„Mut zur Freiheit“: Hansl Klaunzer setzt sich ein Denkmal

Eine Oper für Blasmusik? Ja! Fulminante Premiere mit toller Ensembleleistung in Matrei.

Eine musikalische Geschichtestunde der besonderen Art fand am 29. Juli ab 20:00 Uhr im Matreier Ortsteil Bichl statt. „Mut zur Freiheit“, die zweite Oper von Hansl Klaunzer, feierte eine fulminante Premiere. Eine Oper für Blasmusik, die erste überhaupt – das war großangestecktes Ziel von Klaunzer. Dazu noch die Geschichte der Matreier Freiheitskämpfer Anton Wallner und Johann Panzl, das alles als Freiluftspektakel – kein Wunder, dass sich der Bichler Platz am Premierenabend mit tausend Zuschauern füllte.

Die Generalproben zur Oper verliefen nicht immer wie gewünscht. Das Wetter machte in der letzten Woche vor der Premiere den Künstlern manchen Strich durch die Rechnung. Mit insgesamt nur drei Proben vor Ort waren auch die Darsteller und Musiker selbst gespannt, wie der Premierenabend verlaufen würde. Das bestätigt auch der Meister selbst im Interview kurz vor Beginn des Stückes:

Es wurde ein lauer Sommerabend, perfekt für großes Musiktheater. Schon um 18:00 Uhr strömten viele Premierengäste nach Bichl, um sich für den Beginn um 20:00 Uhr die besten Plätze zu sichern. Freie Platzwahl war angesagt und so füllten sich schon eine Stunde vor Beginn die Ränge bis fast auf den letzten Platz.

Als es dann endlich losging, lohnte sich das Warten. Der Bichler Platz ist eine einzigartige und perfekte Kulisse für dieses Stück. Das alte „Jakober“ Bauernhaus, das „Hanser“ Haus und alle Häuser darumherum wurden bespielt. Es gab wechselndes Bühnenbild, lebendige Tiere, Kutschen, Heuwagen – es wurde geschossen, erschossen, gekämpft, geliebt und getrauert. Das tragische Ende ahnten nicht nur die historisch interessierten Besucher, aber in so großartigem Ambiente präsentiert, bekam der Begriff „erlebte Geschichte“ eine ganz neue Dimension.

Darstellerisch waren die Frauen eine Klasse für sich, allen voran Barbara Mattersberger als Frau des Freiheitskämpfers Anton Wallner, schauspielerisch und mit glockenklarem Gesang beeindruckend. Auch Claudia Köll, Barbara Brugger und Daniela Patterer überzeugten in ihren Soli voll. Bei den männlichen Darstellern glänzten Ulfried Haselsteiner als Anton Wallner und Florian Mattersberger als Johann Panzl stimmgewaltig in ihren Hauptrollen. Wer mich persönlich aber am Ende wirklich, wirklich überzeugen konnte, war Franz Wurnitsch als Johann Weber, der mit einem Solo gegen Ende so manchem Zuschauer, ich möchte meinen fast allen, die Tränen in die Augen trieb.

Den jungen Sänger Josef Mair, der zu Beginn des zweiten Aktes ein Solo singt, muss man unbedingt im Auge behalten, sein schauspielerisches und gesangliches Talent quillt ihm förmlich aus allen Poren, und wenn er dann singt „Mama, wos isch mitn Tatn?“ bleibt ganz einfach kein Auge trocken, so überzeugend ist er in seiner Rolle als Sohn von Franz Frandl, der als Aufwiegler erschossen wird.

Musikalisch ist Klaunzers Oper fulminant, das zeigte sich schon bei der Premiere. Was sich eingangs wie ein Platzkonzert mit Schauspiel anfühlt, wird nach kürzester Zeit zum vollwertigen Opernerlebnis. Man nimmt das Blasmusikorchester nicht mehr als solches wahr. Das ist ein Opernorchester, bei dem einfach alles passt! Die Musiker schaffen es unter der Leitung von Hansl Klaunzer scheinbar mühelos, dem dargebotenen Schauspiel zu entsprechen, es zu untermalen, aber nicht zu erdrücken. So vergisst man völlig, dass es sich um ein Blasmusikorchester handelt. Dazu kam am Premierenabend eine perfekte Soundtechnik, die 40 Headsets der Sänger und das Orchester einwandfrei wiedergab.

Fazit? Ein absolut gelungener Premierenabend und eine Oper, mit der sich Hansl Klaunzer ein musikalisches Denkmal geschaffen hat, das seinesgleichen noch lange suchen wird.

So sah es auch das Publikum, darunter Bürgermeister Andreas Köll und Landtagsabgeordneter Martin Mayerl, wie das abschließende Audio-Interview beweist:

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Edi1913 vor 3 Wochen

Gonz gröaßes Kompliment!!! (oba de BH-Wehrdiensterinnerungsmdeailln... kinnet min zi den Zweck ausnohmsweie öacha tüen vin Rock)