Vor 165 Jahren war der Hochschober mit seinen 3.240 Metern eine bergsteigerische Herausforderung. Foto: Stefan Valazza

Vor 165 Jahren war der Hochschober mit seinen 3.240 Metern eine bergsteigerische Herausforderung. Foto: Stefan Valazza

165 Jahre: Jubiläum der Hochschober-Erstbesteigung

Neun Aineter stellten das Ereignis in einem Film nach. Präsentation am Freitag, 1. September.

Aus Idealismus und aus Liebe zur heimischen Bergwelt investierten neun Aineter unzählige Stunden, um ein ganz besonderes Ereignis in einem Film nachzustellen: Die Erstbesteigung des Hochschobers am 18. August 1852. Vor 165 Jahren wurde durch Franz Keil, böhmisch-österreichischer Geoplastiker, Kartograph und Apotheker in Lienz der Gipfel des „Großschober“, wie er damals noch hieß, zum ersten Mal bestiegen.

Mit seinen 3.240 Metern ist er zwar nur der vierthöchste Gipfel der Schobergruppe, verlieh aber einem gesamten Massiv seinen Namen, das noch heute zu den wildesten und ursprünglichsten Gebieten der Ostalpen gehört. Ewald Ferner-Ortner, langjähriger Hüttenwart der Hochschoberhütte und Hobbyfilmer, kennt und schätzt diese Gegend wie kaum ein anderer. Er hatte die Idee, die Erstbesteigung von Ainet durch das Leibnitztal über das Nassfeld so authentisch wie möglich in einem Film nachzustellen. Der Hauptdarsteller war bald gefunden – Erwin Hertscheg hat nach der Lawinenkommissionssitzung der Gemeinde Ainet im letzten Jahr sofort seine Unterstützung zugesagt.

Mit Hilfe historischer Quellen wurden die Bergkameraden, die Franz Keil damals begleiteten, ausgeforscht. Dabei handelte es sich um den Theologen Josef Mayr, den Oberleibniger Bergführer Paul Oblasser und die beiden Träger aus Ainet, Sebastian Außersteiner und Adam Grassnig. Schon bald wurden für sie Darsteller gefunden, die einerseits bergerfahren und andererseits gewillt waren, sehr viel Zeit zu opfern: Andreas Gliber, Peter Putzhuber, Andreas und Lukas Kratzer. Armin Küng erklärte sich bereit, die Marketingaufgaben zu übernehmen, Regina Ferner-Ortner kümmerte sich um Maske und die zweite Kamera und Stefan Vallazza hielt das Projekt fotografisch fest.

„Es war viel Arbeit, aber auch eine riesige Hetz,“ sagt Ewald Ferner-Ortner, der selbst Regie und Kamera führte. Die Herausforderung für den Hobbyfilmer bestand vor allem in den Details: hier ein störender Strommasten, dort die Wanderschilder, auch das Gipfelkreuz durfte im Film freilich nicht sichtbar sein. Schmunzelnd erzählt er von einer der ersten Szenen, wo die Bergkameraden vor dem Gasthaus Bad Weiherburg sitzend gefilmt wurden und erst später bemerkten, dass sich die vorbeifahrenden Autos in den Fensterscheiben gespiegelt hatten! Auch die moderne Armbanduhr des Hauptdarstellers hätte sich beinahe in den historischen Film geschmuggelt.

Franz Keil und seine Weggefährten genießen einen Schluck Wein auf dem Gipfel des Hochschober. So ungefähr könnte sich die Szene abgespielt haben! Foto: Stefan Valazza

Nicht nur der Hochschober selbst, sondern auch die Hochschoberhütte hat dieses Jahr ein Jubiläum zu feiern. Vor 30 Jahren wurde die Schutzhütte nach dem verheerenden Brand feierlich wiedereröffnet. Grund genug für Ewald Ferner-Ortner, der Hochschoberhütte und der faszinierenden Bergregion ein weiteres Filmprojekt zu widmen.

Beide Filmprojekte werden am Freitagabend im Gemeindesaal Ainet präsentiert, musikalisch umrahmt von den „Kuenz Buam“. Alle Interessierten sind dazu ganz herzlich eingeladen!


Wir haben der Schobergruppe im Sommer 2014 gleich mehrere Seiten im DOLOMITENSTADT-Magazin gewidmet: „Selbstfindung im Niemandsland“ – hier zum Nachlesen.

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