„Halo“ oder der trügerische Schein des Heiligen

Neue und bekannte Arbeiten von Peter Raneburger ab 11. April im Innsbrucker Artdepot.

„Halo“ nennt Peter Raneburger seinen jüngsten Werkszyklus und zugleich ist das auch der Titel einer Ausstellung im Innsbrucker Artdepot, die am 11. April eröffnet wird und eine Werkschau von Arbeiten des Osttiroler Künstlers aus drei Jahrzehnten zeigt. „Kunst wird entlang des Lebensfadens platziert. In diesem Zusammenhang ist die Verortung, die Reaktion auf das jeweils Vorhandene – räumlich wie menschlich – von Bedeutung. Es sind Werke, die unter die Haut gehen. Die subkutane Kunst fährt ein, zersetzt, setzt Signale und Zeichen, tut weh,“ schreibt dazu Univ. Prof. Markus Neuwirth vom Institut für Kunstgeschichte in Innsbruck.

Peter Raneburger, Vergin of Mercy. Foto: Miriam Raneburger

„Halo“ bedeutet auch Heiligenschein oder Lichtbogen. Einerseits spannt sich dieser Bogen symbolisch über das bisherige kreative Schaffen Raneburgers, andererseits hat er Symbolcharakter im Kontext der neuesten Serie, in der Raneburger mit zwei Layern arbeitet: einerseits mit der herkömmlichen, durchaus geläufigen und bekannten Darstellung von Heiligen und geschichtsträchtigen Szenen, andererseits mit der darin vermittelten Persönlichkeit der Protagonisten. Beides erscheint für den Betrachter stimmig zu verschmelzen, stellt doch das Androgyne kaum Fragen an Herkunft, Abstammung oder soziale Verortung.

Tradierte Ansichten unterliegen so einer Täuschung und werden dadurch ad absurdum geführt. Gleichzeit transportiert Raneburger damit seine Kritik an gruppendynamischen Phänomenen, die das Individuum nur mehr als Rollenträger benutzt.

Peter Raneburger Ausstellung „halo“
Galerie artdepot Innsbruck
11. April bis 25. Mai
Vernissage: Dienstag, 10. April, 19.00 Uhr

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