TVBO soll Flugplatzdefizit übernehmen – Theurl winkt ab

Eine den Medien zugespielte Planrechnung der Betriebsgesellschaft lässt tief blicken.

Ab und zu findet sich im Briefkasten von Dolomitenstadt auch das eine oder andere Dokument ohne Absender. So etwa heute morgen, als die Planrechnung 2018 bis 2020 der Flugplatz Lienz/Nikolsdorf BetriebsGesmbH mit detaillierten Auflistungen aller relevanten Kosten, Einnahmen und Ausgaben unter den Poststücken auftauchte, ohne Absender und Kuvert. Der „Zusteller“ wollte, wie handschriftlich auf den Schriftstücken angemerkt, auf eine angebliche Zusage von TVBO-Obmann Franz Theurl für die Übernahme von Verlusten durch den TVBO hinweisen. „So wird mit den TVBO-Geldern umgegangen!“, steht per Hand unter die Zahlenkolonnen gekritzelt.

Die Planrechnung der Flugplatz-Betriebsgesellschaft umfasst die Jahre von 2015 bis 2020. Für 2018, 2019 und 2020 erhofft man sich offenbar Geld vom TVBO. Eine handschriftliche Anmerkung rechts unten auf dem anonym übermittelten Dokument haben wir unkenntlich gemacht.

Konkret sind für die Jahre 2018, 2019 und 2020 jeweils 25.000 Euro unter dem Titel „Abgangsdeckung TVB“ in die Gewinn- und Verlustrechnung eingetragen. Ungefähr dieser Betrag fehlt dem Flugplatz nämlich in der jährlichen Bilanz. Mit leichten Schwankungen braucht der Flugplatz für den Betrieb inklusive Fixkosten und Kosten für die Betriebsleistung rund 150.000 Euro pro Jahr, erwirtschaftet aber zum Beispiel mit Landegebühren und dem Verkauf von Treibstoff nur rund 110.000 bis 120.000 Euro. In den vergangenen drei Jahren wurden die Verluste aus dem – mittlerweile aufgebrauchten – Gesellschaftskapital abgedeckt. 2017 zahlt das Land Tirol 27.000 Euro, um das Defizit auszugleichen.

„Die Kleine Zeitung hat mich auch schon angerufen“, erzählt Franz Theurl auf Nachfrage. Der Tourismusverband werde keinesfalls Geld zuschießen. „Wir haben als Gesellschafter ausdrücklich keine Nachschusspflicht vereinbart und werden dem Flugplatz nur bei der Bewerbung helfen.“ Warum steht dann unter den Zahlenkolonnen der Planrechnung als Fußnote zum Thema Abgangsdeckung: „Anfang August mit Franz Theurl besprochen und beantragt“, wollen wir wissen? Gespräche habe es natürlich gegeben, aber eben keine Zusage, erklärt der TVB-Obmann. Bleibt eine letzte Frage: Wer kann denn dieses Schriftstück kennen bzw. weitergegeben haben? Es lag offenbar der Einladung zu einer Gesellschafterversammlung bei. „Also muss es einer der Gesellschafter gewesen sein“, mutmaßt Franz Theurl. Neben dem TVBO sind das die Flugplatzvereine und die Gemeinden des Lienzer Talbodens.

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27 Postings bisher
Franz Brugger vor 3 Monaten

Herr Brandstätter soll doch mal Zahlen nennen, wieviele Segelflieger nach Lienz kommen, dies könnte einen Rückschluß auf die Umwegrentabilität bieten.

Eine Aussage verwundert: Der TVBO wird den Flugplatz bewerben - was war in der Vergangenheit?

Na Servas vor 3 Monaten

Dieses "ewige" Flugplatzthema ist ja nur ein kleines Bausteinchen (..so ca. 25.000 EUR jährlich sind bei der dzt Finanzlage des TVBO ja eh nur ein "Schlapf"...!?) in der lockeren Ausgabenpolitik der Herren Banker F.Th & W.Frö. & co.! Aber dafür werden fast täglich viele ehrenamtliche Helfer und Initiatoren des Osttiroler Tourismus vor den Kopf gestossen, da es für kleine Projekte und Basisarbeiten in den Dörfern und Tälern ja schon seit Jahren kaum finanzielle Unterstützung gibt - und wenn, dann höchstens übriggebliebene "kleine Brösel" von einigen hundert Euros... aber wir haben's ja im großen Stil.... !?? Meine kleine Hoffnung ist immer noch, daß sich doch endlich eine Handvoll engagierter Frauen und Männer (-und keine Pseudo-Touristiker wie die zwei oben genannten Herren!) zusammentun, um bei den kommenden TVBO-Wahlen einen Umschwung gg diese "Sesselkleber" herbeizuführen. Ich hätte auch einen passenden Job für diese "unverzichtbaren" Herren ab kommenden Jahr: "Faschingsprinzen", evtl können's das besser....da ist noch großes Potenzial...! >>siehe KleineZeitung vom 31.08., Seite 22 << das wär doch was ... wenigstens zum Lachen !

EEMichael vor 3 Monaten

Es ist wahrscheinlich überall so, aber bei uns in Osttirol ist es in jedem Fall so, dass es sehr viele Leute und Organisationen gibt, die ein falsches Spiel treiben. Es sind ja in vielen Bereichen oft die selben Personen, die mitmischen, wobei es meinstens schon lange nicht mehr um eine spezielle Sache geht, sondern um ganz andere Interessen auf anderen Ebenen. (Das könnte auch für den anonymen Überbringer gelten!) Wenn einem das passiert, dass man von anonymer Stelle angegriffen oder "aufgeblattelt" wird, dann ist das entweder unfair oder das Karma "schlägt zurück"! Wer weiß das schon!

    Unholder0815 vor 3 Monaten

    Sehr gut formuliert, stimme dir zu!!! Die frage ist "cui bono" wem nützt es???

Unholder0815 vor 3 Monaten

Ein defizitärer Betrieb gehört geschlossen!!! Möglich das es sich darum dreht, das ein kleiner privilegierter Kreis versucht( Architekten , Zahnärzte, oder Industrielle) Sich ihr Hobby über die Öffentliche Hand ein wenig günstiger zu machen? Mit dem berühmten Vitamin B? Wenn der Flugplatz keinen nutzen für die Osttiroler Bevölkerung hatt dan gehört er geschlossen!!! Und wenn es um den C7 geht. Sieht man in Matrei was an Infrastruktur benötigt wird.

    Messer vor 3 Monaten

    Klassenkämpferische Töne sind hier völlig fehl am Platz. Ich kenne etliche Leute, die aus einfachen Verhältnissen kommen und sich auch ihren Traum, fliegen zu können, erfüllt haben. Gemäß deiner Einstellung müsste man alle Sportanlagen schleifen, auf denen sich womöglich "gutsituierte" Leute betätigen könnten. Was aber zu befürworten ist: Ein Flugbetrieb sollte wenigstens kostenneutral kalkuliert und geführt werden. Der touristische Nutzen des Flugplatzes ist beweisbar vorhanden, auch wenn er nicht berauschend ist. Dazu soll es ja Langzeitstatistiken geben, aus denen der direkte (Fliegernächtigungen) und indirekte (Gastronomie usw.) Nutzen hervorgeht. Diese Tatsache hebt die Funktion des Flugplatzes über jene einer "Sportanlage für Vereinsmeier" deutlich hinaus.

senf vor 3 Monaten

finde die veröffentlichung ok, denn unangenehmes unter den teppich zu kehren ist zur mode geworden. ein penibler journalist schaut halt auch dort nach. üblicherweise müsste der korrekte sachverhalt im sitzungsprotokoll nachzulesen sein, falls es eines gibt. randnotitzen auf tagungsunterlagen sind selbstverstänlich dienlich, aber manchmal auch zweifelhaft. der anonyme zuspieler, möglicherweise ein gesellschaftsvertreter müsste ja ein protokoll erhalten haben. ich wäre zu neugierig, was dort niedergeschrieben und unterschrieben wurde. Ps: die landungsgebühren von den kolportierten 3,50 euro finde ich lächerlich, aber in ordnung, so lange die offentlichen geldgeber brav und ohne viel nachzudenken ihre zuschüsse leisten. hm.

    Messer vor 3 Monaten

    Zur Segelflieger-Landegebühr: habe mal nachgefragt. Der Segelflieger, welcher mit einem Schleppflugzeug hochgezogen wird, muss die teurere Landegebühr des Schleppflugzeuges auch noch bezahlen, das sind dann 2 Landegebühren pro Landung! Wie es bei eigenstartfähigen Segelflugzeugen ist, weiß ich aktuell noch nicht.

    F_Z vor 3 Monaten

    die Gebühren sind ja nicht geheim: http://www.flugplatz-lienz.at/de/gebuehren-2017.html 1. Googletreffer für das Schleppflugzeug (nicht in Lienz) ist eine Diamond HK36. Laut Wiki hat die eine Höchstflugmasse vom 770 kg - das wären dann Landegebühren von €9,9 + €3,6 = €13,50 für beide.

wasserwerk vor 3 Monaten

Der touristische Nutzen des Flughafens dürfte überschaubar sein. Sind allerdings andere Interessen im Spiel (Hobbyfliegerei, Firmenverkehr), so wären die Ansprechpartner sicherlich andere als der TVB.

satyr vor 3 Monaten

So wie es aussieht wollen weder der TVB noch die Firmen Geld für den Flugplatz lockermachen. Die Herren Flieger müssen sich langsam überlegen ob sie nicht doch etwas mehr für die Dienstleistung und Benützung bezahlen wollen. Wenn es finanziell so weitergeht werden sie sich vermutlich bald nach einem anderen Flugplatz umsehen müssen. Ob das Hobby dann günstiger und bequemer wird ?

    Messer vor 3 Monaten

    Nur über die Einnahmen-Seite nachzudenken, ist eine sehr schlechte Budgetpolitik!

Hof104 vor 3 Monaten

Na ja, besprochen und beantragt ist noch nicht versprochen und zugesagt - aber wir wissen ja alle, was eine kleine Änderung in der Buchstabenreihenfolge bewirken kann. Und Zusagen ....sollte man in Zeiten wie diesen schriftlich einfordern, sonst kann man sich nicht darauf verlassen :)!

Franz Brugger vor 3 Monaten

Sollten jährlich € 25.000 als Zuschuß genügen, dann wäre es wohl rechtens, wenn alle Gesellschafter, nicht nur der TVBO hier einspringen.

Nachdem man den Weiterbetrieb für so wichtig findet, sollte man auch B sagen.

In Unkenntniss, was die gelöschte Handschriftanmerkung besagt: es steht abgeprochhen und beantragt - eigentlich ist das ja noch keine Zusage.

Messer vor 3 Monaten

Irgendwie geht es mir gewaltig gegen den Strich, dass man einen Flugplatz, der früher viele Jahre ohne öffentliche Zuschüsse über die Runden kam, nun mit einem "garantierten" Defizit betreibt. Wer das als Unternehmer macht, kommt wegen fahrlässiger Krida vors Gericht. Jeder, der einen Betrieb verantwortungsvoll führt, bzw. geführt hat, weiß, dass man die Ausgabenseite im Griff haben muss und die Umsatzerwartungen nicht einfach optimistisch hochschrauben darf, um höhere Ausgaben verplanen zu können. Vielleicht kann mir jemand von den Verantwortlichen erklären, wie der Flupplatz zukünftig, ohne TVB- bzw. öffentliche Zuschüsse und ohne in die Pleite zu schlitttern, geführt werden soll??

    F_Z vor 3 Monaten

    bist du dir sicher das der Flugplatz früher viele Jahre ohne öffentliche Zuschüsse überlebt hat? Oder vermutest du das nur?🤔

      Messer vor 3 Monaten

      Musst nur die alten Insider oder den seinerzeit zuständigen Steuerberater fragen, die können dir das bestätigen

      F_Z vor 3 Monaten

      wieviele Jahre muss man denn dafür zurück gehen? so in etwa?

      Messer vor 3 Monaten

      15 bis 35

    F_Z vor 3 Monaten

    Mich wundert ja das man heute für €3,6 noch mehr kriegt als 1 Bier beim Wirten. So hoch ist nämlich die Landegebühr für Segelflieger am Flugplatz...

Ernstl vor 3 Monaten

Fake News?

Kilian1990 vor 3 Monaten

Ziemlich schäbige Vorgangsweise. Auch wenn es den allseits gescholtenen Franz Theurl betrifft, aber so etwas gehört sich einfach nicht.

Kiew vor 3 Monaten

Für anonyme Schreiben, deren Verfasser es offensichtlich an Mut fehlt, zu ihrem Schreiben zu stehen und evt. den Wahrheitsbeweis vor Gericht antreten zu müssen, gibt es nur eines: ab in den nächsten Papierkorb unabhängig vom Inhalt!

    bergfex vor 3 Monaten

    Hat mich auch gewundert, dass ein Anonymes Schreiben hier eingestellt wird. Wollte nur nicht vorlaut sein.

      Gerhard Pirkner vor 3 Monaten

      Lieber Kiew, lieber Bergfex, auch eure Schreiben sind anonym und wir publizieren sie hier. Bei der erwähnten Planrechnung haben wir Franz Theurl als den anonym Angegriffenen kontaktiert, ihm die Gegenheit zu einer Stellungnahme geboten und damit auch für Aufklärung gesorgt. Mir wäre natürlich lieber, wenn wir den Absender kennen würden – und vielleicht auch die Identität des immer zu zornigen Angriffen neigenden Herrn Bergfex!

    Talpa vor 3 Monaten

    ....schrieb ein anonymer Poster...

    Rund um den Theuerl und seine Konsorten stinkts seit Jahren gewaltig! Der soll sich rechtfertigen, ist schließlich Steuergeld, um das es hier geht! Und wenn nichts dran ist hat sichs eh erledigt, ihr Moralapostel!!

      Kurgan vor 3 Monaten

      Lieber Talpa, da du den Familiennamen von Franz Theurl gleich falsch schreibst wie auf dem gezeigten Bild, gehe ich mal ganz keck davon aus, dass du das Schreiben in den Postkasten gesteckt hast. Würde auch zu deiner emotional vorgetragenen Forderung um Aufklärung passen :-) Ist kein Vorwurf, aber wenn du mehr Insiderwissen hast, dann lass mal hören bzw. hier dirnnen lesen :-)