Ein Lächeln nach zwölf Stunden im Sattel

Hannes Meissl war der älteste Tiroler beim legendären „Ötztaler“.

Am vorletzten Wochenende schraubten sich beim Ötztaler Radmarathon mehr als 4000 Männer und Frauen auf dem Weg von und nach Sölden über Brenner, Jaufenpass und Timmelsjoch. 230 Kilometer Straße, 5500 Höhenmeter rauf und runter – eine Tortur, für die man auch noch ein Los ziehen musste. Wir haben über den prominentesten Osttiroler berichtet, der dieses höllische Rennen in Angriff nahm, Alban Lakata, Weltmeister im Gelände und im Ötztal ausnahmsweise auf der Straße unterwegs.

Es strampelte sich aber noch ein anderer „Held“ aus dem Bezirk auf Nordtirols Passstraßen ab: Hannes Meissl, Jahrgang 1951 und damit der älteste Tiroler Teilnehmer im Feld der Marathonradler. 2015 wagte sich der Lienzer zum ersten Mal an den „Ötztaler“ heran. Als ihm die Familie für heuer ein Ticket schenkte, waren die Gefühle gemischt. Der Mann wusste nicht, ob er lachen oder weinen sollte. Vor zwei Jahren plagten ihn Krämpfe, der Traum vom Ötztaler wurde zum Albtraum, die gefahrene Zeit soll für immer in den Archiven verstauben.

Also hieß die Devise 2017: trainieren, trainieren, trainieren. Zehn Stunden pro Woche auf dem Rad, Nudeln bin zum Abwinken, begleitet von dem einen oder anderen Glas Roten gegen die Aufregung. Das Rezept ging auf. Hannes Meissl radelte nach elf Stunden und 57 Minuten durch das Ziel in Sölden – mit einem Lächeln auf den Lippen. Wir gratulieren herzlich!

Hannes Meissl fuhr nicht nur eine sehr respektable Zeit beim „Ötztaler“. Er hatte bei der Marathon-Stramplerei offensichtlich auch noch seinen Spaß! Fotos: Privat
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