V.l. Gert Funder, Claudia Gailer, Direktor Josef Pretis, Carmen Singer-Ymeri, Birgit Hippacher und Martin Rainer. Foto: Dolomitenstadt/Unterwurzacher

V.l. Gert Funder, Claudia Gailer, Direktor Josef Pretis, Carmen Singer-Ymeri, Birgit Hippacher und Martin Rainer. Foto: Dolomitenstadt/Unterwurzacher

„Die HAK soll auch Schule des Lebens sein.“

Die Handelsakademie Lienz bekommt einen neuen Zweig. Der Fokus liegt auf Talenten der Schüler.

Im Rahmen des Tages der offenen Tür an der Lienzer Handelsakademie am Donnerstag, 14. Dezember, stellten Direktor Josef Pretis und die Lehrpersonen Martin Rainer, Birgit Hippacher, Carmen Singer-Ymeri, Claudia Gailer und Gert Funder ein neues Konzept vor: Neben den altbewährten Schulzweigen HAK Informatik und HAK Unternehmer soll ab dem kommenden Schuljahr noch ein neuer Zweig dazukommen, der sich HAK plus nennt – das plus steht dabei für „Potenziale, Leidenschaft und Stärken“. Wie der Name schon vermuten lässt, soll der Fokus in diesem Zweig vor allem auf den Talenten und Interessen der einzelnen Schülerinnen und Schüler liegen.

Ansprechen will man damit vor allem Schülerinnen und Schüler, die ihre Hobbys und Leidenschaften schon gefunden haben und diese Stärken ausbauen wollen, aber auch Jugendliche, die noch unentschlossen sind und verschiedene Bereiche kennenlernen wollen. Dafür soll es wechselnde Themenschwerpunkte in unterschiedlichen Interessensbereichen geben: Kunst/Kultur/Kreativität, Sport/Bewegung/Fitness/Ernährung, Soziales/Ehrenamt/Tradition, Natur/Umwelt und Handwerk/Sonstiges stehen auf dem Plan. „Alles Bereiche, die hier in Osttirol besonders interessant sind“, meint Martin Rainer.

„Wir wollen auch eine Schule des Lebens sein“, unterstreicht Martin Rainer.

Die Schülerinnen und Schüler sollen mit einem besonders geschulten Lehrerteam individuelle Potenziale weiterentwickeln, sie professionalisieren und berufliche Möglichkeiten ausloten. „Was man gut kann, was einem leicht fällt, das macht man auch gern“, ist Martin Rainer überzeugt. Auch Gert Funder sieht durch individuelle Wertschätzung und die Möglichkeit zur Selbstverwirklichung das Engagement der Schüler gestärkt.

Bereits ab der ersten Klasse sind Besuche von Events mit Bezug zu den genannten Bereichen geplant, außerdem sollen Experten in die Schule eingeladen werden und intensiv mit regionalen Institutionen zusammengearbeitet werden. Die Erstellung einer Talente-Portfolio-Mappe steht ebenso auf dem Plan wie Talente-Tage, Workshops und die Erwerbung von Zertifikaten. Bei der Matura bietet sich der eigene Interessensbereich vor allem für die anstehende Diplomarbeit an. Birgit Hippacher vergleicht das neue Konzept mit einer Busfahrt. Wohin die Reise gehe, sei abhängig von den Schülern, von den Lehrpersonen sei deshalb viel Flexibilität gefordert. „Für uns ist das eine spannende und tolle Herausforderung. Die meisten Lehrpersonen haben auch schon Vorstellungen, wie sie die Interessensbereiche mit ihren eigenen Unterrichtsfächern verknüpfen können.“

Die Kernfächer Unternehmensrechnung, Mathematik, Italienisch und Englisch sollen in der HAK plus übrigens ebenfalls gestärkt werden. Weil hier die Ausbildungsschwerpunkte, wie sie im Informatik- und Unternehmer-Zweig üblich sind, wegfallen, haben die Schüler in diesen Fächern bei gleichem Lehrplan mehr Stunden.

Die Anmeldefrist für die HAK plus beginnt mit den Semesterferien: Von 12. Februar bis 2. März können sich Interessierte anmelden. Zwanzig Schülerinnen und Schüler braucht es mindestens, damit eine HAK plus-Klasse zustande kommt. Martin Rainer und Carmen Singer-Ymeri, die das Konzept bei Informationsveranstaltungen den achten Schulstufen präsentiert haben, orten starkes Interesse. „Wir sind überzeugt, dass wir eine Klasse zusammenbringen werden“, erklären sie.

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