Tiroler Immobilienmarkt: „Rückkehr zur Normalität“

Verkäufe nicht nur in Osttirol rückläufig – Kitzbühel beim Preis das Maß aller Dinge.

Auf den ersten Blick sieht es so aus, als ob Osttirol 2017 als Immobilienstandort stark an Anziehungskraft verloren hätte. Laut RE/MAX ImmoSpiegel ging die Zahl der verkauften Immobilien von 2016 auf 2017 um 9,5 Prozent auf insgesamt 553 Objekte zurück. Der Gesamtwert dieser Objekte lag sogar um 17,2 Prozent unter dem Immobilienumsatz des Vorjahres, womit der Bezirk zum Schlusslicht im Tirolvergleich wird.

Allerdings haben die Immobilienverkäufe in Osttirol im Fünf-Jahres-Vergleich um rekordverdächtige 64,6 Prozent zugenommen. Kitzbühel schaffte im selben Zeitraum eine Zunahme von 29,5 Prozent und erlebte 2017 ebenfalls eine Beruhigung des Marktes. Der Immobilienumsatz im Hahnenkammbezirk sank gegenüber 2016 um 14,7 Prozent.

Datenquelle für diese Werte ist das Amtliche Grundbuch, das von Experten der IMMOunited erfasst und von RE/MAX Austria Research lückenlos für ganz Österreich analysiert wird. 3,1 Mrd. Euro Umsatz wurden 2017 mit 10.872 Objekten in ganz Tirol erzielt. Mengenmäßig ist der Markt damit um 2,3 Prozent zurückgegangen. 254 Immobilien weniger als 2016 wechselten 2017 in Tirol ihre Eigentümer. Das sind allerdings noch immer um 7,4 Prozent mehr als 2015 und um fast 40 Prozent mehr als 2012.

Wertmäßig legte der Tiroler Immobilienmarkt im Jahresvergleich um 6,3 Prozent zu, moderat im Vergleich zu den enormen Steigerungsraten der Vergangenheit. Der 5-Jahres-Vergleich zeigt ein Plus von 69,3 Prozent. Die aktuelle Entwicklung sei kein Einbruch, sondern „nur die Rückkehr zur Normalität nach einer Marktexplosion“, schreiben die Experten.



Der Ballungsraum Innsbruck und Innsbruck Land konzentriert 44,3 Prozent aller Tiroler Immobilien-Eigentümerwechsel, gefolgt von Kufstein, Schwaz und Kitzbühel. Die Grafik zeigt, wo wertmäßig bei Immobilien in Tirol der Hammer hängt. Wenig überraschend rückt hier Kitzbühel auf Rang drei vor. Kein Wunder, denn trotz Rückgang im Immobilien-Umsatz sind die Top-Plätze der Einzelobjekte fest in Kitzbüheler Hand: Altbewährte Wohnadressen wie Aurach und Jochberg schlagen mit 13,5 Mio. und 13 Mio. Euro (für Einzelobjekte!) zu Buche und in der Stadt Kitzbühel wechselte ein 3.000 m² Grundstück um 11,8 Millionen Euro den Besitzer.

Kitzbühel ist und bleibt Tirols teuerstes Pflaster. Foto: iStock/Kirill Liv

Linktipp: Immobilienmakler in Osttirol

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2 Postings bisher
skeptiker vor 5 Monaten

Naja, von "Normalität" kann man da sicher noch lange nicht reden. Wenn man die Preise (Kauf oder Miete) von Immobilien so verfolgt, dann sind wir nach wie vor auf extrem hohem Level. Ich frage mich immer öfter, wer sich das noch leisten kann.

hoerzuOT vor 5 Monaten

Die Immobilienpreise in Tirol sind absurd hoch. Leistbar schönes Wohnen rückt in weite Ferne.