Natura 2000: Es wächst die Tamariske am Tauernbach

Umweltschützer und Alpenverein stemmen sich entschieden gegen Tiwag-Kraftwerkspläne.

Mitten in den Koalitionsverhandlungen zwischen ÖVP und Grünen bekommt ein Dauerthema neue Dynamik, bei dem die politischen Verhandlungspartner ins Schwitzen kommen könnten: Soll die Landesenergiegesellschaft Tiwag – nach jahrelangem Tauziehen – ein Ausleitungskraftwerk am Osttiroler Tauernbach bauen dürfen? Gleich auf mehreren Ebenen bietet diese Frage Zündstoff. Zum einen fehlt der Tauernbach in der Tiroler Nominierung von Natura 2000-Zonen im Einzugsbereich des Gletscherflusses Isel, wofür Umweltschützer bereits in der abgelaufenen Legislaturperiode die schwarzgrüne Tiroler Landesregierung scharf kritisierten.

Die Grünen positionierten sich im Wahlkampf ausdrücklich als „Umweltfighter“ und riskieren nun ihre Glaubwürdigkeit bei allzu großen Zugeständnissen an die Kraftwerkshardliner – wie den Wirtschaftsbundchef Franz Hörl am anderen Ende des koalitionären Verhandlungstisches. Vor diesem Hintergrund verweisen der österreichische Umweltdachverband, der Alpenverein und der Osttiroler Verein zum Schutz der Erholungslandschaft auf eine vielsagende Unstimmigkeit im derzeit laufenden Verfahren zur Umweltverträglichkeitsprüfung des Tiwag-Projekts. Einmal mehr geht es um die unscheinbare Pflanze, die als Bioindikator einen schützenswerten Lebensraumtyp anzeigt: die Deutsche Tamariske. Wächst sie am Tauernbach, ja oder nein? Wenn ja, dann wäre Natura 2000 angesagt.

„Die TIWAG möchte dieses Kraftwerk auf Biegen und Brechen durchbringen. Offenbar kommt es da gerade recht, dass der Tauernbach bislang nicht in das Natura 2000-Schutzgebietsnetzwerk miteinbezogen wurde – was allerdings aufgrund der Tamariskenvorkommen an diesem Fließgewässerabschnitt unabdingbar ist“, sagt Franz Maier, Präsident des Umweltdachverbandes. Anders sieht das offenbar der Stromkonzern. Die Tiwag veranlasste für das UVP-Verfahren eine Erhebung in der offenbar zu lesen steht, dass „südlich der Pumpstation Gruben auf beiden Schotterbänken ab Mitte September keine Ufertamarisken mehr festgestellt werden konnten.“

Stimmt nicht, sagt einer, der die Flüsse und Bäche der Region wie seine Westentasche kennt: „Diese Aussagen sind für uns nicht nachvollziehbar, da wir sehr wohl Tamariskenvorkommen geortet haben. Auch nach den Hochwasserereignissen des Sommers 2017 waren noch eine Vielzahl an Tamariskenpflanzen im Bereich Landschütz vorhanden“, erklärt Wolfgang Retter, Obmann des Vereins zum Schutz der Erholungslandschaft Osttirols.

Tamarisken am Tauernbach in Osttirol. Die einen sehen sie, die anderen nicht. Foto: Wolfgang Retter

Die gesamte Causa ist auch für das laufende Natura 2000-Nachnominierungsverfahren von Bedeutung, wie Liliana Dagostin, Leiterin der Abteilung Raumplanung und Naturschutz des Alpenvereins, erklärt: „Im Bericht des Amts der Tiroler Landesregierung zur fachlichen Beurteilung möglicher weiterer Gebietsmeldungen im Zuge der Natura 2000-Nachnominierung wird festgehalten, dass der Lebensraum Isel und die Zubringer Schwarzach, Tauernbach und Kalserbach‚hervorragend repräsentativ‘ und ‚übernational bedeutend‘ sei. Ein weiteres Gutachten hält fest, dass es an der Isel und ihren Zubringern die bedeutendsten Tamariskenvorkommen in Österreich gibt. Dennoch wurden der Isel-Zubringer Tauernbach, der als Wasserfassung für das Vorhaben Kraftwerk Tauernbach-Gruben genutzt werden soll, gar nicht und Schwarzach und Kalserbach nur in Teilbereichen als Natura 2000-Gebiet ausgewiesen.“

Es ist ein Streit, der einmal mehr eine grundsätzliche Differenz in den Einschätzungen von Kraftwerksbefürwortern und Naturschützern sichtbar macht. Während Gegner einer großzügigen Natura-Ausweisung ein paar Tamarisken mehr oder weniger für vernachlässigbar halten, sehen die Ökologen „die Isel und ihre Zubringer mit Vorkommen von Myricaria germanica als funktionelle Einheit und Verbundsystem.“ Umso wichtiger sei es, in allen Talzonen des Isel-, Defereggen-, Virgen-, Tauern- und Kalsertals die natürliche Abflussdynamik der dortigen Bäche nachhaltig zu sichern. „Ein Kraftwerksstandort am Tauernbach ist aus unserer Sicht mit den Zielen der FFH-RL unvereinbar“, erklärt Franz Maier.

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35 Postings bisher
Erich vor 4 Monaten

an karli8 und andere:

Willkommen im vorigen Jahrhundert! Inzwischen gibt es schon eine ganze Reihe von konkreten Alternativen: Photovoltaik (auf nahezu jedem Hausdach möglich), Solarthermik, Wind (in Küstengebieten, flachen Landschaften ...), Biomasse (der Wald wächst uns beim Fenster herein), - und besonders wirksam: Einschränken der Verschwendung (z.B. einmal wärmegedämmt bedeutet immer gespart bei gleichem Komfort ...)

Es bibt keine Energielücke, sondern nur eine Denk- und Wollens-Lücke ...

Hans Mayer vor 4 Monaten

Schade ist, dass man seit Jahren nichts mehr hört von möglichen Energiesparmaßnahmen, wie zB ein Verbot von Standby Geräten, die immer noch ganz massiv Energie verschwenden. Und nur ganz wenigen ist bewusst, welch ungeheuren Bedarf an Energie die von uns allen so gerne benutzten Social Media benötigen. Jede Suchanfrage bei Google und jedes hochgeladene Bild bei Facebook benötigt Energie. Energiesparen ist durch gute Lobbyarbeit der Staudamm- und Betonbauer derzeit politisch ganz einfach kein Thema. Meiner Meinung nach ist es auch nicht Aufgabe der Tiwag Sport- und Kultursponsoring zu betreiben nach dem Motto "Wessen Brot ich fress, dessen Lied ich sing" und für diese fachfremden Ausgaben weitere wildfliessende Flüsse zu zerstören. Mir wäre es lieber man würde versuchen den Energiebedarf zu drosseln, statt auch noch die letzten Naturreservate zu zerstören. Ob das mit grüner Weltfremdheit zu tun hat oder nicht doch eher damit, dass man die letzten Reste an Natur schützen und bewahren will? Mit sauberer Energie hat Wasserkraft jedenfalls nun leider gar nichts zu tun. Umweltfreundliche Staudämme sind ein Mythos: http://blueheart.patagonia.com/truth

    Markus aus den Hohen Tauern vor 4 Monaten

    Wie lange redet man denn schon von Energieeinsparung? Das Potenzial ist sicher theoretisch hoch, aber praktisch???????? Jedes hochgeladene Bild auf Facebook benötigt Energie. Ja! Auch jede Armbanduhr, jede Jalousie und jeder Wasserkocher. Aber es nutzt nix. Wer sagt, dass man hier auch praktisch groß Energie einsparen könnte, ist für mich weltfremd, naiv oder einfach nur ein Träumer.

      Hans Mayer vor 4 Monaten

      Manchmal ist es gar kein Traum, sondern Wirklichkeit! Zum Thema der Energieeinsparmöglichkeiten hier noch ein Zitat der Tiroler Umweltanwaltschaft: "Während die Stromproduktion laufend erhöht wird, ist verbrauchsseitig ein gegenläufiger Trend zu verzeichnen: Der Stromverbrauch der wichtigsten Sektoren Gewerbe und Industrie bzw. private Haushalte ist leicht rückläufig. Private Haushalte verbrauchten 2014 rund 4,2 Prozent weniger Strom, als sie noch 2005 benötigten. Bezieht man den Umstand mitein, dass sich die Anzahl der Haushalte von 2005 bis 2014 in Tirol um 11,9 Prozent erhöht hat, ergibt sich sogar eine haushaltsspezifische Stromverbrauchsreduktion von 14,4 Prozent. Offensichtlich erledigen die Haushalte, aber auch die Bereiche Industrie, Gewerbe, Verkehr und Landwirtschaft ihre Hausaufgaben und sparen stetig Strom ein. Deutlich gestiegen ist lediglich der Stromeigenverbrauch des Sektors Energie (um 28,2 Prozent)." http://www.tiroler-umweltanwaltschaft.gv.at/naturschutz/wasserkraft-an-tirols-fliessgewaesser/

    senf vor 4 Monaten

    energiesparen: wo fängt man an? industrieproduktion drosseln, raumtemperatur senken, autofahrten limitieren, luxus verbieten, weltweiten flugverkehr einstellen, kreuzschiffe verschrotten, fortschritt stoppen …?

    energie sparen diejenige, die sie sich ohnehin nicht leisten können, denn energiesparen erzwingt die frage nach dem sinnvollen und verantwortungsvollen verbrauch. muss man x-mal den globus umrunden und dafür unmengen an kerosin verbrennen, um seine aktionsgier zu befriedigen oder neuland z. bsp. im sport (kajak nehm ich nicht aus) zu erkunden und schließlich gewinnorientiert für die masse aufzubereiten? soca grüsst! muss man alles haben und an allem teilnehmen, was uns die werbung schmackhaft macht?

    herr mayer, ich kann ihnen in ihrer argumentation nicht ganz folgen. sie sind meiner ansicht nach leider ein naturschützer der ersten kategorie, einer mit selbstzweck und eigennutz. denken sie einmal darüber nach!

      Hans Mayer vor 4 Monaten

      Durch die offene Nennung meines Namens war mein Hobby Kajakfahren ja nicht schwer im Netz zu eruieren. Und ja, ich reise gerne, paddeln ist definitiv auch Motorsport, trotzdem brauche ich zB keine beheizten Sessellifte oder andere sinnfreie Stromverschwender. Interessant wäre, inwiefern diejenigen, die sich hier so stark unter Decknamen für die Wasserkraft einsetzen, mit der Tiwag verbandelt sind. Gehört halt ein bisschen, wenn auch nicht besonders viel, Mut dazu, mit seinem Namen zu etwas zu stehen. Und würde die Diskussion vielleicht auch etwas versachlichen. Tatsache ist: "Tirol hat in den letzten Jahren deutlich mehr Strom produziert, als es verbraucht hat." Hier nachzulesen: http://www.tiroler-umweltanwaltschaft.gv.at/naturschutz/wasserkraft-an-tirols-fliessgewaesser/ An dieser Tatsache gibts nichts zu rütteln! Wenn dann wie vor einigen Jahren geschehen mit großen Werbetafeln die Tiwag argumentiert, dass es ohne neue Wasserkraftwerke keine Frühstückssemmeln mehr geben wird, so sind das Lügen, gegen die ich aufstehe. Was bei einem Stromüberschuss gegen die Erhaltung von einigen wenigen verbliebenen natürlichen Flussstrecken spricht, ist ganz sicher nicht mein Eigennutz oder Selbstzweck und dass Sie mich als Naturschützer der ersten Kategorie bezeichnen ehrt mich, bringt uns aber alle miteinander nicht weiter. So viel mir bekannt ist, hat bisher nur das Asslinger Solarkraftwerk Arbeitsplätze und günstigeren Strom für die Einwohner gebracht. Dass ein Wasserkraftwerk irgendeinen Nutzen für die heimische Bevölkerung bringt; gerne lass ich mich hier mit Tatsachen überzeugen. Falls ja und es werden zB Arbeitsplätze mit regional verbilligtem Strom geschaffen wie zB im Burgenland, ja warum denn nicht? Wenn Sie meiner Argumentation nicht folgen können oder wollen, ist das ihr gutes Recht, genauso wie es mein Recht ist, gegen sinnlose Wasserkraftprojekte zu kämpfen.

    senf vor 4 Monaten

    mayer@: was willst du dem forum eigentlich sagen? im obigen posting beschwerst dich, dass man vom energiesparen nichts mehr hört, im unteren zitierst du daten der umweltanwaltschaft mit enormen verbrauchsrückgängen. du vergisst auch, dass es in der digitalen welt im vergangenen jahrzent bei extremer leistungssteigerung und neuerungen starke verbrauchsreduktionen gegeben hat. denk an die umstellung von röhrengeräte zu flachbildschirmen, oder an die die pc-kühlsysteme. denk an die massenhafte umstellung von energiefressenden beleuchtungskörper auf das led-licht. vergiss bitte auch nicht den solarstrom der eigenheimbesitzer im eigenverbrauch usw. trotzdem steigt der gesamtenergiebedarf weiterhin an. vor allem auch im winter! über die sesselliftheizungen lässt sich streiten. genauso über die freibäder auf hoteldächern oder die warmluftvorhänge statt windfängen bei eingängen in den einkaufszentren. diese diskussion spar ich mir ebenso wie die frage nach dem sinn, über weihnachten die halbe weltkugel zu umrunden, um irgendwo im sand eine woche den allerwertesten zu bräunen.

    lieber herr mayer, warum sollte die tiwag keine eigenwebung oder sponsoring betreiben, wie alle anderen unternehmen auch? bist wohl auch einer der steckdosenvisionäre. (ich bin wie du auch mit der tiwag verbandelt - ich beziehe von ihr den strom 🙄).

senf vor 4 Monaten

wasserkraft ist die sauberste und wohl auch die effektivste energiegewinnung, das kann immer und überall bewiesen werden! miraculix, du liegst teilweise falsch. die tiwag leistet beiträge für unmessbare schäden an talschaften und gemeinden und tritt auch als willkommener sportsponsor landesweit auf. die übrigen 950 netzeinspeisenden, privaten kraftwerksbetreiber tirols erwirtschaften satte gewinne. für ihr bankkonto!

sommerwasser lässt sich für den spitzenbedarf und für winterenergie speichern. stauseen befüllen sich mehrmals im jahr und stehen dann bei bedarf zur verfügung. auch geringe mengen an solar- und windenergie wird dank der stromabnahme von privaten in tiwagstauseen „eingelagert“. sie kann letztlich dann als wasserenergie sogar im winter genutzt werden. der rest der vielgepriesenen sonnenenergie muss im erzeugermoment verbraucht, oder in den boden gestampft werden, denn sie wird großteils zur falschen zeit am falschen ort produziert. leider!

wasserkraft liefert ökostrom, freuen wir uns, dass wir dieses gut in den bergen haben und halbwegs vernünftig und ausgewogen nutzen können. die politik hat dafür gesetzliche rahmenbedingungen festgelegt. sie werden auch exekutiert. das ist gut so, denn gebirgsbäche sind nicht vermehrbar, es gilt dort auch das viel strapazierte wort „nachhaltigkeit“. wenn in kals trotz energietechnischer nutzung ein gletscherbach mit tamarisken angeblich als natura2000 gebiet ausgewiesen wurde, so ist das nach meinem verständnis doch auch am tauernbach denkbar.

ich bezeichne viele naturschützer als unehrlich, eigennutzig und (leider) und auch missbraucht. sie bedienen sich der käseglocke. andere sind kompetent, zukunftsorientiert und kompromissbereit und deshalb immens wichtig in der positiven entscheidungsfindung für die zukunft mit der eingeleiteten energiewende. sie sind leider mangelware!

als einer, der seine kindheit im dorf und am frei fliesenden gebirgsbach erleben konnte, macht der anblick von restwasser schon etwas nachdenklich. mindestens genau so wie das heutige dorfbild mit der überschwenglichen solar- und photovoltaikverpflasterung. Es geht uns gut!

    Franz Brugger vor 4 Monaten

    Es besteht trotzdem der Verdacht, das Projekte allein geschuldet der Auslastung bestehender Strukturen und Abteilungen der TIWAG forciert werden.

    miraculix vor 4 Monaten

    @ senf Da bin ich jetzt aber richtig froh, dass ich nur teilweise falsch liege ...

    Dass Solarstrom angeblich nur "zur falschen Zeit" erzeugt wird, ist in aller Munde - fragt sich, warum? Die Wasserkraft liefert auch von Mai bis August überdurchschnittlich viel Strom, sogar rund um die Uhr, und nicht nur zur Mittagszeit, aber das stört nicht weiter ... Und zur verlautbarten "Nachdenklichkeit" bezüglich Bächen mit Restwasser: Mir sind da Dächer und Fassaden mit sinnvoll (=unauffällig) geplanten Solar und PV-Anlagen allemal lieber!

    Wenn es möglich ist, mit überschüssigem Strom aus Wasserkraft im Sommer Jahresspeicher zu füllen dann frage ich mich aber schon, warum das nicht auch mit überschüssigem PV-Strom gehen sollte, und das mehr als in homöopatischen Dosen. Laut Potenzialanalyse Wasserkraft und der Energiestrategie Tirol 2050 geht es um den zukünftigen Ausbau von rund 2,7 TWh Wasserkraft (1 Terawattstunde = 1 Milliarde Kilowattstunden) Etwas später kam die Potenzialstudie "Solar Tirol" ans Licht der Öffentlichkeit. Sie bescheinigt allein den "gut geeigneten bestehenden Dachflächen" in Tirol (mit zumindest durchschnitllichem Ertrag) ein Energiepotenzial von knapp 7 TWh Strom. Das ist deutlich mehr als das Doppelte der ausbauwürdigen Wasserkraft. Und das mit der Technik von vor 2015, also ca. 16% Modulwirkungsgrad, der inzwischen schon über 20% geklettert ist ... Während in Österreich und besonders in Tirol am Ausbau der Wasserkraft schon fast "verbissen" geplant und gearbeitet wird, bleibt das Solarpotenzial praktisch links liegen. Fragt sich, ob das der Weisheit letzter Schluss sein kann und ob das unser Land zukunftsfit erhalten oder gar machen wird.

      steuerzahler vor 4 Monaten

      Man wird beides brauchen, die Solarstromerzeugung und Großspeicher in Form von Stauseen. Ein Stauwerk ist allemal umweltfreundlicher als ein Akku der gleichen Kapazität. Warum die Solarzellen auf den Dächern nicht mehr werden? Das ist ein reines Kosten/Nutzen- Rechnungsergebnis, gepaart mit allerlei behördlichen Grauslichkeiten. Ich könnte 350 m2 ausbauen, aber zur Zeit wäre das ein reines Hobby. Hohe Kosten, schwache Vergütung und wenn man über 25 kW kommt, dann ist man ein EVU!! Ich würde übrigens die Dachkollektoren fördern und die Aufstellung auf landwirtschaftlichen Nutzflächen besteuern.

Talpa vor 4 Monaten

Hier immer wieder zu behaupten, wer gegen TIWAG-Kraftwerke ist, ist gegen saubere Energie, ist planker Populismus! Die wenigsten haben was gegen lokal erzeugten Strom von Gemeinden für Menschen vorort. Nur macht einem da das (Wasser)Kraftwerksmonopol der TIWAG einen Strich durch die Rechnung.

    miraculix vor 4 Monaten

    Die TIWAG hat kein Monopol auf den Kraftwerksbau. (Das Wasserrechtsgesetz gibt da Auskunft)

    Für die Flüsse und Bäche und deren Bewohner, aber auch für alle Menschen, die fließendes Wasser schätzen und keine verarmten oder beraubten Landschaften wollen, ist es unerheblich, VON WEM Wasserkraftwerke geplant und errichtet werden.

    Es ist auch energiepolitisch nicht relevant, WER Kraftwerke an Gletscherbächen baut, denn die können und werden nie zur Versorgungssicherheit beitragen. Gletscherbäche haben ein extrem unausgeglichenes Abfluss-Verhältnis von 90:10 zwischen Sommer- und Winterhalbjahr. Ca. 90% der Wassermenge fließt im Sommerhalbjahr (1. 4. bis 30.9.) nur etwa 10 % im Winterhalbjahr (1. 10. bis 31. 3.) Wer zu verschiedenen Jahreszeiten die Isel in Lienz überquert, kann das mit eigenen Augen sehen. Im Winter ist der Strombedarf deutlich höher als im Sommer. Dass Stromerzeugung trotzdem finanziell interessant sein kann, liegt an den Förderungen, die unabhängig davon bezahlt werden, wann der Strom erzeugt und ins Netz eingespeist wird.

    Und noch ein Vergleich für etwas Licht ins Dunkel der Argumentation: Der Inn bei Kufstein hat ein Abflussverhältnis Sommer-Winter von ca. 70:30. Dies auch deshalb, weil im Winter große Wassermengen aus den Jahresspeichern dieses Verhältnis beeinflussen. PV-Anlagen an guten Standorten bringen es auch auf 70:30, Anlagen mit einer winteroptimierten Planung sind noch deutlich besser ...

    Aber wie schon "Detektor" im Posting weiter unten feststellt in Sachen Gehirnwäsche: Was man oft genug gehört/gelesen hat, und sei es in bezahlten Radiospots oder ganzseitiger Zeitungswerbung, das ist halt die "Wahrheit". Leider.

ManD vor 4 Monaten

An die Gegner von Wasserkraftwerken .... welche Stromerzeugung ist dann eigentlich umweltfreundlich?

    Detektor vor 4 Monaten

    > ManD: Ganz offensichtlich hat die jahrzehntelange Gehirnwäsche der Wasserkraftkonzerne langdauernde Nachwirkungen und blockiert die Erkenntnis, dass schon längst andere Möglichkeiten zur Stromerzeugung bestehen. So hat sich das Burgenland in eineinhalb Jahrzehnten mit Windkraftwerken stromautark gemacht und produziert heute mehr als es verbraucht. Und allein die Dachflächen Tirols könnten über Photovoltaik unseren gesamten Strombedarf decken. Allerdings: Häuslbauer entrichten keine Großspenden für Parteien oder Dividenden zum Stopfen von Abgängen landeseigener Banken ...

      steuerzahler vor 4 Monaten

      Ist im Prinzip alles richtig, aber Wind und Sonne lassen sich nicht regeln, zumindest nicht nach oben (leistungsmäßig). Also braucht es auch gut regelbare KW oder effiziente Speicher. Es ist einfach einen Überschuss zu erzeugen, aber hat man dann genug, wenn man die Energie grad braucht? Das Burgenland ist nicht autark, denn das würde ja dann ohne Verbund funktionieren. Lieber Detektor, ein bißchen weiter denken sollte man schon.

      ManD vor 4 Monaten

      @Detektor: ich glaube aber würde man anstelle vom Wasserkraftwerk einen Windpark errichten, dann wäre der Protest genau so groß - Tiere insbesondere Vögel werden gestört usw. So lange man im Winter warm hat, das Licht brennt sind alle glücklich und zufrieden aber woher das alles kommt ist ja egal hauptsache der Schmutz wird hinter der Grenze erzeugt . . . .

      le corbusier vor 4 Monaten

      @ManD: nein, das glaube ich nicht. nicht die gleichen proteste gegen windkraft und schon gar nicht das naive bild der bürger, steckdose, strom, fein. die angesprochenen speicher: pumpspeicher benötigen oft mehr strom als sie erzeugen und das aufpumpen wird im winter erst recht mit atomstrom der nachbarn gemacht. ist mehr so ein greenwashing von strom.

      steuerzahler vor 4 Monaten

      Übrigens, der Plan des Burgenlandes ist, bis 2050 energieautark zu werden. Davon ist man noch weit entfernt und es ist noch nicht sicher, wie man das erreichen könnte. Ich wünsche es allen, nicht nur den Burgenländern, aber damit man das erreichen kann, muß man den Strompreis anders bewerten (z.B.Strafsteuer für Atomstrom).

Kilian1990 vor 4 Monaten

Ich bin - wie wohl die größere Mehrheit in Osttirol, Tirol, Österreich - für Wasserkraftwerke und damit für saubere erneuerbare Energieerzeugung. Kein Tourist mehr kommt nach Osttirol, wenn das Tauerntalkraftwerk nicht gebaut wird, und keiner weniger, wenn es gebaut wird. Von den ach so hochgelobten Tourismusprojekten in Zusammenhang mit Natura 2000 hat man noch wenig Nutzen gesehen. Also bitte ÖVP, SPÖ, FPÖ und NEOS setzt euch dafür ein, dass die TIWAG dieses Kraftwerk bauen kann.

    le corbusier vor 4 Monaten

    Wasserkraft ist keine saubere erneuerbare Energieerzeugung. Der eingriff in die Natur ist viel zu weitreichend, als dass man ein solches Projekt als nachhaltig bezeichnen könnte.

    Die Interessen der Tiwag sind da wesentlich interessanter: am Beispiel in Virgen hat sich ja schon gezeigt, dass es nicht wirklich um Profit aus Stromerzeugung geht. Der Gletscherfluss bringt im Winter keine Leistung. Daher wurde auch der Return on Investment immer weiter nach hinten verschoben. Eher geht´s da wohl um lukrative CrossBorder Geschäfte (wie fast jedes KW der Tiwag) mit amerikanischen Unternehmen. Diese sitzen meistens in Steueroasen und sind dann ihrerseit Produkte für Steuervermeidung.

      steuerzahler vor 4 Monaten

      Meine Meinung zu den Crossboarder Geschäften ist, daß sie rückabgewickelt und die Veranwortlichen zur Verantwortung gezogen werden müssten. Und wenn Wasserkraft nicht sauber genug ist, woher käme der Strom dann? Wohl aus den neuen grenznahen AKW's?

    chiller336 vor 4 Monaten

    wasserkraftwerke - vorwiegend speicherkraftwerke und da schon bestehende - werden uns in zukunft ohnehin große sorgen bereiten. durch das abschmelzen des permafrostes in unseren bergen geraten die stauwerke zunehmend in bewegung und es könnte laut einem shcweizer spezialisten durchaus sein, dass irgendwann solche mauern durch die bewegung und den wasserdruck brechen. wasserkraft ist zwar gewissermassen eine reine energie, aber nichtsdestotrotz keine ungefährliche variante

    chiller336 vor 4 Monaten

    ich finds echt lustig ... damals in den 80er jahren war der widerstand gegen das geplante kraftwerk enorm .... da war noch die rede davon was passieren würde wenn die mauern brechen usw usw .... und das vorhaben wurde abgeblasen. heutzutage wird man müde belächelt wenn man bewiesene fakten ins spiel bringt, die genau jenes vorhersagen. womöglich haben moderne generationen das denken verlernt

      steuerzahler vor 4 Monaten

      Damals in den 80ern hat man ja noch immer auf die Inbetriebnahme vom AKW Zwentendorf gehofft und wollte durch Nichtbauen von anderen KW's einen Bedarf schaffen. Die sog. "Experten" haben ja auch schon den Bruch des Maltadammes vorhergesagt. Und obwohl er bekannterweise aus Bröselbeton gebaut wurde, steht er noch immer. Man sollte bedenken, daß mit jedem nicht gebauten umweltfreundlichen Stromerzeuger die Argumentation zur Errichtung von Atomkraftwerken stärker wird. Und das will wohl niemand, der ein klein wenig weiter denkt.

      chiller336 vor 4 Monaten

      klar will niemand akws, dafür gibts heute shcon echte alternativen - eben auch zur wasserkraft. einer der hauptgründe für das damalige nichterrichten war aber die gefahr eines speicherkraftwerkes und insbesondere der eventuelle kollaps sines stauwerkes. und gott bewahre die menschen in kärnten vor einem bruch im maltatal. nur weil bis jetzt noch nix passiert ist, heisst das nicht, dass nie etwas sein kann. und vor allem sollte man nicht nur auf heutige generationen denken, sondern am meisten auf zukünftige - uns alle wird dieses kraftwerk locker überlegen, aber wie schauts mit unseren nachfolgern aus?

      karli8 vor 4 Monaten

      Welche Alternativen zu AKW und Wasserkraft gibt es denn heute die nicht unser Klima zerstören? Da wär ich mal gespannt.

      chiller336 vor 4 Monaten

      solarenergie? windenergie? was glaubst du, warums entlang der küsten soviele offshore windparks gibt hm? ...und jetzt bitte keine ausreden von wegen umweltzerstörung durch einbetonierte windtürme im meeresgrund, da sollte man sich schon vorher selber an der nase nehmen und sein kraftstoffgetriebens fahrzeug sofort verkaufen und sämtliche riesenschiffe sofort verbieten, keine häuser mehr in den boden betonieren und in keinem supermarkt mehr etwas einkaufen. weiters wurde schon weiter oben beschrieben, wies mit solarenergie aussieht - damit liesse sich sehr wohl - und umweltfreundlich ohne naturzerstörung - quasi gratis energie herstellen. einzig und allein die entsprechende lobby setzt auflagen, dass solarenergie für den kleinen mann fast nciht investierbar werden - darüber sollte man sich einmal gedanken machen

Kiew vor 4 Monaten

Gegen alles ankämpfen. Hauptsächlich der strom kommt aus der Steckdose. Bravo!

    Detektor vor 4 Monaten

    Bei einem allfälligen Tauernbach-Kraftwerk müsste der Strom zeitweilig wirklich "aus der Steckdose" kommen. Aber dumme Sprüche beiseite: Der Tauernbach führt als Gletscherbach im Winter nahezu kein Wasser und könnte da kaum Strom erzeugen. Die Tiwag hat schon ein Gletscherbachkraftwerk: in Hinterbichl am Dorferbach; es steht tatsächlich immer wieder im Winter tagelang vollkommen still. Und das Käseglockenmärchen wurde auch noch nicht begründet ....

Lissi vor 4 Monaten

​@ Leonhard Bitte erkläre mir den Zusammenhang "eine wirtschaftliche Weiterentwicklung, Arbeitsplätze, Betriebsansiedelungen" mit Natura 2000. Danke

Leonhard vor 4 Monaten

Und immer wieder dasselbe alte Lied: Umweltdachverband, Alpenverein, Retter usw. - ihnen allen sind der Umweltschutz und Tiere und Pflanzen viel wichtiger als die Menschen, die im betroffenen Gebiet leben. Eine wirtschaftliche Weiterentwicklung, Arbeitsplätze, Betriebsansiedelungen sind einem Herrn Maier aus Wien, einem Herrn Retter aus Lienz oder einer Frau Dagostin aus Innsbruck vollkommen egal. Richtige Hardliner, die auf ihren Positionen beharren und sich keinen Millimeter bewegen. Null Kompromissbereitschaft, Sturheit, Arroganz und Überheblichkeit zeichnen diese Menschen aus ...

    le corbusier vor 4 Monaten

    Und immer wieder dasselbe alte Lied von der Käseglocke. Jetzt mal ehrlich, in welcher Form wird dadurch die wirtschaftliche Weiterentwicklung oder Betriebsansiedlungen beeinträchtig? Ich hab noch nie gehört, dass jemand nicht in eine Region kommt weil man sich dort für Naturschutz ausspricht. Im Gegenteil könnte ein Kraftwerk erhebliche Schäden für den Tourismus bringen (intakte Natur als Grundvoraussetzung für "Osttirol dein Bergtirol", Raftingunternehmen, ...)auch entstehen hohe Kosten für Gemeinden da die natürliche Geschiebeführung behindert ist.

    Hardliner und Nullkompromissbereit: Kompromisse sind im Naturschutz zum Teil höchst zweifelhaft. Stell dir vor man staut einen Fluss am Oberlauf mit der Argumentation, dass man den Unterlauf ja eh unberührt lässt. Macht echt Sinn, oder?

      steuerzahler vor 4 Monaten

      Die Sorge teile ich nicht. Man muß halt mit dem Kraftwerksbetreiber vereinbaren, worum er sich zu kümmern hat. Kosten für Geschiebe? Kosten für die Gestaltung rund um das KW? Gehört alles dem Betreiber. Warum sollte die Gemeinde dafür geradestehen? Es geht letztlich darum, alles vertraglich so zu fixieren, daß auch die Umwelt einen positiven Effekt erfährt. Immer nur stur dagegen und dann wollen wir umweltfreundlichen Strom, für die vielen E-Autos usw. Das geht sich nicht aus.

      le corbusier vor 4 Monaten

      servus steuerzahler: bei der drau zwischen strassen und amlach sieht man schön wie bei jedem zufluss schotterbänke entstehen weil die drau das material selbst nicht mehr weiterbringt. wer sich dafür verantwortlich fühlt? stur dagegen? nein gar nicht. nur muss ein so gravierender eingriff in die natur wirklich gerechtfertigt sein. diese argumente sehe ich nicht. keine gravierende strom knappheit und keine vorteile für die bevölkerung, rentabilität des kw auch fraglich (wie schon in virgen). das potenzial beim stromsparen und investitionen in wirklich nachhaltige energie wie sonne und wind würden uns da sicher weiterbringen.