Keine Warteliste für Turnusärzte am BKH Lienz

Laut Primar Andreas Mayr sind alle Planstellen besetzt, in einigen Fachbereichen aber Plätze frei.

„Es ist kaum zu glauben“, Artur Wechselberger, Präsident der Tiroler Ärztekammer, machte sich unlängst in einer Presseaussendung Luft. Er sehe sich in die Zeiten der Ärzteschwemme zurückversetzt, als es zu viele Medizinabsolventen und in der Folge jahrelanges Warten auf einen Ausbildungsplatz gab. „Jeder müsste glauben, dass sich die Krankenhäuser heutzutage um die Jungärzte reißen würden“, doch dem sei nicht so, beklagt der Kammerpräsident und präsentiert das Ergebnis einer Umfrage bei den Tiroler Krankenhäusern: „In keinem Tiroler Krankenhaus können derzeit motivierte und erwartungsvolle Jungärzte sofort mit ihrer Ausbildung beginnen. Überall heißt es warten. Vor 2019 gebe es keine freie Stelle, vermelden die einen Krankenhäuser — ja, wir haben wieder eine Warteliste, bestätigen die anderen.“

Primar Andreas Mayr, Mediensprecher des BKH Lienz, macht Jungärzten mit speziellen Fachgebieten zwar Hoffnung auf einen Turnusplatz, doch die Planstellen in Lienz seien derzeit besetzt. Foto: Dolomitenstadt/Egger

Andreas Mayr, Primar und Mediensprecher am Bezirkskrankenhaus Lienz, will von Wartelisten bei Ausbildungsstellen in Osttirol nichts wissen: „Wir haben am BKH Lienz einen Stellenplan, der derzeit zur Gänze erfüllt wird. Bei uns sind fast alle Planstellen für die Ausbildung von Jungmedizinern besetzt.“ Wenn eine dieser Planstellen frei werde, würde man sie sofort neu vergeben, einerseits an interne Interessenten und in weiterer Folge über öffentliche Stellenausschreibungen.

Was aber, wenn sich nun ein interessierter Medizinabsolvent meldet? – „Je nachdem: In den beliebten Fachbereichen sind aktuell alle Ausbildungsplätze besetzt. Es gibt aber Bereiche, in denen wir froh über jeden Zuwachs für das Ärzteteam wären. Würde zum Beispiel heute jemand zu mir kommen, der sich für die Neurologie oder Psychiatrie melden möchte, dann würde ich ihm oder ihr sofort einen Ausbildungsplatz auf diesem Gebiet zusagen“, so Mayr.

Er betont auch, dass aufgrund des Versorgungsauftrages, den das Krankenhaus für den Bezirk zu erfüllen habe, der Bedarf an Ärzten in den vergangenen Jahren stets gestiegen sei: „1990 hatten wir noch drei Anästhesisten, heute sind es elf.“ Günter Atzl, Direktor der Tiroler Ärztekammer, präzisiert, angesprochen auf die Aussagen aus Lienz, dass es im Schreiben der Ärztekammer an die Medien „in erster Linie um die Ausbildung zum Allgemeinmediziner“ gegangen sei. Und da heißt es aktuell auch am BKH-Lienz für Jungmediziner: Bitte warten!

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