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Lienz verzichtet im Stadtbereich auf Glyphosat

Unkrautvertilgung mit Alternativmethoden soll auch Private motivieren.

Die Stadtgemeinde Lienz wird in ihrem Wirkungsbereich künftig auf den Einsatz des Pflanzengiftes Glyphosat verzichten. Eine entsprechende Vorlage des Umweltausschusses wurde vom Gemeinderat am 11. Oktober einstimmig beschlossen. Der Schritt zur völligen Verbannung des umstrittenen Unkrautvernichtungsmittels, das im Handel vorwiegend unter der Bezeichnung „Roundup“ verkauft wird, ist für die Stadtgärtner nicht allzu groß. Bereits seit dem Sommer 2016 trägt die Forst- und Gartenabteilung der Stadt die Plakette „Natur im Garten“ und verwendete das Gift kaum noch, jetzt verschwindet es ganz. Das Unkraut nennt sich neuerdings übrigens Beikraut und ist damit auch sprachlich rehabilitiert. Wo es auf Gehsteigen, zwischen Pflastersteinen, in Rabatten und städtischen Gärten sprießt, wird es gejätet, abgemäht oder abgeflämmt. „Ein chemisches Ersatzmittel für Roundup haben wir nicht gefunden“, erklärt der Leiter der städtischen Forst- und Gartenabteilung Martin König, also bleibe nur die mechanische Bekämpfung. Lienz ist nicht die erste Stadt in Tirol, die diesen Schritt setzt, auch Innsbruck, Kufstein und die Marktgemeinde Telfs verzichten auf Glyphosat.
Wo sich in Grünanlagen der Stadt Lienz "Beikraut" unter die Blütenpracht mischt, wird künftig nicht mehr vergiftet sondern gezupft. Foto: Stadt Lienz/Lenzer
Diskutiert wurde im Gemeinderat kurz über die Begleitmusik zu diesem Beschluss. Der Umweltausschuss wünscht sich nämlich auch „Informationsmaßnahmen zur Bewusstseinsbildung“, wie Obfrau Gerlinde Kieberl (Grüne) erläuterte. Damit sollen auch Private und Landwirte im Stadtgebiet zum Verzicht auf das Gift ermuntert werden. Die beiden Bauern im Lienzer Gemeinderat, Sepp Blasisker (FP) und Alois Lugger (VP) rümpften hier ein wenig die Nase und befürchteten Bauernbashing, stimmten am Ende aber auch diesem Punkt zu.
Gerhard Pirkner ist Herausgeber und Chefredakteur von „Dolomitenstadt“. Der promovierte Politologe und Kommunikationswissenschafter arbeitete Jahrzehnte als Kommunikationsberater in Salzburg, Wien und München, bevor er mit seiner Familie im Jahr 2000 nach Lienz zurückkehrte und dort 2010 „Dolomitenstadt“ ins Leben rief.

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9 Postings

Hot doc
vor 7 Jahren

Gehört die Landwirtschaftliche Lehranstalt auch zu Lienz ? Dort im Obstgarten wird fest Glyphosat gespritzt. Wäre an der Zeit, dass unsere Obstbauern endlich auf diese Gift verzichten

 
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    Danny
    vor 7 Jahren

    Hot doc! Wo hört LIENZ auf und fängt Debant an?

     
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      Hot doc
      vor 7 Jahren

      Liebe Danny,

      Die Landwirtschaftliche Schule ist in Lienz. Die Debant fängt nach dem Waude Gartenzentrum an!

       
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tauernwind
vor 7 Jahren

Studien zu Glyphosat gibt es ja genug und das Ergebnis kommt immer auf den Zahler der Studie an, Gesund ist es sicher nicht also weg von den Lebensmitteln und bei Zierpflanzen sehe ich auch keinen Bedarf, da kann man entsprechend robuste Gewächse wählen.

Ich glaube aber viele haben Glyphosat z.B. unter dem Namen RoundUp Zuhause stehen und wissen es nicht und handhaben es vermutlich auch falsch. Wenn man solche Mittel z.B. im Lagerhaus kauft erhält man (in meinem Fall zumindest) eine ziemlich eindeutige Einweisung, beim rausgehen ist natürlich alles vergessen und wie immer bei solchen Mittelchen "mehr hilft mehr" verteilen vermutlich viele von uns wesentlich mehr Gift im Garten als wir wissen. Und da laufen dann unsere Kinder und Enkelkinder Barfuß oder gar auf allen Vieren herum ?

Mittel die bei falscher Anwendung definitiv und nachweißlich krank machen gehören für den Heimgebrauch lt. meiner Meinung verboten !

 
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    F_Z
    vor 7 Jahren

    Was würdest du denn dann als erstes verbieten? Nagellackentferner? Safran? Kochsalz? ....

     
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      tauernwind
      vor 7 Jahren

      Ich meinte natürlich Mittel im Zusammenahng mit dem Garten und da eben die hochgiftigen und konzentrierten.

       
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    schnuffi
    vor 7 Jahren

    Guten Morgen! Bitte aufwachen!!!! Hast Du Dir schon einmal Gedanken gemacht wieviel es Todesopfer jedes Jahr allein durch's Rauchen und Alkohol gibt? Von den ganzen Krankheiten die dadurch verursacht werden ganz zu schweigen. Was ist mit dem familiären Leid durch den Alkoholmissbrauch?? Warum verbietet man das ganze Zeugs nicht schon lange??? Wäre ja ein netter Wahltip für die Grüne Fraktion. Oder? Wenn nun alle ein Problem mit dem Glyphosat haben, dann sollen sie bitte auch kein Gemüse mehr vom Supermarkt kaufen. Ist alles mit Herbiziden behandelt das auch noch mit verspeisst wird. Auch die besagten Kinder und Enkelkinder! Der Salat aus dem Garten ist dank Tschernobil auch noch immer in geringer Dosis verstrahlt. Wollt ihr wirklich alle 200 Jahre alt werden?? Bitte bleibt's am Boden!!!

     
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      tauernwind
      vor 7 Jahren

      Bitte, du kannst das ja nicht vergleichen. Alkohohl und Zigaretten nimmt nur derjenige bewusst und freiwillig zu sich.

      Wer es verniedlicht weil eh alles verstrahlt ist dürfte ein Verbot wohl fürchten ?

       
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      schnuffi
      vor 7 Jahren

      Lieber Leute! Ich muss über die Hysterie rund um's Glyphosat nun vor der Wahl echt schmunzeln. Die Gemeinden und diverse Politiker brüsten sich mit diversen Meldungen. Viele springen auf diesen "Zug" auf und fahren mit....Fakt ist jedenfalls das der Mensch, obwohl am höchsten entwickelt, das dümmste Individuum auf diesem Planeten ist. Wir führen Kriege und rotten uns irgendwann gegenseitig aus. Wir vergiften uns mit diversen Genussmitteln selbst, verstrahlen unseren Lebensraum und beuten die Ressourcen bis zum Nullpunkt aus. Man kann sich schämen dazuzugehören! Die Profitgier steht an vorderster Stelle. Kein anderes Lebewesen macht das sonst!

       
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