Incredible! Drei Inder und die Kunst des Mallakhamb

Die von UmmiGummi zu OLALA eingeladenen Künstler überraschen immer wieder.

Seit mehr als einem Vierteljahrhundert verwandeln Hans Mutschlechner und UmmiGummi die Stadt Lienz – und inzwischen auch Sillian, Matrei und Innichen – in der letzen Juliwoche zu einem internationalen Hotspot der Straßenkunst. Und doch überraschen die von „Mutsch“ weltweit entdeckten KünstlerInnen immer wieder aufs Neue. Die Qualität der gezeigten Akrobatik, Artistik, Musik oder Installationen übertreffen oft sogar die in Lienz bereits sehr hohen Erwartungen des Publikums.

Eine besondere Überraschung ist in diesem Jahr die indische Gruppe „Incredible Mallakhamb“, die am Freitag und Samstag um 20:30 auf Schloss Bruck für eine weitere Österreichpremiere sorgen wird. Um die jungen Inder Anup Thakur, 25, Deepak Shined, 21, und Tamaji Momdarkar, 20, überhaupt aus Mumbai nach Lienz zu bringen, bedurfte es nicht nur nervenaufreibender Bürokratie rund um Visaanträge, sondern auch noch einer gehörigen Portion Geduld und Humor, als man herausfand, dass der Fahrer des Taxitransfers am Münchner Flughafen die drei weitgereisten Passagiere nicht wie geplant nach Lienz, sondern erst einmal nach Linz chauffierte.

Die drei nahmen diesen peinlichen Irrtum gelassen. „Wir versuchten einfach, noch ein paar zusätzliche Stunden im Auto zu schlafen. Jetzt sind wir ja da und Lienz ist wunderschön“, sagt Anup Thakur und lacht. Er, Deepak und Tamaji wirken völlig entspannt. Man sieht ihnen weder an, dass sie eine über 40-stündige Anreise hinter sich haben, noch dass sie zu den absoluten Superstars der indischen und damit weltweiten Mallakhamb-Szene gehören. Auch nicht, dass sie Preisträger vieler internationaler Auszeichnungen oder Gewinner der „Georgia’s Got Talent“-Show sowie Finalisten in „India’s Got Talent“ und damit indische Fernsehstars sind.

Anup Thakur war zudem nicht nur der jüngste, sondern auch mehrfacher Gewinner des indischen „Best Athlete of the Year Awards“. „Diesen Preis, den Shiv Chhatrapati, zu bekommen, war der größte Moment für mich und meinen Guru Vishal Mestri, der mich seit meinem 8. Lebensjahr gratis trainiert hat, weil er das Talent in mir trotz der Bedenken meiner Eltern erkannt und immer gefördert hat. Jetzt ist meine Familie natürlich stolz auf mich.“

Zu Recht. Was er, Deepak und Tamaji zeigen, übersteigt tatsächlich jegliche Vorstellungen von Körperbeherrschung, Muskelanspannung und Flexibilität. Es verwundert auch nicht, dass er ganz nebenbei auch indischer Yoga-Meister wurde. „Mallakhamb ist noch anspruchsvoller als Yoga. Man braucht dafür aber die gleiche Einheit von Körper, Seele und Geist. Trotzdem ist alles nur eine Frage der Übung, Disziplin und Technik. In Indien lernen schon dreijährige Kinder diesen Sport. Ich arbeite dort auch als Mallakhamb-Trainer und mein größtes Ziel ist es, Mallakhamb international bekannt zu machen. Inzwischen gibt es ja bereits Mallakhamb-Zentren in Japan, den USA, China – und sogar in München.“

Mallakhamp kann man sich – einfach erklärt – als Yogastellungen auf einem 2, 60 Meter hohen Mast oder Seil vorstellen. In Indien finden regelmäßig Wettkämpfe auf nationaler Ebene sowohl für Männer als auch Frauen statt. Auch diese Wettbewerbe gibt es schon seit über einem Vierteljahrhundert. Die dabei gezeigten sportlichen Leistungen hätten eigentlich das Format für Olympische Spiele.

Damit würde dann wohl ein weiterer Traum für Anuk, Deepak und Tamaji sowie deren Gurus Umesh Salvi und Vinayak Dhamame aus Mumbai in Erfüllung gehen. Vorerst sind sie aber auch schon stolz auf ihre internationalen Auftritte. Im Oktober geht es für sie nach Dubai und Japan. In diesem Jahr waren sie schon in Paris. Und heute und morgen sind sie in Lienz!


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