Umweltgütesiegel für die St. Pöltener Hütte

AV-Hütte am Felbertauern wurde für vorbildhaften Umweltschutz ausgezeichnet.

Seit über 20 Jahren gibt es das Umweltgütesiegel für Alpenvereinshütten. Um es zu bekommen, muss man strenge Vorgaben erfüllen. Die Eigentümersektion und Reinhold Hofmann, der Pächter der St. Pöltener Hütte, schafften in den vergangenen Jahren diese Hürde und nahmen die Auszeichnung am 21. Oktober im Rahmen der Jahreshauptversammlung des Österreichischen Alpenvereins in der Kufstein Arena entgegen. Umweltgerechte Infrastruktur – wie Photovoltaikanlage und biologische Kläranlage – und auch eine umweltgerechte Betriebsführung wurden ausgezeichnet.

Das Team der St. Pöltener Hütte (links Christian Gebath vom Alpenverein St. Pölten) mit Alpenvereinspräsident Andreas Ermacora (2.v.r.) und Vizepräsident Helmut Ohnmacht (Foto: Alpenverein/Gerold Benedikter) bei der Auszeichnung in Kufstein.

„Das Umweltgütesiegel für Hütten setzt ein starkes Engagement der Wirtsleute in der Betriebsführung voraus. Die Maßnahmen für den Umweltschutz und der verantwortungsvolle Umgang mit den Ressourcen bedeuten für Sektionen und Wirte einen großen finanziellen und zeitlichen Aufwand. Dieser Einsatz verdient Anerkennung und sollte auch entsprechend belohnt werden“, so Helmut Ohnmacht, Vizepräsident des Alpenvereins. Mit der ausgezeichneten Hütte tragen jetzt insgesamt 58 ÖAV-Hütten das begehrte Siegel.

Die St. Pöltener Hütte am Felbertauern. Foto: Alpenverein/Norbert Lang.

Die St. Pöltener Hütte liegt auf der Passhöhe des Felbertauern, einem uralten Tauernübergang im Gemeindegebiet von Mittersill (Salzburg) an der Landesgrenze zu Osttirol. Nachdem sich St. Pöltener Alpinpioniere das Gebiet des Felbertauern um die Jahrhundertwende des vorigen Jahrhunderts als alpines Arbeitsgebiet auserkoren hatten, reifte bald der Entschluss, einen dauerhaften Stützpunkt in diesem Gebiet zu schaffen und einen Weg zu den benachbarten Hütten Rudolfshütte und Prager Hütte anzulegen. Diese Weganlage besteht noch heute und ist Teil des Venediger Höhenwegs.

Die Arbeiten für den Bau begannen 1913, durch den Ersten Weltkrieg und große wirtschaftliche Schwierigkeiten wurden sie erst 1922 mit der feierlichen Eröffnung der Hütte abgeschlossen. Der Begriff des „höchsten Hauses der niederösterreichischen Landeshauptstadt St. Pölten“ wurde geprägt.

2011 wurde mit einem umfangreichen Projekt zur Anpassung an neue Erfordernisse und gesetzliche Bestimmungen begonnen. Noch im selben Jahr ging eine neue Photovoltaikanlage für eine autarke Stromversorgung in Betrieb. 2012 folgten eine neue Wasserversorgungsanlage und eine biologische Kläranlage (Kiesbett-Anlage) für die Abwasserbeseitigung. Da die Hütte über keine Quelle verfügt, wird der Wasserablauf eines oberhalb der Hütte gelegenen Restgletschers gespeichert. Das Schmelzwasser wird gesammelt und mittels UV-Filteranlage aufbereitet. Heizung und Warmwasseraufbereitung werden mit dem Holzofen der Küche versorgt.

Die Hüttenversorgung mit Lebensmitteln und Brennstoffen sowie der Müllabtransport gestalteten sich wegen fehlender Zufahrtswege immer schwierig, sie kann auch heute nur durch einen Hubschraubertransport oder auf dem Rücken des Hüttenwirts durchgeführt werden.

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