergwäldern, gegen die monokulturen in den gunstlagen oder gegen das ausbleiben der schwalben in den dörfern einsetzen? es würde der (noch) vielfältigen osttiroler landschaft sicher dienlicher sein.

    Stiller Gedanke vor 2 Monaten

    Außerdem belasten Schnellladestationen das Netz unglaublich. Es werden Stromspitzen verbraucht und den Leuten ist es ziehmlich egal ob gerade Wind- oder Sonnenstrom verfühlgbar ist, die wollen ihr Auto schnell und zu der Zeit wo es für sie passt aufladen. Und zum Ausgleich dieser Spitzen benötigt man nun mal regelbare Erzeugeranlagen wie z.B. Speicherkraftwerke.

    Denn wenn in Zukuft jeder ein Elektroauto mit einer größeren Reichweite als 500 km haben will, dann wird der normale Hausanschluss nicht genügen die Akkus mit mehr als 60 kWh in einer halbwegs vernünftigen Zeit aufzuladen. Aus meiner sicht wäre eine Lösung zum Aufladen der E-Autos die Parkplätze der Geschäfte mit Schnellladestationen auszustatten , dann kann man während dem Einkaufen wieder vollladen. Viele haben in ihrer Wohnung nichteinmal eine Möglichkeit ihr E-Auto zu laden. Alle künftigen Maßnahmen werden das Netz beanspruchen und regelbare Anlagen benötigen, aber soblad eine Leitung oder ein Kraftwerk gebaut wird dann schreien alle auf. Nur die wenigsten dieser Aufschreier verstehen oder erahnen die Zusammenhänge und Wiedersprüche in ihren Forderungen.

Stiller Gedanke vor 2 Monaten

Das einzige an diesem Projekt das mich stört, ist die jetztige Form als Ausleitungskraftwerk, welche energiewirtschaftlich eine beinahe genauso unvorhersebare Erzeugung liefert wie Wind und Sonne. Ein Pumpspeicherkraftwerk, wie zuerst geplant, würde vielleich wirtschaftlich ebenao unrentabel sein, bei den aktuellen Energiepreisen, jedoch die nötige Planbarkeit bieten zur notwendigen Stabilisierung im Netz.

Zu den oben genannten Bedenken kann ich nur sagen, dass die Fläche auf der das Krafthaus entstehen soll doch einen erheblichen höhenunterschied zur Pumpstation Gruben hat und somit kaum Einfluss auf dieses nehmen sollte.

Was ist bitte das Problem wenn der Radweg 4m anstatt 2 m breit sein soll und wenn die Brücken auf 40t zugelassen sind? Ist es nicht eher sogar positiv das eine Bau- und Umfahrungsstraße (vielleicht noch von der Tiwag bezahlt) im Nachhinein von der öffentlichkeit als Radweg genutzt werden kann.

Welche erschütterungen entstehen, wird man natürlich dem Baggerfahrer überlassen, weil beim normalen verlegen einer Rohrleitung keine nennenswerten erschütterungen entstehen, zumindest keine anderen als beim verlegen der Ölleitung selbst und das sollte diese dann wohl aushalten.

Und was Lawinenstriche mit einer unterirdischen Rohrleitung zu tun haben werde ich wohl auch nicht begreifen.

ungereimp vor 2 Monaten

... ein Träumer ist wohl der, der so ein Kraftwerk für rentabel hält, und der glaubt dass da Arbeitsplätze geschaffen werden. Es wird wahrscheinlich nicht einmal eine Osttiroler Firma beim Bau zum Zuge kommen. .. aber was soll's - wird eh nicht gebaut.

lG kein Grüner, auch kein Jammerer nur ein Realist🤔

    Stiller Gedanke vor 2 Monaten

    Wie viele Ostiroler die Tiwag bei Projekten in Osttirol beschäftigt konnte man beim UW-Kalserbach beobachten, und das waren doch einige. Langfristiger Arbeitsplatz wird aber sicher keiner geschaffen.

    Rentabel muss es ja nicht sein, die Idee "grünen" Strom herzustellen muss auch etwas wert sein. Immerhin ist der Anteil der erneuerbaren Energien im österreichischen Energiemix bei ca 33% und er steigt nur sehr mühevoll.

      senf vor 2 Monaten

      hast recht, jedes haus wir einmal fertig und die unternehmen ziehen zum nächsten vorhaben. auch das sind dann dauerarbeitsplätze!

      F_Z vor 2 Monaten

      wo hast du denn das mit 33% her? 2015 waren es 89,1%

      Stiller Gedanke vor 2 Monaten

      F_Z Energiemix und nicht Strommix. Und wenn das Land bis 2050 energieautakr sein will muss man die anderen Energiequellen eben durch Strom - Wärmepumpen und Biomasse ersetzen. Also der ganze Verkehr elektrisch, alle Heizungen ohne Öl und Gas aber überall braucht es Strom.

      karli8 vor 2 Monaten

      @Stiller Gedanke: Um Energieautark zu sein reicht es nicht aus alles auf Strom, Biomasse und Wärmpumpen (?) umzustellen. Die Gesamte Primärenergieerzeugung muss in Tirol erfolgen und aus erneuerbaren Energieträgern gestaltet werden. Der Anteil Erneuerbarer Energieträger in Tirol betrug 2015 lt EU-Richtlinie insgesamt 44,2%. Alles auf Strom umzustellen reicht nicht aus, denn der kommt ja bekanntlich ...

      Stiller Gedanke vor 2 Monaten

      @karli08 Die 33% bezogen sich auf den Bundesverbrauch.

      Natürlich sollte dann auch die gesamte Energie zumindest theoretisch in Tirol erzeugt werden, da gebe ich dir vollkommen recht. Nur ist sollte man in diesem Thema über die Grenzen von Tirol hinaus denken.

Kilian1990 vor 2 Monaten

Die Tamariske gibts im Tauerntal nicht, jetzt müssen TAL, Felbertauernstraße, 380-kv-Leitung und Telekom als Argumente herhalten gegen ein für die Wirtschaft und die Entwicklung der Region wichtiges Projekt. Diese weltfremden Träumer kümmern sich lieber um Pflanzen und Tiere als um die Menschen. Aber solche wird es hier sowieso nicht mehr lange geben, wenn das so weitergeht ... Ohne Arbeit, Existenzgrundlagen und Perspektiven wandert man einfach lieber aus. Auch wenn dolomitenstadt das nicht veröffentlicht, wichtig ist, dass ihr es lest.

    Zuckerpuppe vor 2 Monaten

    Ohne Pflanzen und Tiere wirds auch keine Menschen mehr geben.