Der Osttiroler Künstler Oswald Kollreider ist tot

Einer der Wegbereiter der modernen Malerei im Bezirk starb am 19. Juli in Strassen.

Traurige Nachrichten aus dem Oberland: Der Künstler Oswald Kollreider ist im 96. Lebensjahr verstorben, nach einem Leben voller Kunst, Reisen und Liebe zur Heimat. Als Träger mehrerer Ehrenzeichen und Medaillen ist die Betroffenheit in seinen beiden Heimatgemeinden – Strassen und Kartitsch – groß. Mit Kollreider verliert Osttirol eine Größe der zeitgenössischen Kunst.

Oswald Kollreider wurde 1922 in St. Oswald/Kartitsch auf einem Bergbauernhof geboren, verbrachte seine Kindheit und Jugend in ärmlichen Verhältnissen und erlernte nach der Volksschule das Malerhandwerk. Nach dem 2. Weltkrieg kehrte er mit einer schweren Handverletzung aus Stalingrad zurück und musste zwar seinen Beruf an den Nagel hängen, nicht aber das Malen.

Kollreider wurde Künstler, besuchte die Akademie in Wien, lernte bei Kunstgrößen wie Herbert Boeckl oder Sergius Pauser und schloss sein akademisches Studium nach dem Krieg erfolgreich ab. 1946 stellte der Künstler erstmals in Lienz aus.

Oswald Kollreider, 1922 – 2017. Foto: Dolomitenstadt/Funder

Oswald Kollreider war sehr viel auf Reisen. Expeditionen führten ihn um die halbe Welt, nach Südamerika, Afrika und Asien, unermüdlich nach Eindrücken suchend, nach Inspiration und der Faszination des Neuen und Unbekannten. Zugleich blieb der Künstler aber immer tief in seiner engsten Heimat verwurzelt, übersiedelte lediglich von Kartitsch nach Strassen und lebte dort gemeinsam mit seiner Schwester Theresia Jahrzehnte im Gemeindehaus, wo erst vor Kurzem eine große Werkschau gezeigt wurde. Teilnehmen konnte der Maler an der Veranstaltung nicht. Das ließ seine Gesundheit schon lange nicht mehr zu.

Kollreiders kreatives Thema war das Leben an sich, eingefangen in Porträts und Landschaften, aber auch in spirituellen Bildern, die tiefe Religiosität sichtbar werden ließen. Ästhetisch ist Kollreiders Arbeit von Energie geprägt. Unermüdlich schuf er Bild um Bild, mit großzügigen, skizzenhaften Strichen und kraftvollen Farben, die über das bewegte Leben des Malers hinaus nichts an künstlerischer Leuchtkraft verlieren.

Oswald Kollreider trug den Berufstitel „Professor“, bekam das Silberne Ehrenzeichen für die Verdienste um die Republik Österreich und die Verdienstmedaille des Landes Tirol. Im Wohnort Strassen war er Ehrenbürger, in seinem Geburtsort Kartitsch erhielt er das Goldene Ehrenzeichen.

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