Ist Osttirol Österreichs unnötigster Wahlkreis?

In der Tageszeitung „Der Standard“ untermauert ein Politologe diese These.

Laurenz Ennser-Jedenastik ist Politikwissenschaftler am Institut für Staatswissenschaft der Universität Wien. Der Mann kennt sich also gut aus mit Wahlen, Wahlkreisen und dem für viele recht kryptischen System der Stimmenauszählung. Heute übertitelt der Experte einen Blogbeitrag in der Onlineausgabe des Standard mit „Osttirol ist Österreichs unnötigster Wahlkreis“.

Ennser-Jedenastik weist darin recht fundiert nach, was nicht nur dolomitenstadt.at schon mehrfach festhielt: Von den Kandidaten und Kandidatinnen, die im Bezirk Osttirol um ein Mandat für den Nationalrat kämpfen, hat niemand eine Chance auf ein Grundmandat. Dazu müsste er oder sie rund 90 Prozent aller in Osttirol abgegebenen Stimmen bekommen. Schuld ist die Wahlarithmetik, konkret die für Tirol ermittelte „Wahlzahl“, die fast so hoch ist, wie alle in Osttirol abgegebenen Stimmen zusammen. Laurenz Ennser-Jedenastik erklärt im Standard die Details.

Gerald Hauser (FPÖ), Thomas Haidenberger (Grüne) und Bernhard Webhofer (ÖVP) können bestenfalls über die Landeslisten ihrer Parteien reüssieren, die SPÖ, die Neos und alle anderen wahlwerbenden Gruppen haben auch auf übergeordneten Ebenen keine OsttirolerInnen an wählbarer Stelle. Das Problem ist freilich kein osttirolerisches. Zum Trost: Auch Wahlkreisen wie Innsbruck Stadt und Salzburg Stadt geht es nicht viel besser.

Geht man in Osttirol (hier Prägraten) zur Wahl, dann jedenfalls nicht, um einen Bezirkskandidaten auf direktem Weg nach Wien zu schicken. Das geht nur auf dem Umweg über die Landeslisten der Parteien. Foto: Expa/Feichter
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3 Postings bisher
cheerio vor 3 Monaten

auch interessant dargestellt :) http://vis.strategieanalysen.at/mandate/

bergfex vor 3 Monaten

„Osttirol ist Österreichs unnötigster Wahlkreis“.

Splche Aussagen finde ich beschämend und überflüssig, auch wenn es so ist.

Franz Brugger vor 3 Monaten

Genaugenommen, wegen der Praxis Klubzwang bei Abstimmungen, sind die meisten Wahlkreise überflüssig.

Es darf sich niemand der Illusion hingeben, dass er im Wahlkreis seinen Vertreter der Region wählen kann, das funktioniert nicht einmal bei Landtagswahlen, siehe die immer aufflammende Diskussion über Kuenz, Mayerl. Zuerst schüttelt man die Hand, die füttert.