Opposition schießt sich auf Christine Baur ein

SPÖ und Fritz bemängeln die Organisation der Tiroler Soziale Dienste GmbH.

Schwere Vorwürfe erheben heute in der Tiroler Tageszeitung Mitarbeiter und Betriebsrat der Tiroler Soziale Dienste GmbH gegen die für diese Gesellschaft zuständige grüne Landesrätin Christine Baur. Die Tiroler Soziale Dienste GmbH (TSD) ist eine ausgelagerte Gesellschaft, die die Flüchtlingsunterbringung und Flüchtlingsbetreuung im Auftrag des Landes Tirol privatwirtschaftlich abwickelt, organisiert und durchführt. Sie ist schon länger aus unterschiedlichen Gründen der Kritik ausgesetzt.

Von den rund 300 MitarbeiterInnen soll ein Drittel abgebaut werden, weil die Zahl der zu betreuenden Asylwerber rückläufig ist. Gewerkschaft und Betriebsrat fordern einen Sozialplan, dessen Einführung sich hinzieht. Kritisiert wird auch eine aufgeblähte Verwaltung. Während früher die Mitarbeiter vor Ort die Asylwerber betreut hätten, sei jetzt Zentralismus eingekehrt, kritisiert der Betriebsratsobmann Harald Gheri gegenüber der TT. 70 bis 90 Mitarbeiter seien in der Zentrale und nicht in den Heimen tätig.

Wegen der Vorgänge in der TSD unter Beschuss: die grüne Tiroler Landesrätin Christine Baur. Foto: Expa/Groder

Die Liste Fritz und die Tiroler SPÖ stimmen per Presseaussendung heute in den Chor der Kritiker ein: „Die Pannenserie reißt nicht ab. Nicht nur, dass noch immer viele Mitarbeiter auf einen Sozialplan warten, die Anschaffung der Traglufthallen, die sich von Beginn an als ungeeignet zur Unterbringung der Flüchtlinge erwiesen haben, kostete die Steuerzahler sechs Millionen Euro. Geschäftsführer Bachmeier wurde dennoch von der verantwortlichen Landesrätin Christine Baur belohnt“, ärgert sich SPÖ-Klubobmann Gerhard Reheis. Baur habe den Vertrag mit Bachmeier soeben um drei Jahre verlängert.

Und die Liste Fritz wundert sich, warum der Landesrechnungshof zwar seit sieben Monaten die TSD-Gebahrung prüft, aber noch kein Ergebnis vorliegt. „Wir stehen zur Aufnahme, Unterbringung und Integration von Flüchtlingen und uns ist klar, dass das Geld kostet. Aber gerade weil es um viele Millionen Steuergeld der Tiroler geht, allein im Landesbudget 2017 sind 55 Millionen Euro für die TSD budgetiert, sind Transparenz, Kontrolle und Kritik notwendig.“

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6 Postings bisher
Instinktivist

Was die Zelte betrifft so kann man sagen, dass man es jetzt besser weiß und es so nicht mehr machen würde. Ist zwar etwas lapidar bei einer Summe von 6 Millionen, aber wenn man mit Situationen konfrontiert wird die vollkommen neu sind, dann kann man schon mal Fehler machen. Nur mal angenommen, die Gemeinden hätten sich weiterhin geweigert Asylwerber aufzunehmen und man hätte keine Unterbringungsmöglichkeiten zur Hand gehabt, wie laut wäre der Aufschrei gewesen wenn der Erste erfriert...??? Was ich allerdings nicht verstehe ist eine Vertragsverlängerung mit Herrn Bachmeier, denn ich erlebe die TSD als wirklich nicht sehr kompetent und das ist auch ein organisatorisches Problem. Die rechte Hand weiß oft nicht was die linke tut und ruft man dreimal an, dann bekommt man 5 verschiedene Informationen. Ich gebe Herrn Brugger Recht, dass diese Fritz und SPÖ Vorwürfe kläglicher Wahlkampfaktionismus sind. Das hilft niemandem und gießt nur Öl in ein Feuer, das man jetzt endlich mal halbwegs unter Kontrolle hat.

    senf

    Instinktivist, nicht fritz und die roten machen wahlkampfaktionismus, sondern Brugger, der sich ja als ehemaliger LA den grünen verpflichtet fühlt, und hier sollten wohl wieder einmal misstände unter dem teppich landen. du schreibst selbst uns verstehst es nicht, dass bachmeiers vertrag verlängert wurde und begründest das auch. danke!

    wir werden ja sehen, was der rechnungshof berichten wird. herr brugger scheint durch sein ehemaliges mandat ein wenig den boden der realität im verteilersystem verloren zu haben - so zumindest mein eindruck.

Sepp Brugger

Christine Baur hat in ihrer Periode als Landesrätin mehr geleistet als die meisten SoziallandesrätInnen vor ihr. Die Sozialen Dienste wurden neu aufgestellt und nach Empfehlung des Rechnungshofes als eigenständige Gesellschaft ausgelagert. Obwohl die Anzahl der Flüchtlinge, die in Tirol aufgenommen wurden, sich innerhalb von zwei Jahren von 1800 auf mehr als 6000 erhöht hat, hat es keine gröberen Probleme gegeben und niemand ist auf der Straße gelandet. Wenn man bedenkt in welch kurzer Zeit die Sozialen Dienste Tausende von Flüchtlinge versorgen mussten, kann ich nur sagen Hut ab vor dieser Leistung. Dass es bei einer derartigen Belastung auch zu Fehlern kommt, ist nicht verwunderlich und sollte angesichts der Gesamtleistung nicht in den Vordergrund gestellt werden. Ich gebe zu bedenken, dass die Anschaffung der Zelte mehrheitlich vom Tiroler Landtag also auch mit den Stimmen der Liste Fritz und der SPÖ angeschafft wurden. Dies war nur notwendig, da viele Gemeinden sich anders als in Vorarlberg, weigerten Flüchtlinge aufzunehmen. Ich möchte in diesem Zusammenhang auch darauf hinweisen, dass laut Menschenrechtsorganisationen in Tirol die integrative Arbeit für die Flüchtlinge besser als in den meisten anderen Bundesländern bewertet wurde. Ich halte diese ganze Kampagne gegen die Soziallandesrätin als billigen Wahlkampfaktionismus auf Kosten der Flüchtlinge. sepp brugger

    senf

    trotztdem: 2 kaffeeautomate zu je 12.000 €uro, einen dienstwagen um 44.000 € finde ich nicht gerechtfertigt. die anschaffung der nicht benötigten traglufthallen zur heicklen zeit des flüchtlingsstrom soll jeder für sich beurteilen. interessieren würde mich, wieviel herr gf. bachmeier monatlich abschöpft, der ja recht viele mitarbeiter um sich schart, wie man liest. aber warten wir den rechnungshofbericht ab.

    PS: herr brugger, ich finde es in ihrem beitrag auch nicht passend, die länder gegeneinader auszuspielen um die situation zu baggatellisieren oder zu verschönern. auch der vergleich mit den vorhergehenden soziallandesräten ist lächerlich.

    Unholder0815

    Nur bla bla.......

Kilian1990

Da sieht mans wieder. Wenn die Grünen abseits von Tiere, Pflanzen, Bäche und das Klima schützen etwas Konkretes organisieren müssen, dann herrscht Chaos.