Sciencetainment oder das Labor im Klassenzimmer

SchülerInnen des Lienzer Gymnasiums Lienz suchten nach dem „Hunnen-Gen“.

„Flying Labs“ nennt sich ein Projekt der Universität Salzburg, das nun schon seit zwölf Jahren WissenschafterInnen mit ihren voll ausgestatteten Themenlabors in österreichische und auch bayrische Schulen bringt. In ein- oder halbtägigen Projekttagen kann damit aktuelles Experten-Wissen mit High-Tech-Material direkt, informativ und anschaulich an SchülerInnen weitergegeben werden. Dadurch wird nicht nur erklärt, was Wissenschaft ist, sondern auch, wie sie arbeitet. Und das Ganze könnte man nicht Sciencetainment nennen, wenn es nicht auch Spaß machen würde.

Professionelle Laborausstattung und spannende Aufgabenstellungen – „Sciencetainment“ beim DNA-Test am Lienzer Gymnasium.

Dass wissenschaftliches Forschen noch spannender wird, wenn man es für sich persönlich verwerten kann, erlebten die SchülerInnen der 8. Klassen des BG/BRG Lienz kürzlich in einem Gen-Workshop, bei dem sie acht ihrer eigenen Gene untersuchten. Anhand des mitgebrachten DNA-Analyse-Labors analysierten sie unter der Anleitung von Mag. Reinhard Nestelbacher, dem Initiator der „Flying Labs“ und Leiter der Firma DNA-Consult, so u.a. das „Hunnen-Gen“, das darüber Auskunft geben kann, ob man mongolische Vorfahren hatte oder nicht. Sie fanden außerdem heraus, ob sie grundsätzlich ein Kraft- oder Ausdauertyp sind oder ob sie über das „Prosozial-Gen“ verfügen, mit dem sie besonders empathisch sein müssten.

„Haben wir mongolische Vorfahren?“ fragen sich diese SchülerInnen. Um das herauszufinden, braucht man eine Reihe von Testgeräten, darunter eine Zentrifuge.

Dass für DNA-Analysen Probenahmen von Zellen der Mundschleimhaut besonders günstig sind, ist vielleicht für Fans von Krimiserien schon hinlänglich bekannt. Wie die DNA dann aber in mehreren Schritten aus den Zellen herausisoliert, mit Primern markiert und mittels einer Polymerase-Chain-Reaction vervielfältigt wird, muss man erst einmal gesehen haben, um es zu verstehen. Und auch wie man mit Micropipetten, Glaskapillaren, Zentrifugen oder Thermocycler richtig umgeht, will gelernt sein. Am Schluss stellten die SchülerInnen dann durch eine Schmelzkurvenanalyse und mit Hilfe von Gensonden fest, welche Variante des untersuchten Gens sie nun besaßen. Und das Ergebnis war dabei teilweise sehr überraschend und für einige der GymnasiastInnen völlig unerwartet.

Finanziell unterstützt wurde dieses Projekt wieder von der Privatstiftung der Lienzer Sparkasse.

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