Rot bedeutet Stopp! Oder doch nicht?

Norbert Hofer will den Verkehrsfluss beschleunigen. Experten sind skeptisch. Was denken Sie?

Der neue Infrastruktur- und Verkehrsminister Norbert Hofer (FPÖ) denkt derzeit laut über eine Veränderung der Straßenverkehrsordnung nach. Konkret möchte Hofer künftig das Rechtsabbiegen bei Rot erlauben. Das Ziel ist ein verbesserter Verkehrsfluss. Ob dieses Vorhaben realisierbar ist, lässt Hofer nun prüfen — erste Tests sollen bereits mit Jahresbeginn erfolgen.

Verkehrsexperten kritisieren die Maßnahme. In den USA ist es zwar seit Jahrzehnten möglich, eine rote Ampel zu negieren, wenn man rechts abbiegt, in unseren Breiten brächte das aber an vielen Kreuzungen Sicherheitseinbußen vor allem für Fußgänger und sei deshalb nur schwer realisierbar. Die Fachleute warnen auch vor einer „Aufforstung“ des ohnehin üppigen Schilderwaldes.

Auch ÖAMTC und ARBÖ sehen keine Notwendigkeit, die Verkehrsregeln anzupassen. In Städten seien die meisten Rechtsabbiegespuren ohnehin mit entsprechenden Extraspursignalen — vielen bekannt als grüner Pfeil nach rechts — ausgerüstet. Weiters seien auch viele Ampeln bereits so aufeinander abgestimmt, dass sie im Sinne eines optimalen Verkehrsflusses „schalten“.

Das Rechtsabbiegen an roten Ampeln soll bereits ab den kommenden Monaten getestet werden. An einigen Kreuzungen in Lienz gibt es einen „Grünpfeil“, der die selbe Funktion erfüllt. Foto: Dolomitenstadt/Roman Wagner

Bernhard Knapp, Vorstand der Abteilung „Verkehrsrecht“ der Tiroler Landesregierung, erklärt gegenüber Dolomitenstadt, dass „das Land Tirol sich selbstverständlich zukünftigen Entwicklungen und Vorhaben, welche der Erhöhung der Verkehrssicherheit dienen, nicht verschließen wird.“ Knapp verweist in diesem Zusammenhang aber auch auf die Schutzwegaktion für Tiroler Gemeinden, welche seit dem Jahr 2007 erfolgreich durchgeführt werde.



Die Ergebnisse dieser Aktion geben das Unfallgeschehen auf den Tiroler Schutzwegen wieder — die Anzahl der Unfälle konnte zwischen 2007 und 2016 mehr als halbiert werden. Deshalb betont Knapp, dass eine Rechtsabbiegeregelung auch Rücksicht auf die Fußgänger und Schutzwege nehmen müsse.

Auch in Osttirol spalten sich die Meinungen zu diesem Thema, nicht wenige Einheimische können der Idee des neuen Verkehrsministers kaum Positives abgewinnen. Wir haben uns auf den Straßen Osttirols umgehört und wollten wissen, was die OsttirolerInnen davon halten, dass man bald bei Rot eine Ampel negieren und rechts abbiegen könnte:

Neben den Ampeln will Hofer auch die derzeit geltenden Geschwindigkeitsbeschränkungen unter die Lupe nehmen. „Hier sind wir der Ansicht, dass die derzeit geltenden Tempolimits durchaus gerechtfertigt und ausreichend sind“, erklärt Bernhard Knapp in Bezug auf den Bezirk Lienz.

In den vergangenen Jahren habe man das gesamte Bundesland hinsichtlich der geltenden Tempolimits in Verbindung mit Unfallhäufungsstellen begutachtet. Besonders unfallgefährdete Bereiche wurden laut Knapp nicht nur im Rahmen der baulichen Möglichkeiten adaptiert, zusätzlich wurden auch neue Geschwindigkeitsbeschränkungen verordnet.

Man darf gespannt sein, wie sich diese Themen in den kommenden Monaten entwickeln. Eine erste Testphase für das Rechtsabbiegen bei Rot wird vielleicht Aufschluss über Nutzen und Sinnhaftigkeit dieser Maßnahme geben. Vorerst bleibt es allerdings dabei: „Rot heißt stehen und grün bedeutet gehen.“ Und was halten Sie davon?

Umfrage
Soll eine rote Ampel immer Stopp bedeuten?
Ja. Ich bin für die derzeitige Regel. 449 Stimmen / 54%
Nein. Rechtsabbiegen bei Rot finde ich gut. 353 Stimmen / 42%
Ist mir egal. 36 Stimmen / 4%
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32 Postings bisher
chiller336 vor 9 Monaten

vielleicht sollte man sich vorher mal gedanken drüber machen, warum zb der frisch asphaltierte schleinitzweg saumässig geräumt ist und keinen rollsplitt gsehn hat? 3 tag später? trifft im übrigen auf viele teile der stadt zu nur so nebenbei erwähnt. und dann wird uns das stehenlassen der fahrzeuge versucht schmackhaft zu machen? solln die leut vielleicht selber a küberl splitt mit aufn weg nehmen?? ich find das eine frechheit und sollte mal was grobes passieren - dann können sich die zuständigen satteln - soviel is sicher

    senf vor 9 Monaten

    brauchst einen rollator? günstig erhältlich bei altthaler in tristach!

schnuffi vor 9 Monaten

Ach ja...Die Rettungsgasse auf den Autobahnen will der Herr Minister ja auch wieder abschaffen. Für mich auch nicht verständlich... Wozu das ganze Chaos? Warum muss das "Ei" immer wieder neu erfunden werden?

schnuffi vor 9 Monaten

Völliger Unsinn! Dann darf der Rechtsabbieger ja immer abbiegen. Egal ob es rot, gelb oder grün ist. Dann müsste man schon eine dauergrüne Zusatzampel mit dem Abbiegepfeil montieren. Sonst kennt sich wieder niemand aus. Dauergehupe vorprogrammiert. Wir haben ja schon die Licht am Tag Regel nicht verstanden. Einmal ja, dann wieder nein. In gewissen Ländern mitlerweile vorgeschrieben bzw. bei Strafe nicht gestattet. Also bitte lasst es! Die "neue" Rechtschreibung verstehen ja auch die meisten Leute nicht. ...von unserer Bundeshymne ganz zu schweigen......Töchter oder Söhne wie war das nochmal???

    karli8 vor 9 Monaten

    Naja die Spielregeln können sich nunmal auch wieder ändern, und man sollte in der Lage sein einfache Änderungen umzusetzen. Vielleicht schadet es auch nicht mal abzuwarten und nicht alles im vorhinein zu verurteilen und zu kritisieren.

Lienzner7 vor 9 Monaten

An und für sich eine gute Idee. Die meisten Leute sind aber schon mit einer eindeutigen "Rot-Stopp"- Regelung überfordert, wenn der Stress kommt. Ich sehe noch mehr Autos kreuz und quer in den Kreuzungen stehen, sollte diese "Abbiegen bei Rot"-Regelung Fuß fassen.

Franz Brugger vor 9 Monaten

Bitte weisen Sie Herrn Knapp, als Zuständigen für die Landesstrassen auch auf folgenden Unsinn bei der Kreuzung "Dolomitenhotel" hin:

1) Im vergsangenen Jahr war die Ampel mal kurz so geschaltet, dass automatisch immer Fußgänger-grün war. Dies empfand ich als gut, weil, wenn kein Fußgänger ansteht können die Autos sowieso sofort losfahren. Es ist leider immer noch zu beobachten, dass - weil die Drückköpfe der Ample unsinnig angebracht wurden - Leute verdutzt vor Fußgänger -Rot stehen.

2) Für untertags und auch für die Mittagszeit ist für Überquerer der AlbinEggger Strasse die Grün Phase zu kurz. Da zumindest der Programmierer intelligent sein wird sollte da eine Anpassung möglich sein.

3) Es wäre auch zu prüfen, wieweit die Rot-Phasen verkürzt werden könnten.

    tauernwind vor 9 Monaten

    Zu Pkt. 2: Bei Füßgängerampeln kann man (lt. meiner Info) so lange es grün ist losgehen und muss nicht den Kreuzungsbereich verlassen haben wenn es rot wird, im Gegensatz zum Kfz, darum gibt es überhaupt so kurze Grünphasen.

      Franz Brugger vor 9 Monaten

      Da ist die Zeit für die Kfz gemeint, vor allem Linksabbieger, welche von der Franzvon Defregger-Strasse kommen.

Ernstl vor 9 Monaten

War bereits in der DDR so. In den USA gibt es diese Regelung bereits in den meisten Bundesstaaten und sie funktioniert blendend. Man muss aber zuerst mit seinem Fahrzeug zu einem "Totalstopp" kommen und darf erst dann weiterfahren, wenn kein Verkehr kommt. Ich denke, dass die Feinstaub-Verschmutzung zurückgehen würde, da die Fahrzeuge nicht solange warten müssen. Ich bin dafür!

Cha447 vor 9 Monaten

Solange unsere "intelligenten" Ampeln nicht sehr intelligent schalten (dürfen) hat das keinen Sinn. Außerdem fahren die Autofahrer bei Stau immer die Kreuzungen zu das nichts mehr geht. Die Fagerer doppel Ampel ist für die Katz, der Mci Fußgängerübergang gehört "unter- oder überführt" und bei der Zettersfeld Kreuzung ein Kreisverkehr aber den baut man ja beim Interspar ...

Kiew vor 9 Monaten

Bei der Dolomitenkreuzung befinden sich seit Jahren entsprechende Zusatzampeln, die aber nie eingeschaltet sind. Kann mir je,mand verraten, wozu die gut sind?

    chiller336 vor 9 Monaten

    die sind dort angebracht für den fall eines feuerwehreinsatzes ... sprich die blinken, wenn feuerwehrautos im einsatz in die kreuzung einbiegen .. is nämlich bei dieser kreuzung oftmals schwer erkennbar wegen der krümmung und auch wegen der oft viel zu hohen geschwindigkeit der autofahrer auf der albin egger straße

    nikolaus vor 9 Monaten

    Seit es dort die Rechtsabbieger-Pfeile gibt, habe ich es ganze ZWEI MAL erlebt, dass sie geleuchtet haben!!! Warum sie nicht regelmäßig "arbeiten"??? Keine Ahnung!!! Jedenfalls sehe ich keinen sinnvollen Zusammenhang mit Feuerwehreinsätzen!?! Zum Hauptthema: Prinzipiell sollte man es aber Menschen, die eine Führerscheinprüfung bestanden haben, schon zutrauen auch bei Rot rechts abzubiegen. Dabei auf Fußgänger zu achten sollte auch zur täglichen Verkehrsroutine gehören.

      chiller336 vor 9 Monaten

      liest du meinen kommentar nicht? es stehen sogar tafeln mit erklärung dabei. was is jetzt so schwierig daran zu verstehen? also nochmal für schnellentschlossene: falls die ampel für fahrer auf der dolomitenstraße rot ist, leuchten diese zusatzampeln im fall eines feuerwehreinsatzes - heisst dass feuerwehrautos bei rot in die kreuzung einfahren. comprende? wer lesen - und verstehen - kann, ist klar im vorteil

Talpa vor 9 Monaten

Klasse, wie uns diese neue Regierung mit schwachsinnigen Ablenkungen abspeist....zu mehr reichts wohl nicht... Der erste schwarz- blaue Scherbenhaufen ist noch nicht einmal aufgekehrt, da kommen die schon wieder mit ihren glorreichen Ideen! Da hilft alles türkise Umfärben nichts! Das wird teuer!!!

    Thomas28 vor 9 Monaten

    Talpa, ich weiß schon das dir rot grün lieber wäre, aber du musst dich damit abfinden das linke Politik nur Chaos verursacht und mehrheitlich nicht gewollt wird.

      Talpa vor 9 Monaten

      Tja Thomas, Kopf in den Sand stecken, und so tun, als wäre nie was passiert ist auch keine Lösung. Das hat nichts mit Schwarz- Weiss- (links- rechts)Denken zu tun. Fakt ist: Teuer wars, teuer wirds! Lernen Sie Geschichte!

    Thomas28 vor 9 Monaten

    Talpa, steigere dich nicht so hinein.

auslaender vor 9 Monaten

Funktioniert in Deutschland auch reibungslos seit Jahren. Dann kann das der österreichische Autofahrer intellektuell auch schaffen. Nur Mut!

Motl vor 9 Monaten

Weils zum Thema passt: Mir wäre lieber, wenn sich die "Verkehrsplaner" der Stadt nochmals die Schaltung unserer Ampeln anschauen würden! So wieces derzeit läuft kann kein verkehrsfluss zustande kommen!

    realist vor 9 Monaten

    Stimme dir zu, dass die Ampelsituation in Lienz katastrophal ist,

    ABER: Da es sich hier um eine "Landesstraße B" handelt ist nicht die Stadtgemeinde zuständig oder deren "Verkehrsplaner" sondern das Land Tirol! (Baubezirksamt Lienz - ​Abteilung "Straßenerhaltung und Straßenverwaltung" - Außenstelle der Gruppe Landesbaudirektion des Amtes der Tiroler Landesregierung )

      Thomas28 vor 9 Monaten

      Realist, Motl schreibt “Verkehrsplaner der Stadt“ somit ist auch das Baubezirksamt Lienz gemeint. Sinnerfassend lesen ??

      realist vor 9 Monaten

      @Thomas28 Du scheinst hier leider etwas zu verwechseln! Nochmal: Verkehrsplaner/Verkehrsplanung der Stadt: Liebburg - zuständig für Gemeindestraßen, ... https://www.lienz.gv.at/stadtverwaltung/fachbereiche/bauen-verkehr.html ------------ Verkehrsplaner/Verkehrsplanung der Landesstraßen B und L: Amt der Tiroler Landesregierung / vor Ort - BBA Lienz ​https://www.tirol.gv.at/verkehr/baubezirksaemter/bba-lienz/

      Und es steht doch außer Zweifel, dass die Landesstraße B100 (bis 2002 Bundesstraße B100) durch Lienz führt! - Oder???? Ergo - kann man hier der Stadtgemeinde keinen direkten Vorwurf machen - sondern sollte sich an das Land Tirol wenden! FAKTENCHECK ERLEDIGT !!! P.S. Aber so wie ich deine Postings lese - stehst du eh wahrscheinlich mehr auf populistisches Geschrei (man beachte deine Antwort weiter oben) als auf FAKTEN ! - Man sollte sich halt immer zuerst informieren!

      Motl vor 9 Monaten

      @realist: mir ist eigentlich nur wichtig, dass sich die verantwortlichen nochmals das lienzer ampelsystem genauer "anschauen". Ich denke, dass dieser grundgedanke meines postings erkennbar ist. Wer nun auch zuständig ist - hauptsache er liest es und nimmt mein anliegen ernst.

      Thomas28 vor 9 Monaten

      Realist, ok, du scheinst ein reiner Theoretiker zu sein. Aber wie gesagt, wenn du sinnerfassend lesen würdest, dann wäre diese Diskussion unnötig :) Es ist nichts neues, dass gewisse Leute berechtigte Kritik, Wahrheiten und Tatsachen gleich als Populismus abstempeln.

    chiller336 vor 9 Monaten

    vewrsteh i jetzt nit - is eh imma grün .... wenn ma lang genug wartet ??

    steuerzahler vor 9 Monaten

    Der meiste Stau wird von den Autofahrern selbst erzeugt. Wenn man mit Abständen zwischen 30 und 200 Metern zur Kreuzung oder Kreisverkehr hinschleicht, dann schaffen es halt nur drei Autos in einer Grünphase. Das gemächliche Hinrollen zur Ampel pflanzt sich nach hinten fort und dann steht alles. Wenn dann mal die Polizei winkend den Verkehr beschleunigt, ist der Stau verschwunden. Konnte ich im Sommer beobachten. Gleichzeitig könnte man wieder mehr mit dem Fahrrad oder zu Fuß erledigen.

Thomas28 vor 9 Monaten

Naja, Rechtsabbiegen bei rot muss nicht unbedingt sein, aber sollte es sich letztendlich positiv auswirken, warum dann nicht. Aber 100 km/h auf Autobahnen, oft sogar nur 80 ist eine Frechheit. Pure Schikane und Abzocke. Es steht hier nicht die Sicherheit im Vordergrund, sondern Geldmacherei.

bergfex vor 9 Monaten

..........künftig das Rechtsabbiegen bei Rot erlauben.

Wenn eine extra Rechtsabbiegespur (wie bei Gärtnerei Seeber) vorhanden ist, wird es kein Problem sein.

    DimebagDarell vor 9 Monaten

    Hallo Bergfex, da gehts um das Einbiegen in den Fließverkehr, sprich einbiegen in die Hauptstraße. Hierfür ist die ganze Infrastruktur schon vorhanden da eine Rechtsabbiegespur eigentlich an jeder Kreuzung separat vorhanden ist. Wär also sofort und ohne zusätzliche Kosten (Infrastruktur) umsetzbar. Bin diesbezüglich klarer Befürworter. Den Autofahrern kann man das durchaus zutrauen ;).

realist vor 9 Monaten

OMG - das nenn ich mal Sorgen! Der werte Hr. Minister soll sich um wichtigere Dinge kümmern! z.B. Ausbau des öffentlichen Verkehrs, Instandhaltung von Verkehrswegen, ... Telekommunikation (Breitbandversorgung, vorallem am Land, ...)